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UNTER STROM: Die Uni Duisburg-Essen bildet Energiehändler aus

Früh übt sich, was ein Händler werden will – dachte sich wohl der Energie-Multi RWE, als er vor gut einem Jahr an der Uni Duisburg-Essen einen Energiehandelsraum eingerichtet hat. Die Studierenden können dort unter realitischen Bedingungen die Preisentwicklung von Strom, Öl, Gas oder Abgasen berechnen.

An der Universität gibt es sechs Reuters-Lizenzen und die werde auch im Unterricht verwendet, sagte Arthur Dill, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lehrstuhls für Finanzwirtschaft und Banken dem Deutschlandfunk. Die Software enthält alle wichtigen Marktinformationen und Preisdaten, mit denen man dann im Unterricht arbeiten kann. Hier werden Studenten des Fachs Energie- und Finanzwirtschaft fit gemacht für den Handel mit Strom, Rohstoffen und Emissionszertifikaten.

Der echte drei Fußballfelder große Handelsraum des Energie-Riesen liegt nur wenige hundert Meter Luftlinie entfernt. Obwohl es darin aussieht, wie auf einem Börsenparkett, ist die Geräuschkulisse eher gedämpft. Außer den Reuters-Daten müssen im richtigen Energiehandel noch eine Menge anderer Informationen abgerufen werden. Mancher Händler sitzt vor gleich sechs Computerbildschirmen.

Die 250 Arbeitsplätze in diesem Handelsraum sind ein Beleg dafür, dass der Handel von Strom, Gas, Kohle, Öl und anderen Rohstoffen sehr komplex geworden ist. Die Märkte in Europa sind in den vergangenen Jahren rasant gewachsen.

Konzerne wie RWE sind abhängig von internationalen Öl-, Gas- und Kohlendioxidpreisen, aber auch vom Wetter und der Konjunktur. Die Händler arbeiten rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche. Wichtigster Partner ist die Energiebörse in Leipzig. Hinzu kommen noch andere Unternehmen und kleinere Versorger, wie die Stadtwerke.

Obwohl die Branche seit der Einführung der Energiebörse und des Emissionshandels boomt, gibt es bisher keine geregelte Ausbildung für Energiehändler. Die Mitarbeiter im Handelsraum bei RWE kommen mehrheitlich aus dem Bankwesen.

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