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Was bedeutet die Pleite der Elite-Uni Bruchsal für andere Privat-Hochschulen?

Die private Universität in Bruchsal im Kreis Karlsruhe stellt ihren Betrieb wegen erheblicher finanzieller Verluste ein. Nach dem Ausstieg des Noch-Betreibers Educationtrend werde die International University “zum nächstmöglichen Zeitpunkt schließen”, teilte die Hochschule mit.

Derzeit schreibt die Universität mit ihren 200 Studenten Verluste von 200.000 Euro – pro Monat! Das Hamburger Unternehmen Educationtrend hatte die Hochschule erst vor zwei Jahren mit einer millionenschweren Finanzspritze vor dem Aus bewahrt.

Für 73 der über das Studienjahr hinaus immatrikulierten Studenten konnten Auffanglösungen vereinbart werden. Für 68 Studierende endet ihr Studium planmäßig mit dem Examen Ende August, acht weitere graduieren zum 31. Dezember.

Für die restlichen Studenten werden Wechsel an die Universität Mannheim und die Steinbeis-Hochschule in Berlin geprüft. Zum 1. September endet auch die Arbeit der 38 Beschäftigten, für die noch eine sozialverträgliche Lösung gesucht wird.

Die International University in Germany entstand Ende der 90er Jahre. Wie das inzwischen von der Steinbeis Hochschule in Berlin übernommene Stuttgart Institute of Management and Technology wurde es auf Initiative von Unternehmen und mit staatlichen Zuschüssen als Eliteschmiede gegründet. Dort sollten internationale Studiengänge in Englisch gelehrt und intensive Kontakte zur Wirtschaft gepflegt werden.

Firmen wie SAP, IBM, SEW, Telekom und Debis unterstützten das Vorhaben. Im Wintersemester 1998 nahmen die ersten Studenten in der ehemaligen Dragonerkaserne im Kreis Karlsruhe ihr Studium auf; im Juli 2000 erhielten die ersten Absolventen ihren Titel “Master of Information and Communication Technology”.

Im Sommer 2005 trennte sich die Gesellschafterversammlung wegen sinkender Studentenzahlen und Finanzsorgen von Gründungsrektorin Heide Ziegler. 2007 war das Aus der Universität so gut wie beschlossen, als das Hamburger Unternehmen Educationtrend als Betreiber einsprang.

Anfang 2009 musste nur ein Jahr nach seiner Ernennung der Geschäftsführer Michael Scheithauer gehen. Gerüchte über Existenzprobleme konnte die IU seither nicht mehr aus der Welt schaffen. Die Studentenzahlen stagnieren seit Jahren bei etwa 200.

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