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Schweiz führt “Noten-Guillotine” für deutsche Studenten ein

Pünktlich zum Herbstsemester beschränken die Schweizer Universitäten den Zugang – allerdings nicht für Schweizer, sondern exklusiv für Deutsche. Derzeit studieren bereits rund 10.000 Deutsche im Nachbarland und aufgrund der doppelten Abiturjahrgänge in Niedersachsen und Bayern sowie durch die Aussetzung der Wehrpflicht wird auch in Deutschland ein Ansturm auf die Hochschulen beobachtet.

Wer künftig an den Universitäten Zürich oder Bern ein Studium aufnehmen möchte, muss einen Notendurchschnitt von 2,0 in seinem Abitur zustande gebracht haben. Bei den meisten übrigen Unis in Basel, Fribourg, Genf, Lausanne, Luzern und Neuchâtel liegt der geforderte Notendurchschnitt bei 2,5. Dies entspricht den Schweizer Noten 5 und 4,5.

Das Besondere dabei: es trifft ausschließlich deutsche Bewerber. Schwache Schweizer Kandidaten sind von dieser Regelung ausgenommen. Das Schweizer Fernsehen spricht sogar von einer “Noten-Guillotine” für deutsche Bewerber.

Alternativ können Bewerber die Zulassung für einen deutschen Studienplatz vorlegen. Eine Besonderheit gilt dabei für die Hochschule St. Gallen. Die renommierte Wirtschafts-Kaderschmiede hat bereits eine Ausländerquote von 25 Prozent eingeführt.

Der Präsident der Schweizer Rektorenkonferenz (Crus) Antonio Loprieno verteidigte die Ungleichbehandlung: “Die neue Regelung steht im Licht der Qualitätssicherung. Wir sind offen für ausländische Studenten. Aber wir wollen nicht jeden, sondern die guten Leute.”

Dabei war es allerdings bis zuletzt umstritten, ob eine derartige Ungleichbehandlung überhaupt mit internationalen Recht vereinbar sei. So untersagt die Lissabonner Konvention, die von der Schweiz unterzeichnet wurde, jedwede Diskriminierung ausländischer Studenten. Daher hat die Schweizer Rektorenkonferenz vorsorglich ein Rechtsgutachten in Auftrag ergeben, wonach ein exklusiver Numerus Clausus für Ausländer ebenso rechtens ist wie besonders hohe Studiengebühren.

Allerdings könnte jetzt der Schweiz Ungemach aus der EU drohen. So fürchtet Loprieno, dass auch EU-Staaten ähnliche Repressalien einführen könnten – diesmal exklusiv für Eidgenossen.

Die Regelungen der einzelnen Hochschulen finden Sie hier.

Kommentare (1)

Comments
  1. Eigenartig, dass Sie den Schweizern übelnehmen, dass sie nicht jedermann auf ihre Kosten studieren lassen wollen. Von der Qualifikation einmal ganz abgesehen.

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