☰ Menu eFinancialCareers

FRED BAYR: Worin der Unterschied zwischen einem Headhunter und einem Recruiter besteht

Es handelt sich um verwirrende Zeiten. Niemand weiß, ob die Zinsen steigen oder fallen und Vincent Tschenguizs Reiz auf Frauen wurde von einer Reihe von Fotos ebenso bestätigt wie seine körperliche Ähnlichkeit mit einer Kröte.

Doch die größte Frage, welche die Londoner City heimsucht, ist, ob es sich bei der Person am anderen Ende der Telefonleitung um einen Headhunter oder um einen Recruiter handelt. Wieso spielt das überhaupt eine Rolle? Da ich für meinen Teil fast genauso dumm wie ein Product Controller bin, habe ich hierin lange keinen Unterschied gesehen. Zu meiner Verteidigung darf ich sagen: Es ist nicht gerade hilfreich, dass beide Begriffe synonym verwendet werden. Dennoch ist es möglich, beides voneinander zu unterscheiden. Hierzu sollten Sie sich einige Punkte vergegenwärtigen:

1. Die unterschiedliche Bezahlung

Personen, die als “Headhunter” bezeichnet werden, arbeiten üblicherweise für Executive Search-Unternehmen. Wie der Name schon sagt, vermitteln sie für senior Positionen, ab Director aufwärts, indem sie rare Kandidaten beschaffen. Sie arbeiten auf Anzahlungsbasis, womit sie zunächst nur ein Drittel der Bezahlung erhalten und die vollständige Summe erst nach einer erfolgreichen Platzierung eines Kandidaten überwiesen wird.

Dagegen arbeiten Recruiter erfolgsbasiert. Sie werden erst dann bezahlt, wenn ein Kandidat tatsächlich anfängt und sie erhalten vergleichsweise geringe Beträge. Derartige Recruiter platzieren üblicherweise Associate- bis Vice President-Positionen und alles, was mit dem Back- und Middleoffice zu tun hat.

2. Headhunter sollten wissen, worüber sie sprechen

Gute Headhunter verdienen einen wesentlich größeren Respekt als Recruiter und kassieren deutlich mehr Geld. Oftmals haben sie bereits in dem Geschäftsfeld gearbeitet, für das sie rekrutieren und verfügen über ausgedehnte wertvolle Netzwerke. Bevor Headhunter Sie anrufen, sollten sie Ihre Stellenbeschreibung, Ihr Gehaltsniveau und Ihre interne Bewertung einschätzen können.

Dagegen handelt es sich bei Recruitern oftmals um Leute, die vergleichsweise frisch von der Uni kommen und nicht wussten, was sie ansonsten machen sollten. Stellen Sie sich vor, was die Charaktäre der britischen Sitcom “The Inbetweeners” (ganz besonders Neil) in fünf Jahren machen mögen und schon haben Sie den typischen Recruiter in der Londoner City vor sich. Diese rufen Sie an und murmeln etwas davon, ein “Spezialist” zu sein. Anschließend fragen sie nach Ihrem Namen und was Sie so arbeiten. Dabei besteht ihr einziges Spezialgebiet in der fehlenden Vorbereitung. Auf diese Weise landen sie letztlich im Recruitment-Geschäft.

3. Einige Recruiter bezeichnen sich selbst als Headhunter

Da es einen wachsenden Talentmangel in den Finanzdienstleistungen gibt (weil die Regierung mit Bildungsdiplomen um sich schmeißt und Banken lieber in IT als in Köpfe investieren), können sich auch Recruiter nicht mehr allein auf Stellenanzeigen verlassen, um Kandidaten zu finden. Daher betreiben sie Headhunting, wobei sie das oftmals sehr schlecht anstellen, wie oben dargelegt worden ist. Daher erhalten Sie möglicherweise auch als Associate Vice President Anrufe von einem sogenannten Headhunter.

4. Manche Recruiter bezeichnen sich auch als Headhunter, weil sie sich schämen

Mittlerweile gibt es einen neuen Weg, jemanden zu beleidigen. Anstatt ihn als “Vollidioten” zu beschimpfen, wird jemand als “echter Recruiter” bezeichnet. Aus diesem Grund erweist es sich zunehmend als ungeeignet, zum Telefonhörer zu greifen und zu sagen: “Hallo, ich bin ein Recruiter. Kann ich mit Ihnen sprechen?” Um Peinlichkeiten aus dem Weg zu gehen, bezeichnen sich Recruiter daher oftmals lieber als Headhunter. Aus einem ganz ähnlichen Grund bezeichnet sich so mancher Backoffice-Mitarbeiter als Investmentbanker, nur um Frauen anzubaggern.

Ich gehe nicht davon aus, dass meine Unterscheidungen Ihnen viel weitergeholfen haben. Schwache Kommunikationsfähigkeiten haben dazu geführt, dass ich selbst im Recruitment gelandet bin. Letztlich sollten Sie nur eine Sache beachten: Wenn Sie ein Headhunter oder Recruiter anruft, der nicht Fred Bayer heißt, dann legen Sie auf.

Bei Fred Bayr handelt es sich um eine Pseudonym für einen Recruiter in den Finanzdienstleistungen, der in der Londoner City arbeitet.

Kommentare (1)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier