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Banker mit Akquisitionstalent gesucht

UHNWI – das neue Zauberwort im Private Banking am Finanzplatz Luxemburg bedeutet Ultra High Net Worth Individuals und meint Privatpersonen mit einem Anlagevermögen von über 30 Mio. Euro. Überzeugungsfähige Banker sollen diese begehrten Kunden nach Luxemburg lotsen.

“Hallo, bin Private Banker in der ältesten Bank in Luxemburg, Beratung ab 1 Mio. Euro. Falls interessiert bitte melden zwecks Terminvereinbarung”.

Dieser wenig Erfolg versprechende Akquisitionsversuch wurde jüngst in einem deutschen Internet-Forum zum Thema Offshore-Banking eingestellt. Ob dieser Eintrag Erfolg hatte und der Luxemburger Banker damit tatsächlich Neugeschäft für seine Bank gewinnen konnte, ist nicht bekannt.

Bekannt dagegen ist, dass die Luxemburger Banken traditionell stark im Geschäft mit der Verwaltung von Vermögen von Privatkunden sind. Nach zuletzt etwas schwächeren Jahren im Private Banking zieht das Geschäft mit den vermögenden Kunden derzeit wieder an. Dies führt in der Folge zu einer steigenden Nachfrage nach Private Bankern.

“Meine Kunden suchen charismatische, reife Berater-Persönlichkeiten”, beschreibt Theresa Hoffman, Gründerin und Geschäftsführerin der Bitburger Personalberatung Job X-Change International, die Wünsche der Luxemburger Finanzhäuser.

Besonders gefragt sind Senior Private Banker mit ausreichender Berufserfahrung im Segment der Vermögensberatung der Superreichen. “Lange Jahre waren die so genannten High Net Worth Individuals’ die Créme de la Créme der Kundschaft. Inzwischen exisitiert oberhalb davon das Segment der Ultra High Net Worth Individuals'”, so Hoffman.

Während man schon als “einfacher” Euro-Millionär zum Kreis der High Net Worth Individuals zählt, beginnt das verfügbare Anlagevermögen der Ultra High Net Worth Individuals bei 30 Mio. Euro. In Deutschland gibt es derzeit Schätzungen zufolge rund 760.000 HNWIs und 3.700 UHNWIs.

Neue Kunden braucht das Ländchen

Auf diese deutsche Klientel haben es viele Luxemburger Finanzhäuser abgesehen. Damit diese ultra-reichen Kunden ihre Vermögen auch den Bankern in Luxemburg überlassen, ist eine Fähigkeit bei Bankern besonders gefragt: Akquisitionsvermögen. Denn vor der Vermögensplanung und -optimierung steht zunächst die Aufgabe an, die Kunden von den Vorteilen des Private Bankings des eigenen Arbeitgebers zu überzeugen.

Der eingangs gezeigte Weg über Einträge in einschlägigen Internetforen dürfte dazu jedoch wohl kaum das Patentrezept darstellen.

So verwundert es nicht, dass neben dem klassischen Private Banker insbesondere so genannte “Business Development Manager” gesucht werden. “Der Business Development Manager arbeitet eng mit dem eigentlichen Kundenberater zusammen. Seine Aufgabe ist es, potenzielle Neukunden für die Private Banking-Teams der Bank zu gewinnen”, erklärt die Headhunterin Hoffman das Berufsbild.

Der Business Development Manager baut dazu ein Netzwerk potenzieller Kunden und Multiplikatoren auf und pflegt dieses. Das Ziel: Die eigene Bank als begehrten und kompetenten Geschäftspartner im Bereich Private Banking zu positionieren. Dazu brauchen die Geschäftsentwickler ein hohes Maß an Kultiviertheit, Kunden- und Ergebnisorientierung, analytischem Denken, Diskretion und vor allem Überzeugungskraft.

Auch die Personalberatung Robert Walters beobachtet diesen Trend in Luxemburg: “Im Bereich des Private Banking sehen wir derzeit die größte Nachfrage nach Business Development-Experten. Dies resultiert aus der geplanten Ausweitung der Kundenbasis im Bereich der High Net Worth Individuals.”

Neben Hoffmans Job-X-Change International suchen derzeit auch andere Recruiter insbesondere deutschsprachige Private Banker, die in Deutschland die vermögenden Privatkunden anwerben sollen, darunter die Frankfurter Personalberatung MZ Consulting oder britische die Huxley Associates Limited. Auch die Banque LBLux, ein Tochterunternehmen der Bayerischen Landesbank und der Landesbank Hessen-Thüringen, oder die Luxemburger Niederlassung der Bank Sal. Oppenheim suchen derzeit Personal in diesem Bereich.

Bis zu 150.000 Euro Festgehalt

Laut Robert Walters “Salary Survey 2006” verdient ein Senior Private Banker mit einer Berufserfahrung zwischen 10 und 15 Jahren in Luxemburg jährlich durchschnittlich 80.000 bis 100.000 Euro. Huxley gibt die Gehälter für die gesuchten deutschsprachigen Banker derzeit mit 70.000 bis 120.000 Euro an. Bei einem noch größeren Erfahrungsschatz werden Robert Walters zufolge im Schnitt Jahresgehälter zwischen 90.000 und 150.000 Euro gezahlt.

Weniger erfahrene Banker mit einer Berufserfahrung im Private Banking zwischen 3 und 5 Jahren verdienen den Angaben zufolge 50.000 bis 75.000 Euro.

Theresa Hoffman weist noch eine Besonderheit im Luxemburger Gehaltssystem hin: Im Gegensatz beispielsweise zu Deutschland zahlen die Luxemburger Finanzhäuser grundsätzlich Festgehälter.

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