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Erreicht das Blutbad jetzt die Institutional Clients Group der Deutschen Bank?

Deutsche Bank fixed income layoffs

Es mehren sich die Anzeichen, dass Deutsche Bank-Chef John Cryan demnächst die Axt an den Mitarbeiterstamm der Institutional Clients Group (ICG) legt. Bislang ist der Geschäftsbereich, der festverzinsliche Produkte an institutionelle Kunden vertreibt, vom Kahlschlag weitgehend verschont geblieben. Doch der Konzern muss insgesamt 9000 Stellen abbauen, wie die Bank bei der Vorstellung ihrer Strategie 2020+ bereits im Oktober 2015 angekündigt hat. Damit scheint der ICG ein ähnliches Schicksal wie dem einst großen Fixed Income-Geschäft der UBS zu drohen.

Nach dem Großreinemachen im Aktiengeschäft in der vergangenen Woche rechnen Insider damit, dass demnächst Stellen im Sales von ICG abgebaut werden. Etwa 17 Prozent der Vertriebsmitarbeiter sollen ab kommender Woche gehen, was sich auf bis zu 200 Leute summiert.

Die Deutsche Bank wollte hierzu keine Stellungnahme abgeben. Falls sich die Gerüchte bewahrheiten sollten, dann würde die Deutsche Bank damit auf einen Ertragsrückgang im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren um 11 Prozent im abgelaufenen Jahr reagieren. Außerdem hat sich das Institut seit 2015 von der Hälfte seiner Kunden getrennt. Angeblich wird es vor allem die Generalisten unter dem Sales-Personal treffen. Nach einem neuen Business Modell würden Spezialisten bevorzugt, die 75 bis 80 Prozent ihrer Vertriebsleistung mit einem bestimmten Produkt erzielen. „Dabei handelt es sich um einen Fehler“, warnt ein Sales-Mitarbeiter. „Einige der Generalisten generieren riesige Erträge.“

Doch laut einigen Headhuntern ist der Schritt mehr als überfällig. Bislang sei die Deutsche Bank den Personalabbau in ihrem Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren zu zögerlich angegangen. Als Folge davon weise sie jetzt einen Personalüberhang auf. Weiter gebe es Klagen darüber, dass das Sales-Personal in den Vergangenheit zu viel Macht angesammelt habe. „Das alte Geschäftsmodell der Deutschen Bank bestand darin, eine Menge Liquidität bereitzustellen“, erzählt ein Headhunter. „Die Vertriebsleute der Deutschen Bank konnten Kunden gewinnen, weil sie ihnen Liquidität zur Verfügung stellen konnten und die Deutsche Bank konnte ganz groß mitspielen. Unter dem neuen Geschäftsmodell hat die Deutsche Bank ihre Sales-Mitarbeiter gezügelt und stellt ihnen keine Liquidität zur Verfügung, sofern die Bank damit kein Geld verdient. Und genau so sollte es sein.“

Der Mann hinter dem neuen Geschäftsmodell und Initiator des anstehenden Großreinemachens dürfte Sam Wisnia sein, den die Deutsche Bank 2014 von Goldman Sachs abgeworben hat. Wisnia implementiert eine neue Plattform zur Analyse und Preisfindung von Risiken ähnlich SecDB von Goldman Sachs. Cryan hat die Plattform während der Analystenkonferenz zum vierten Quartal lobend erwähnt. Sie erlaube es der Bank, „unglaublich effizienter“ zu wirtschaften und sei ein „großer Kostensparer“.

Noch ist unklar, wie es mit dem ICG-Chef Dixit Joshi weitergehen wird. Gerüchten zufolge soll er einen Posten im Treasury übernehmen.

Doch nicht alle sind vom neuen Kurs der Deutschen Bank unter Wisnia im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren begeistert, vor allem weil die Bank vom Aufschwung im Fixed Income Sales & Trading im vergangenen Jahr nicht profitieren konnte. Ein Teil davon geht wohl auf die Unsicherheiten rund um die drohende Milliardenbuße in den USA zurück. „Unter Wisnias Geschäftsmodell werden die Sales-Mitarbeiter innerhalb der Deutschen Bank marginalisiert“, meint ein Headhunter. „Das stellt ein Problem für eine Bank dar, die sich selbst als kundenorientierter Market Maker positioniert.“

 

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