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Das kleine Horrorranking: Welche deutsche Bank im ersten Quartal die meisten Mitarbeiter gefeuert hat

Für die meisten Banken in Deutschland ist die Krise abgehakt und die Gewinne sprudeln wieder wie vor dem Lehman-Abgang. Dennoch kennen die wichtigsten deutschen Banken bei den Mitarbeitern kein Pardon und streichen auch weiterhin kräftig Stellen.

eFinancialCareers.de hat die Zwischenberichte für das erste Quartal durchgeblättert, um den unrühmlichen König des Stellenstreichens zu küren. Leider weisen einige Banken – wie so manche Landesbank – keine Mitarbeiterzahlen in ihren Quartalsberichten aus oder brachten es bis dato nicht fertig, Geschäftszahlen für die ersten drei Monate des Jahres vorzuglegen.

Wo man hinblickt, nur schwarze Zahlen

Obgleich die Erträge zu Jahresbeginn im besonders einträglichen Investmentbanking branchenweit eingebrochen sind, konnten alle beteiligten Institute mit Gewinnen glänzen. Den höchsten Vorsteuergewinn strich mit 2,13 Mrd. Euro abermals die Deutsche Bank ein.

Allerdings konnte die Commerzbank Boden gutmachen und generierte einen Vorsteuergewinn von 1,14 Mrd. Euro, was gut die Hälfte des deutschen Branchenprimus ausmacht. Doch auch bei der Hypo Vereinsbank (HVB) klingelte es laut in der Kasse. Mit einem Vorsteuergewinn von 995 Mio. Euro verfehlten die Münchner nur knapp die Milliardenmarke. Insgesamt summieren sich allein die Gewinne der sechs ausgewiesenen Institute auf fast 4,6 Mrd. Euro.

Quelle: Geschäftsberichte

Bei der Mitarbeiterzahl hängt die Deutsche Bank die Konkurrenz ab

Durch die Übernahme der Postbank wuchs die Beschäftigtenzahl der Deutschen Bank sei Ende vergangenen Jahres schlagartig um gut 20.000 und durchbrach erstmals die 100.000 Mitarbeitermarke. Dagegen ist die Commerzbank längst unter die 60.000 Mitarbeitermarke abgefallen, und die HVB beschäftigt nicht einmal ein Fünftel der Mitarbeiter der Deutschen Bank. Wie Gulliver ist der deutsche Branchenprimus auf seinem Heimatmarkt von Zwergen umzingelt.

Quelle: Geschäftsberichte

Der Commerzbank gebührt die Krone

In der Disziplin Stellenabbau macht indes der Commerzbank keiner etwas vor. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres fielen 466 Stellen weg, binnen zwölf Monaten wurden sogar 2635 Stellen gestrichen. Dies ist kaum verwunderlich, schließlich hat das krisengeschüttelte Institut längst angekündigt, bis Ende 2012 9000 Stellen kappen zu wollen.

Viel interessanterweise ist hingegen, wer auf dem zweiten Platz unseres kleinen Horrorrankings landet. Erstaunlicherweise findet sich dort die HVB, wo allein im ersten Quartal mit 378 fast so ebenso viele Stellen wie bei der Commerzbank wegfielen und auch im Jahresvergleich wurden 1168 abgebaut. Insgesamt wurden bei den sechs genannten Instituten 4549 Stellen gestrichen.

Dass es auch anders geht, belegt HSBC Trinkaus aus Düsseldorf. Die Rheinländer mit britischer Muttergesellschaft schufen innerhalb eines Jahres immerhin 217 neue Stellen und verstärkten sich somit um fast 10 Prozent.

Quelle: Geschäftsberichte

Quelle: Geschäftsberichte

Auch erfolgreiche Institute greifen zum Rotstift

Unser kleines Horrorbanking belegt ein weiteres Mal, dass es in der Welt des Bankings ungerecht zugeht. Denn nicht nur kriselnde Institute wie Commerzbank und BayernLB ließen den Rotstift kreisen, sondern auch überaus erfolgreiche wie die HVB. So belief sich der Vorsteuergewinn pro Kopf bei den Münchnern im ersten Quartal auf stolze 53.000 Euro, womit die HVB sogar die Deutsche Bank mit vergleichsweise mageren 21.000 Euro deklassierte.

Quelle: Geschäftsberichte

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