☰ Menu eFinancialCareers

Karriereturbos fürs Private Banking: Was ist besser, ein CFP oder ein CeFM?

Nach der Finanzkrise haben die Banken das vergleichsweise margenschwache, aber risikoarme Geschäft mit den vermögenden Privatkunden wiederentdeckt. Doch während sich in Deutschland bis zu 2000 Teilnehmer bei CFA-Prüfungen tummeln, sind die Qualifikationspendants für Private Banker vergleichsweise verwaist.

So besuchen das Programm zum Certified Financial Manager (CeFM), das von der Finanzakademie der Deutschen Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) angeboten wird, gerade einmal rund 20 Personen pro Jahr. “Bei den Private Bankern besteht zwar ein Rückstau, da dort so in der Breite in der Vergangenheit nicht ausgebildet worden ist, allerdings finden hier eher Inhouse-Programme statt”, bemerkt DVFA-Geschäftsführer Peter König.

Auch beim Certified Financial Planner (CFP), der durch den Ägide des Financial Planning Standards Board Deutschland e. V. (FPSB) zertifiziert und überwacht wird, drängeln sich keine Massen. Laut FPSB-Vorstandsmitglied Arndt Stiegeler verzeichnet der Berufsverband der Finanzplaner in Deutschland ein jährliches Wachstum von gut 100 auf derzeit insgesamt etwa 1330 Mitglieder, von denen der Hauptteil auf CFP-Absolventen entfällt. Doch was besser ist, der CFP oder der CeFM?

1. Der Inhalt

Beim Stoff scheinen beide Programme sich kaum zu unterscheiden. So vermittelt der CeFM Kentnisse in Portfoliooptimierung, Asset Allocation, Behavioral Finance, Relationship Management, Finanzplan & Erbschaftsplanung sowie Steuern & Recht. “Der Schwerpunkt liegt bei der Finanzplanung und im Kapitalmarkt, und nicht in den Produkten”, ergänzt König.

Zur Erlangung des CFP müssen vorbereitende Programme der Frankfurt School of Finance & Mangement oder der European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel absolviert werden.

2. Prüfungen und Anerkennung

Der CeFM ist in zwei Module unterteilt, die jeweils mit einer schriftlichen Prüfung abgeschlossen werden. Die Anerkennung des CeFM als European Financial Advisor (EFA) ist mit keinerlei weiteren Prüfungen verbunden. Hierzu muss lediglich Berufspraxis und eine tadelloser Leumund vorgewiesen werden. Außerdem müssen die Kandidaten einen Wertekanon unterschreiben.

Nachdem die Kandidaten sämtliche Fachprüfungen bei der Frankfurt School oder der EBS erfolgreich abgelegt haben, können Teilnehmer für die Anerkennung als CFP bei FPSB bewerben. Dort findet noch eine Zentralprüfung statt und es muss ein Finanzplan als Projektarbeit aufgestellt werden. Auch beim FPSB sind die Abzeichnung eines Wertekatalogs sowie vorherige Berufserfahrung Pflicht.

3. Die Kosten

Für das CeFM-Programm müssen Teilnehmer 7900 Euro bezahlen, wobei Frühbuchern ein Rabatt gewährt wird. Überdies können Teilnehmer Proseminare – z.B. über Finanzmathematik – hinzubuchen.

Dagegen müssen die Teilnehmer an den Vorbereitungskursen zum CFP bei der Frankfurt School rund 13.000 Euro auf den Tisch blättern, wobei zusätzlich mehrtägige Workshops zur Prüfungsvorbereitung fakultativ vorgehalten werden. Bei der EBS werden für das Gesamtprogramm 11.750 Euro fällig.

4. Der Zeitaufwand

Der Lernstoff für den CeFM wird in 22 Präsenztagen bei der DVFA in Frankfurt vermittelt. Obgleich der Lernaufwand sehr von den individuellen Voraussetzungen abhänge, beziffert König den Umfang auf insgesamt 400 bis 450 Stunden.

Für Präsenzveranstaltungen und eigenständiges Lernen rechnet Stiegeler für den CFP mit ebenfalls 450 Stunden. Da für die Projektarbeit noch einmal rund 150 anfielen, summiert sich der Gesamtaufwand auf mindestens 600 Stunden. Sehr umfassendend ist der Präsenzunterricht bei der EBS, wo die Teilnehmer innerhalb eines Jahres an 48 Tagen Veranstaltungen haben. “Der Präsenzunterricht ist der zentrale Erfolgsfaktor für Lernerfolg und Netzwerkbildung”, erklärt Ralph Jakob von der EBS Executive Education.

5. Die Erfolgsquoten

Die Erfolgsquoten beziffert König beim CeFM auf 80 bis 90 Prozent. “Gerade die besseren und höher motivierten Mitarbeiter entscheiden sich für eine solche Fortbildung”, erklärt König die stattliche Erfolgsquote.

Beim CFP sieht es kaum schlechter aus. Laut Stiegeler nehmen rund 90 Prozent der Kandidaten an der abschließenden Zentralprüfung teil, von denen bei zwanzig durchgeführten Zentralprüfungen 77,7 Prozent das Examen bestanden haben. Doch bevor die Kandidaten für die Zentralprüfung zugelassen werden, müssen sie beispielsweise bei der EBS zwei Prüfungen für den Level 1 abgeschlossen haben. In der Regel schließt sich auf dem Weg zum CFP an die Zentralprüfung das Level 2 an. Auf der Ebene des Level 2 erfolgt die Disputation der Projektarbeit. Laut Jakob müssen die Kandidaten zudem eine Eingangsprüfung überstehen, um überhaupt für das Studium an der EBS zugelassen zu werden.

5. Was auf dem Arbeitsmarkt gefragt ist

Den Einfluss einer derartigen Fortbildung auf die Karriere, sieht Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance & Legal positiv. “Da muss man zwischen Huntern und Farmern unterscheiden”, meint der Experte. Die Hunter seien für die Akquise von neuen Kunden zuständig, wozu eine entsprechende Qualifikation eher von nachgeordneter Bedeutung sei. Die Farmer indes verwalten das Vermögen und versuchen es zu mehren. “Auf jeden Fall, da kann ein CFP einen Mehrwert darstellen”, sagt Riske und ergänzt: “Der CFP ist schon relativ verbreitet.” Dagegen sei der CeFM weniger bekannt.

Kommentare (1)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier