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Warum die Leasing-Branche gegen die Krise immun ist!

Die FInanzkrise hat schon tausende Banker den Job gekostet. Doch eine Branche scheint bislang dagegen immun zu sein: die Leasingbranche. Tatsächlich werden Mitarbeiter im Vertrieb weiter gesucht.

“Die Deutsche Leasing hat im vergangenen Geschäftsjahr 139 Arbeitsplätze geschaffen und keinen einzigen Mitarbeiter entlassen”, sagt der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Leasing, Hans-Michael Heitmüller. Als Sparkassen-Tochter kann sich die Gesellschaft direkt über die staatlichen Banken finanzieren.

In Zukunft will die Leasinggesellschaft, die rund 1.900 Mitarbeiter beschäftigt, zwar weniger zusätzliche Jobs schaffen. Aber wenn “Know-how zu einem Produktportfolio fehlt, werden wir vereinzelt gezielte Neueinstellungen vornehmen”, so Heitmüller weiter.

Die Deutsche Leasing steht damit stellvertretend für eine Branche, die sich in Zeiten der allgemeinen Wirtschaftskrise bisher als verlässlicher Arbeitgeber erweist. Entlassungen sind bei den Großen der Branche bisher selten, bei vielen Unternehmen werden nach wie vor neue Mitarbeiter eingestellt – wenn auch nur wenige.

Tatsächlich ist der Leasing-Arbeitsmarkt relativ klein. Die rund 200 Unternehmen, die vom Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) vertreten werden, beschäftigen zusammen knapp 14.000 Mitarbeiter. Dazu kommen rund 9.000 Beschäftigte bei Autobanken, die aber nicht nur im Leasingbereich arbeiten.

Momentan stagniert dieser Markt. “Stellenabbau und Stellenaufbau sind in etwa gleich hoch und heben sich gegenseitig auf”, sagt Friedhelm Westebbe, Hauptgeschäftsführer des BDL. Er erwartet nicht, dass sich an dieser Stagnation zeitnah etwas ändert. “Leasing ist ein Langzeitgeschäft. Wenn jetzt Personal gekürzt wird, fehlen die Kräfte, wenn es wieder aufwärts geht.” Gleichzeitig möchte Westebbe aber auch keinen übertriebenen Optimismus verbreiten: Man könne zurzeit auch keine Einstellungswelle verantworten.

Relativ stabil ist der Beschäftigungsstand am ehesten dort, wo die Unternehmen eine Bank im Rücken haben, die bei der Refinanzierung hilft. Das gilt beispielsweise für die VW Financial Services, deren Tochter Volkswagen Leasing direkt mit der Volkswagen Bank zusammenarbeitet.

Hier ist laut Pressesprecher Dietmar Kupisch kein Stellenabbau geplant. Vielmehr habe sich das Unternehmen bei der Anzahl der Neuverträge sogar auf Vorjahresniveau halten können.

Die besten Chancen für Mitarbeiter auf Jobsuche bieten sich zurzeit im Vertrieb. “In den vergangenen Jahren hatten wir einen besonderen Engpass an Vertriebsmitarbeitern, die werden auch weiterhin gesucht”, sagt BDL-Geschäftsführer Westebbe.

Deutsche Leasing-Chef Heitmüller sucht nicht nach einer speziellen Berufsgruppe: “Wir haben in unseren Teams Kfz-Mechaniker ebenso wie Diplom-Mathematiker, Agrarwissenschaftler oder Betriebswirte.” Wichtig sei, dass die Bewerber Fachwissen mitbringen

Als klassische Ausbildung für das Management der Leasinggesellschaften gilt der Bankkaufmann oder ein BWL-Studium. An einigen Universitäten wie zum Beispiel in Köln können BWL-Studenten sich auf das Fach Leasing spezialisieren. Das Einstiegsgehalt der Absolventen beträgt nach Angaben der Gehaltsdatenbank Personalmarkt bis zu 48.000 Euro brutto im Jahr. Vertriebsmitarbeiter verdienen im Schnitt 63.000 Euro.

Das Jahr 2010 sehen die Firmenchefs als Bewährungsprobe. Deutsche Leasing-Chef Heitmüller erwartet Unsicherheiten, die “durch zahlreiche Insolvenzen, Ausfälle und auch Wertverluste” entstehen könnten.

Der Geschäftsführer des Verbandes der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementunternehmen, Michael Velte, sieht besonders im Autoleasing die kleinen Gesellschaften gefährdet. Trotzdem gelte auch hier meist die Parole, den Bestand an Mitarbeitern zumindest zu halten.

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