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Tagebuch eines Investmentbanking-Praktikanten – zweite, dritte und vierte Woche

Hallo zusammen. Tut mir sehr leid, dass ich mich nicht eher gemeldet habe, aber ich habe so unglaublich viel zu tun. Und in meiner spärlichen Freizeit nutze ich jede Gelegenheit, um mich auszuruhen oder zu schlafen.

Nun bin ich also einen Monat bei der Bank, und was habe ich gelernt? Tatsächlich nicht sehr viel, muss ich leider sagen.

Als jemand, der nicht Wirtschaft studiert hat, habe ich bis jetzt nicht wirklich verstanden, was eine Bank eigentlich so macht. Die meisten Praktikanten verbringen ihre Zeit mit dem Redigieren von irgendwelchen Dokumenten, mit Aushilfsarbeiten oder als Platzhalter für “Associates” und Analysten.

Nichts von alle dem verlangt einen allzu großen Hirn-Einsatz. Auf dem Einsteigerniveau scheint der Bankerberuf vor allem aus Routinearbeiten, Präsentationen und Cash-Flow-Analysen zu bestehen.

Es ist schon erstaunlich, dass Banken immer die Besten der Besten einstellen wollen. Dabei machen diese Banker in den ersten drei, vier Jahren jene Tätigkeiten, die wohl auch die schlechtesten Absolventen erledigen könnten.

Nichtsdestotrotz will ich mal nicht zu uneuphorisch klingen. Die Bank, für die ich arbeite, besteht nur aus lauter intelligenten Menschen, und die Arbeit an sich ist interessant. Wer etwas lernen will, kann das hier tun. Dazu muss man dann aber die Dokumente, die man bearbeitet, auch zu verstehen versuchen. Auch wenn es widersprüchlich klingt, aber die Lernkurve ist so steil, wie man sie haben möchte.

Ich versuche so viel wie möglich von der Routinearbeit, die ich erledige, zu verstehen. Manchmal ist aber nicht genügend Zeit, um sich alles durchzulesen und die Aufgabe noch rechtzeitig fertigzustellen.

Ich erinnere mich an eine Wahrheit, die mir ein Freund, der seit längerem im Bankgeschäft arbeitet, erzählt hat: “Um hier Erfolg zu haben, kommt es weniger auf den Kopf als auf das Durchhaltevermögen an.” – Nach einem Monat kann ich das für mich bestätigen.

Die Zahl der Korrekturen und Änderungen, die man an Dokumenten vornehmen muss, ist einfach unglaublich. Der “Managing Director” und der “Vice President” sind nie zufrieden. Und wenn man eine Präsentation in den drei Tagen vor einem Kundentermin achtzig Mal geändert hat, ist es schon seltsam, wenn das Dokument im Grunde doch wieder so aussieht wie am Anfang.

Unterm Strich muss ich sagen, dass ich meinen ersten Monat in der Bank auf eine seltsame Art und Weise genossen habe. Es ist ein interessanter Arbeitsplatz und die Menschen um mich herum sind klug und nett.

Bei einer Bank arbeiten heißt bis spät abends arbeiten. Man wird zwar besser bezahlt, aber auf Stundenbasis nicht besser als in anderen Berufen.

Bei Bachelor-Studenten scheint der Banker-Beruf gerade groß in Mode zu sein. Ich will die Kommilitonen nur daran erinnern, dass es auch noch außerhalb des Bankensektors viele interessante Arbeitsplätze gibt. Es stimmt zwar, dass Banken voll sind mit den Besten und Klügsten, aber es ist nicht wahr, dass man als einer von ihnen unbedingt bei einer Bank arbeiten muss.

Was mich betrifft: Das Bankgeschäft ist ein interessanter Weg und bis jetzt genieße ich die Reise.

Klicken Sie hier für die erste Woche.

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