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…und der nächste Skandal bei der BayernLB: Ex-Risikovorstand Gribkowsky verhaftet

Falls die Vorwürfe der Münchner Staatsanwaltschaft zutreffen sollten, dann muss der ehemalige Risikovorstand der BayernLB Gerhard Gribkowsky Nadelstreifen gegen Häftlingskleidung eintauschen. So wurde der Spitzenbanker am heutigen Mittwoch (5. Dezember) aufgrund “dringenden Tatverdachts” in seinem Domizil im Münchner Vorort Grünwald verhaftet.

Den Vorwürfen zufolge soll Gribkowsky für den Verkauf von Anteilen der BayernLB an der Formel 1 heimlich 50 Mio. US-Dollar kassiert und in der Salzburger Stiftung “Sonnenschein” deponiert haben. Diese Zuwendungen seien als Beraterhonorar getarnt worden. Konkret wird Gribkowsky Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen.

Laut der Süddeutschen Zeitung besteht der Verdacht, dass der Manager die Anteile unter Wert verkauft habe und dabei ein Schmiergeld in mehreren Tranchen erhalten habe, was den Tatbestand der Untreue gegenüber der BayernLB erfüllen könnte.

2007 wurde die Summe in einer österreichischen Stiftung angelegt und dort auch kostenschonend versteuert. Da Gribkowsky jedoch in Grünwald bei München lebt, hätte die Summe in Deutschland mit einem Steuersatz von über 40 Prozent versteuert werden müssen, womit der Banker den Fiskus um mehrere Mio. Euro geprellt hätte.

Die Anteile an der Formel 1 waren im Zuge der Pleite des Medienunternehmers Leo Kirch in die Hände der BayernLB gelangt. Die Landesbank hatte dem bayrischen Unternehmer einen Milliardenkredit verschafft, der mit den Formel 1-Anteilen besichert war. Gribkowsky oblag bei der BayernLB der Verkauf der Anteile, um einen möglichtst hohen Betrag der vergebenen Gelder wieder zurückzuerhalten.

Laut der Süddeuschen Zeitung handelt es sich bei den 50 Mio. Dollar um die größte Summe, die jemals ein deutscher Manager aus “fragwürdigen, wenn nicht gar kriminellen Geschäften” eingenommen hätte. Falls sich die Vorwürfe erhärten sollten, könnte dem promovierten Juristen eine Haftstrafe von fünf bis zehn Jahren drohen.

Die Affäre Gribkowsky reiht sich damit in eine schier endlose Reihe von Skandalen bei der BayernLB ein. So hatte die strauchelnde Landesbank bei der Übernahme der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank innerhalb weniger Monate Verluste in Milliardenhöhe verkraften müssen.

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