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AUSZUG: Wie ein Verständnis der Arbeitgeberperspektive bei der Bewerbung helfen kann

Eine Fehlbesetzung in der Finance-Branche ist besonders unangenehm. Daher gilt es aus Sicht der Arbeitgeber, das Auswahlverfahren sehr gründlich zu machen und die überdurchschnittlich hohe Zahl an Interviews zeigt, dass es auch so geschieht. Von dieser Warte her sollte man bei seiner Bewerbung im Kopf haben, wen die Banken suchen und die Bewerbung dahin trimmen, diesem Ideal möglichst gut zu entsprechen.

Nein, den einzig wahren Idealkandidaten gibt es in dem Sinne nicht, zumindest nicht für alle Bereiche. Dennoch lassen sich einige Punkte zusammenfassen, die Recruiter präferieren:

  • Hoch motiviert: Bewerber will wirklich
  • Ist reflektiert: weiß warum und kann es begründen
  • Sucht Herausforderungen und kann dies an Erfahrungen in Anlehnung an seinen Lebenslauf belegen
  • Bringt gewisse Erfolgscharakteristika mit (in Sport, Studium etc.)
  • Ist erfolgshungrig und lässt sich nicht so leicht demotivieren
  • Teamplayer mit guten zwischenmenschlichen Fähigkeiten und guten Umgangsformen
  • Weiß, was er kann und zeigt Selbstvertrauen
  • Bringt Leadership-Potenzial mit
  • Kann strukturiert analytisch Denken und verfügt über gute kommunikative Fähigkeiten
  • Kann priorisieren
  • Ist wissensdurstig
  • Wirkt bodenständig, nett, ehrlich und aufrichtig
  • Versuchen Sie sich eine Person vorzustellen, die all das mitbringt und versuchen Sie sich dieser Person in Ihren Bewerbungen/Interviews anzunähern. Das bedeutet nicht, dass Sie sich erfinden sollten, denn Ehrlichkeit ist sehr wichtig. Aber sie können das, was Sie davon in sich haben, herausstellen. Eine gute Vorbereitung schließt auf jeden Fall ein, dass man sich darüber klar wird, was seine Stärken, aber auch was seine Schwächen sind. Lassen Sie das Gute in sich heraus, prahlen Sie nicht, aber verstecken Sie auch keines Ihrer “Assets”.

    Es mag banal klingen, denn all diese Merkmale gelten für viele Unternehmen und sind auch keine Geheimnisse. Im Gegenteil, sie werden auf den Internetseiten unter “Wen wir suchen” auch stets genannt. Aber die erfolgreichsten Bewerber haben diese Merkmale und die Profilierung ernster genommen und konnten besser erläutern (verkaufen), warum sie diese Eigenschaften mitbringen, an welchem Beispiel sich das darlegen lässt und nicht zuletzt, dass sie darüber reflektiert haben, ob und warum sie ein “Match” sind.

    Gelegentlich werden Leute gehired, die sich als unpassend herausstellen und es werden – darüber sind sich die Arbeitgeber bewusst – auch Leute abgelehnt, die vielleicht doch einen super Job machen würden, aber durch das Raster gefallen sind. Zu beiden will man sicher nicht gehören und damit das nicht passiert, arbeiten Unternehmen und Bewerber letztlich zusammen im Bewerbungsprozess, um herauszufinden, ob es passt. Helfen Sie ihnen also bereits in der Bewerbung dabei zu zeigen, dass und warum Sie passen.

    Nun etwas zu den Noten. Sollten Sie nicht von einer sogenannten Target School kommen, fallen Ihre Noten etwas stärker ins Gewicht. Target Schools sind jene Hochschulen, an denen sich das jeweilige Unternehmen – z.B. in Form von Unternehmenspräsentationen – engagiert. Vor allem in London wird das Äquivalent eines “Upper Second” (2.1) gefordert, welches an Elitehochschulen wie der London School of Economics als Median-Note für Wirtschaftswissenschaften aufgefasst wird.

    Lassen Sie sich also nicht täuschen und geben Sie sich so viel Mühe wie nur möglich in Ihrem Studium. Ein Upper Second sollte man nicht mit einem knapp guten Notendurchschnitt übersetzen. Andererseits ist auch ein Studienabschluss mit Auszeichnung kein Freifahrtschein. Schließlich bewerben Sie sich nicht als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Noten sind im Prinzip nur ein Türöffner.

    Bevor Sie sich bewerben, ergibt sich u.U. die Möglichkeit, mit Unternehmensvertretern – z.B. auch mit Analysten einer Investmentbank, für die Sie sich interessieren, im Rahmen einer Unternehmenspräsentation an Ihrer Hochschule oder im Bekanntenkreis in Kontakt zu treten. Nutzen Sie diese Kontakte. So können Sie sich ein konkretes Bild über die Recruitingsituation, den spezifischen Arbeitsinhalt und die Anforderungen machen, auf die Sie sich dann in Ihrer Bewerbung und im Interview beziehen können. Das zeigt dann deutlich, dass Sie sich wirklich ernsthaft und professionell mit der Materie auseinandergesetzt haben und Ihre Antworten bereits reflektiert sind.

    Hierbei handelt es sich um einen gekürzten Auszug aus dem Ratgeber von squeaker.net: Das Insider-Dossier: Die Finance-Bewerbung. Investment Banking, Private Equity, Corporate Finance & Co. Erfahrungsberichte zu aktuellen Interviews aus der Finance-Branche finden Sie auf squeaker.net. Mit dem Einladungscode EFIN0111 können Sie sich exklusiv einloggen.

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