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Deutsche Manager fleißiger als Amerikaner

“Hab ich’s doch gewusst”, wird sich manch eine deutsche Führungskraft angesichts der Ergebnisse der aktuellen Studie der “Work-Life-Balance”-Studie der Managementberatung Kienbaum in Kooperation mit dem Harvard Businessmanager denken. Die Studie, bei der 142 deutsche Führungskräfte zu ihrer aktuellen Arbeitssituation befragt wurden, zeigt: Deutsche Top-Manager arbeiten mehr als Ihre Kollegen in den USA.

Vier Fünftel der deutschen Top-Führungskräfte arbeiten mehr als 50 Stunden pro Woche. Die Hälfte der Manager mit einem Jahresgehalt von mehr als 200.000 € hat sogar eine 60-70-Stunden-Woche. Damit arbeiten diese deutschen Führungskräfte im Schnitt länger als ihre US-amerikanischen Kollegen, bei denen laut einer vergleichbaren US-Studie 35% länger als 60 Stunden arbeiten.

Nahezu alle deutschen Befragten arbeiten auch am Wochenende. Etwa ein Drittel der Top-Manager befassen sich gar zwischen zehn und 20 Stunden an Samstagen und Sonntagen mit ihrem Job.

Top-Manager sind Extremjobber

“In Deutschland wie in den USA hat sich ein neuer Manager-Typus herausgebildet: der Extremjobber”, erklärt Jochen Kienbaum, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kienbaum Consultants International. Als Extremjobber werden Manager mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 60 Stunden, einem sehr guten Verdienst, hohem Maß an Verantwortung und häufigen berufsbedingten Reisen bezeichnet. Ein Drittel der befragten Top-Manager gab an, mehr als zweimal pro Woche geschäftlich zu reisen, bei den Besserverdienenden sind es sogar 42%.

Trotz Anerkennung, intellektueller Herausforderung und einem gut gefüllten Bankkonto birgt das Extremjobben nicht zu unterschätzende Gefahren. Rund die Hälfte der deutschen Top-Manager ist sich bewusst, zu wenig Zeit mit dem Partner zu verbringen. 75% geben zu, sich zu wenig zu bewegen. Zwei Drittel der Befragten streben an, ihren Job höchstens noch fünf Jahre unter derzeitigen Bedingungen zu machen. Bei den Besserverdienenden sind es rund drei Viertel.

“Um der Belastung im Berufsleben standzuhalten, sollten Extremjobber von der Personalabteilung intensiv dabei unterstützt werden, ihre Work-Life-Balance zu managen. Das Setzen von realistischen Zielen und eine dauerhafte Kontrolle, ob die angestrebten Ziele erreicht wurden, sollten hierbei oberste Priorität haben. Ein konsequenter Ausgleich zwischen Berufs- und Privatleben sollte sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber von hohem Interesse sein. Allerdings ist das Phänomen Extremjobbing in den Personalabteilungen noch nicht wirklich angekommen, Konzepte stecken vielerorts noch in den Kinderschuhen”, so Kienbaum.

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