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Münchener Krisen-Banken sehen Licht am Ende des Tunnels

Durchatmen am Finanzstandort München. Sowohl die angeschlagene Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) als auch die Landesbank BayernLB sehen wieder Licht am Ende des Tunnels.

Die BayernLB hat im zweiten Quartal schwarze Zahlen geschrieben und vor Steuern 140 Mio Euro verdient. Von Januar bis März stand noch ein Minus von 770 Mio Euro zu Buche. Vorstandschef Michael Kemmer zeigte sich vorsichtig optimisch: “Die akute Krise ist überwunden.”Das Institut sei zwar noch nicht über den Berg, spüre aber wieder festeren Boden unter den Füßen, so Kemmer.

Zur allgemeinen Überraschung signalisierte der BayernLB-CEO die Bereitschaft, eine “Heuschrecke” als Investor an Bord zu holen. Kein Wunder, schließlich muss die Bank noch finanzielle Altlasten im zweistelligen Milliardenbereich loswerden. Da kann das Know-how einer Beteiligungsgesellschaft nur helfen.

Bislang sind Finanzinvestoren erst bei einer Landesbank – der HSH Nordbank – mit nennenswerten Anteilen engagiert. Die Private-Equity-Gesellschaft JC Flowers glaubt aber offenbar nicht nur an den langfristigen Erfolg der hamburgisch-schleswig-holsteinischen Bank. Seit wenigen Wochen kontrolliert die Gesellschaft auch ein Viertel der Immobilienbank Hypo Real Estate. Es ist das erste Mal, dass ein Dax-Konzern so maßgeblich von einer Beteiligungsgesellschaft kontrolliert wird.

Die wie die BayernLB in München residierende Hypo Real Estate Group hatte nach einer Gewinnwarnung im Januar einen Kurssturz erlitten – und war irgendwann so billig, dass die auf Finanzdienstleister spezialisierte JC Flowers-Gruppe offenbar nicht länger widerstehen konnte.

Zwar ist der HRE-Gewinn wegen weiterer Abschreibungen auf Immobilienkredite geschrumpft. Im Gegensatz zu vielen anderen Banken verzeichnete das Institut zum Quartalsende trotzdem einen Vorsteuergewinn von rund 40 Mio Euro.

Auf die Mitarbeiterzahl bei Hypo Real Estate hat sich die Finanzmarktkrise übrigens nicht ausgewirkt. Die Zahl der Beschäftigten ist im zweiten Quartal auf 1904 von 2000 gefallen. Nach Angaben von Konzernsprecher Hans Obermeier resultiert der Rückgang aber aus den “Kostensynergien”, die die Bank nach der Übernahme des Staatsfinanzierers Depfa im vergangenen Herbst erzielt hat.

Die BayernLB dagegen hatte bereits vor einigen Wochen auf die Verluste im Zuge der Finanzmarktkrise reagiert – und den Abbau von 450 Arbeitsplätzen angekündigt.

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