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Bank zu verschenken: BayernLB will österreichische Minus-Tochter loswerden

Die angeschlagene Landesbank BayernLB will ihre österreichische Krisentochter Hypo Group Alpe Adria (HGAA) an die Alpenrepublik abgeben – für null Euro. Die geplante Kapitalerhöhung von mindestens 1,5 Mrd. Euro müsste Österreich dann alleine finanzieren.

Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) sagte, die Landesbank habe “ein substanzielles Angebot zur Rettung der Hypo Group Alpe Adria” vorgelegt. “Jetzt sei die Republik Österreich am Zug.

In Österreich hält man von diesem Plan verständlicherweise nicht viel. “Wir erinnern die BayernLB daran, dass sie knapp 70 Prozent der Hypo-Alpe-Anteile hält”, sagte ein Sprecher des Wiener Finanzministeriums. Die HGAA Alpe sei immer noch ein Tochterinstitut der BayernLB, die Münchener trügen deshalb die Verantwortung. So einfach lasse sich eine Bank nicht verschenken.

Mit dem Ausstieg bei der HGAA würde die BayernLB die unter Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber forcierte Auslandsexpansion beerdigen und müsste Milliardeninvestitionen abschreiben.

Zugleich benötigt die HGAA bis Jahresende noch frisches Kapital. Die BayernLB will aber nicht – schließlich müssten dann quasi die Steuerzahler in Bayern einspringen. Die bayerische Staatsregierung will verhindern, dass Geld nach Österreich abfließt. Da die HGAA “systemrelevant” sei, müsse die Alpenrepublik einspringen.

Österreich signalisierte einem Zeitungsbericht zufolge am Donnerstag erstmals Kompromissbereitschaft. “Wir lassen die Kärntner Sparerinnen und Sparer nicht im Stich”, sagte Österreichs Finanzminister Josef Pröll. Er erwarte aber, dass auch die Eigentümer der Bank ihren Verpflichtungen nachkommen. Dann sei auch eine staatliche Unterstützung möglich.

Im österreichischen Finanzministerium sprach man am Donnerstag von einem “Nervenkrieg” um die HGAA. Eine Lösung sei noch nicht erreicht; es wird für die nächsten Tage damit gerechnet. Heute findet die Hauptversammlung des österreichischen Instituts statt.

Die Zeit drängt. Bei der HGAA besteht die Sorge, dass internationale Anleger der angeschlagenen Bank schon in wenigen Tagen den Rücken zukehren könnten und in großem Stil Kapital abziehen. Das würde die Probleme der Hypo Alpe noch einmal verschärfen.

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