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Bonus für Banker bei der Deutschen Bank einklagbar? (Teil 1)

Mehrere tausend Mitarbeiter der Deutschen Bank haben nach Ansicht eines Stuttgarter Rechtsanwalts die Chance, von ihrem Arbeitgeber beträchtliche Boni-Nachzahlungen über mehrere Jahre zu erhalten.

Können Banker der Deutschen Bank per Klage ihren Bonus erhöhen? Die Wirtschaftskanzlei Dr. Käser hat fünf diesbezügliche Arbeitsgerichtsverfahren gegen die Deutsche Bank gewonnen, zwei entsprechende Gerichtsurteile sind bereits in der zweiten Instanz rechtskräftig.

“Während der Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann 2006 allein 8,14 Mio. € an Tantiemen kassierte, wurden für einen Großteil der betroffenen Mitarbeiter die Jahresboni willkürlich gekürzt”, meint Dr. Hans-Martin Käser. Dem Rechtsanwalt geht es weniger um die Kürzung an sich, sondern um die Willkür im 2003 geänderten Bonusssystem der Deutschen Bank. “Das neue Bonussystem ist geeignet und wird dazu verwendet, die Boni willkürlich und nach Gutsherrenart festzusetzen”, stellt er fest.

Zwar würde auch die neue Betriebsvereinbarung vorsehen, dass der Bonus des Mitarbeiters vom geschäftlichen Erfolg der Bank und der persönlichen Leistung des Einzelnen abhängig ist, doch würden dazu keine konkreten Faktoren genannt.

“Für unseren Mandanten haben wir in drei Jahren alle fünf Prozesse gegen die Deutsche Bank gewonnen und erreicht, dass seine Boni-Zahlungen teilweise verdoppelt wurden”, berichtet Dr. Käser. Die Argumentation der Gerichte war, dass der Mitarbeiter grundsätzlich einen Anspruch darauf hat zu erfahren, wie sein Bonus ermittelt wird. Dies habe die Deutsche Bank jedoch nicht darlegen können. Daher sei offen, ob die Bank die Bonushöhe willkürlich bestimmt oder ob sie Informationen, insbesondere über die Festlegung bestimmter Bonuspools, zurückhalten will.

Die Folge: Aufgrund der “Beweisvereitelung” haben die Richter den Mitarbeiter so gestellt, als ob er seine Ziele erreicht hat.

Lesen Sie im zweiten Teil, was die Deutsche Bank dazu sagt und ob Sie jetzt wirklich klagen sollten.

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