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In Großbritannien eine Selbstverständlichkeit: Bankenverband macht Front gegen Beratungsregister

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) wendet sich scharf gegen eine zentrale Registrierung aller in der Finanzberatung tätigen Mitarbeiter bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), wie es eine Novelle des Wertpapierhandelsgesetzes vorsieht.

“Wir brauchen kein datenschutzrechtlich zweifelhaftes Beraterregister und aufgeblähte Bürokratie”, wetterte der stellvertretende BdB-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Massenberg am heutigen Montag (1. November). Dies würde bundesweit rund 300.000 Bankmitarbeiter betreffen. Überdies kritisierte Massenberg auch die Erfassung der Kundenbeschwerden seitens der BaFin.

“Offenkundig schwere Beratungsfehler oder auffällige Häufigkeiten bei Beschwerden werden wir in Zukunft der BaFin sofort direkt melden,” ergänzte Massenberg. “Ein flächendeckendes Register brauchen wir dafür nicht, damit würde über das Ziel hinausgeschossen.”

Wer in Großbritannien nicht bei der FSA registriert ist, darf viele Berufe nicht ausüben

Die Bundesregierung will mit ihrer Initiative die Qualität der Anlageberatung stärken. So ist es schon heute in vielen anderen Finanzmärkten wie in Großbritannien selbstverständlich, dass sich bestimmte Berufsgruppen in den Finanzdienstleistungen zentral bei der nationalen Aufsichtsbehörde FSA registrieren lassen müssen, um überhaupt in England tätig werden zu dürfen. Um eine solche Registrierung zu erhalten, müssen die persönliche Eignung sowie Qualifikationen nachgewiesen werden.

Entsprechende Regelungen existieren in Deutschland derzeit nicht. Da es in der Vergangenheit oftmals Beschwerden über die schlechte Anlageberatung in Deutschland gab, versucht die Bundesregierung nachzuziehen und in der Analgeberatung eine Registrierung wie in Großbritannien zu schaffen.

Ausgerechnet geschlossene Fonds und Strukturvertriebe sollen nicht von der BaFin beaufsichtigt werden

Unverständlich sei eine Verschonung des grauen Kapitalmarkts von der BaFin-Aufsicht. Laut dem Gesetzentwurf würden geschlossene Fonds – wie Immobilien- oder Schiffsfonds künftig nicht von der BaFin – sondern von lokalen Gewerbeaufsichtsämtern kontrolliert werden, die kaum für eine derartige Aufgabe gerüstet sein dürfen. Ähnliches gilt laut Angaben des BdB für die Strukturvertriebe, die nicht einer Kontrolle durch das Wertpapierhandelsgesetz unterlägen.

“Wir haben mit der BaFin eine qualifizierte Aufsicht für den Finanzmarkt in Deutschland. Diese sollte grundsätzlich für alle Finanzmarktakteure zuständig sein, um gleiche Wettbewerbsverhältnisse und Schutzstandards zu gewährleisten”, forderte Massenberg.

Dennoch unterstützt der BdB die Bemühungen des Bundesregierung die Beratungsqualität zu steigern. “Nur zufriedene Kunden bleiben Kunden, die Qualität der Anlageberatung ist daher Grundlage für eine vertrauensvolle Beziehung des Kunden zu seiner Bank. Doch alle diese Ziele lassen sich mit weit weniger einschneidenden Mitteln als bislang vorgesehen erreichten”, sagt Massenberg.

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