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Versicherungen: Trotz Entlassungen gutes Personal knapp

Die Axa-Gruppe beweist im Kleinen, wo derzeit die Gegensätze in der Versicherungsbranche liegen: Massenentlassungen hier, Suche nach neuem Personal dort.

Nach der Übernahme des Versicherers DBV-Winterthur will die Axa-Gruppe in Deutschland bis Ende 2009 insgesamt 1.200 der derzeit 10.380 Stellen abbauen. Auf 2007 entfallen davon 200 Entlassungen, auf 2008 400, 2009 sind dann 600 Freisetzungen geplant. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll dabei aber immerhin verzichtet werden.

Von den Streichungen wird insbesondere der Standort Wiesbaden betroffen sein. Dort sollen in den nächsten drei Jahren durch Streichungen und Verlegungen etwa 750 bis 900 Stellen wegfallen. Ziel der Verlegungen dürfte insbesondere Köln sein, wo rund 500 neue Stellen geschaffen werden sollen.

Während in Köln wohl lediglich bisher andernorts im Axa-Konzern vorhandene Stellen wiederangesiedelt werden sollen, meldet die Schweizer Axa-Tochter Winterthur Personalknappheit. Gegenüber der Schweizer Zeitung “Der Landbote” berichtet Philippe Egger, Chef der Winterthur Schweiz, Winterthur suche in der Schweiz 250 neue Mitarbeiter, 100 Mitarbeiter für den Innen- und 150 für den Außendienst.

“Es ist aber extrem schwierig, gute Leute zu finden”, beklagt Egger gegenüber der Zeitung. “Wir waren im letzten Herbst schweizweit bei 5.800 Stellen. Jetzt sind wir bei 5.600”, sagt er. Da die natürliche Fluktuation wegen des flexiblen Arbeitsmarktes sehr groß sei, habe man nur wenige Mitarbeiter wegen des Stellenabbaus entlassen müssen. “Heute haben wir sogar offene Stellen und suchen krampfhaft qualifizierte Mitarbeiter.”

Eggers Aussage zeigt das Problem der Versicherungswirtschaft: “Qualifizierte Mitarbeiter” sind das Zauberwort. Der Trend geht seit Jahren zur Einstellung von gut ausgebildeten Akademikern. Besaßen 1990 rund 10% der Angestellten im Versicherungsgewerbe einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss, waren es Ende 2005 bereits 17%. Gegenüber 1985 hat sich die Quote von Hochschulabsolventen, Angaben des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland zufolge, gar verdoppelt.

Ende 2005 waren in deutschen Versicherungen rund 27.100 Akademiker beschäftigt, darunter 7.800 Juristen, 5.000 Diplom-Kaufleute und Diplom-Volkswirte, 4.300 Mathematiker, 1.900 Diplom-Ingenieure sowie 700 Diplom-Informatiker. Hinzu kommen 7.400 weitere Mitarbeiter mit Hochschulabschluss, insbesondere Psychologen, Physiker und Mediziner.

Für qualifizierte Akademiker dürften sich angesichts dieser Tendenzen wohl auch weiterhin trotz gemeldeter Massenentlassungen zahlreiche Karrierechancen ergeben.

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