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Zeitenwende: UBS-Chef Grübel prognostiziert “Sturzflug” bei Vergütungen

Laut UBS-Chef Oswald Grübel sind die rosigen Zeiten bei den Banken vorbei. In einem Interview mit dem “Sonntag” sagte Grübel zu den Vergütungen in der Branche: “Sie sind im Sturzflug. Die Gesamtentlöhnung ist schon viel tiefer als noch vor ein paar Jahren.”

Dies führte Grübel auf die sinkende Rentabilität namentlich im Investmentbanking zurück: “In Zukunft werden wir keine Renditen von 20 Prozent und mehr haben. Sie fallen eher auf 10 Prozent. Selbst die grossen Wall-Street-Banken, die in jeder Marktsituation Geld zu verdienen behaupten, liegen bei 10 Prozent.” Zu ganz ähnlichen Ergebnissen war kürzlich eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey gekommen.

Folgerichtig distanzierte sich Grübel von seiner eigenen Gewinnprognose von 15 Mrd. Franken. Dennoch schloss der UBS-Chef ein geringeres Gewinnziel von 7,5 Mrd. Franken vorerst aus. “So schlimm wird es hoffentlich nicht. Was aber klar ist, wir müssen effizienter werden. Das wird grosse Kritik hervorrufen wegen des Abbaus, Verlagerungen und Outsourcing von Stellen und Tätigkeiten”, sagte Grübel.

Damit scheinen auch weitere Kosten- und Stellenstreichungen auf dem Programm zu stehen. Erst kürzlich hatte die Grossbank angekündigt, sich von 3500 Mitarbeitern trennen zu wollen, wovon indes die Mehrzahl von 2000 Beschäftigten allein auf die USA-entfallen dürfte.

Die Profitabilität der Schweizer Banken werde auch durch die im internationalen Vergleich hohen Kapitalanforderungen bedroht. “Es geht um die Frage, mit wie viel Kapital wir das internationale Geschäft unterlegen müssen. Dort herrscht der grösste Konkurrenzkampf, weshalb die Margen sehr gering sind. Wenn Sie nun als einziger Teilnehmer 20 bis 30 Prozent mehr Kapital benötigen, sind Sie nicht mehr konkurrenzfähig”, sagte Grübel.

Als Folge davon könne es zu Verlagerungen von der Schweiz zu anderen Finanzzentren wie etwa London kommen. “Dann stellt der Aktionär konsequenterweise die Frage: Wieso seid ihr nicht in London, wo ihr viel weniger Eigenkapital bringen müsst? Solche Fragen werden kommen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das ist keine Drohung, und das hat auch nichts mit mir zu tun. Wenn es so weit ist, werde ich schon lange nicht mehr da sein”, ergänzte Grübel.

Trotz der Hiobsbotschaften empfahl Grübel jungen Leuten, auch weiterhin in die Branche einzusteigen. “Immer! Wenn er eine Veranlagung dazu hat. Eine Bank ist ein Dienstleistungsunternehmen für das Volk. Alle brauchen Geld. Ohne Geld läuft nichts.” Der hohen Wohlstand in der Schweiz gehe massgeblich auf die Rolle des Finanzmarktes zurück.

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