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Der ultimative Ratgeber zum Einstieg ins Corporate Banking

Corporate Banking

Foto: Getty Images

Rosige Zeiten herrschten bis 2015 im deutschen Corporate Banking. Vor allem Auslandsbanken wie BNP Paribas, Société Générale und HSBC Trinkaus haben den Mittelstand als lukrative Kundengruppe entdeckt. Ähnliches gilt für Santander und ING Diba. Auch wenn die Nachfrage seither ein wenig nachgelassen hat, zählt die Sparte immer noch zu den attraktivsten im deutschen Bankgeschäft.

„Unsere Wachtsumsambitionen in diesem Bereich sind weiterhin sehr positiv, was sich auch aktuell an der Zahl unserer Stellenausschreibungen ablesen lässt”, versichert Frank Glaser, Senior Recruiting Manager für das Corporate & Institutional Banking der BNP Paribas Deutschland. „Allerdings wird sich unsere Steigerungsrate im kommenden Jahr in einem sehr kompetitiven Marktumfeld sicherlich etwa abflachen.”

„Im Corporate Banking herrscht in Frankfurt eine niedrige Arbeitslosigkeit“, bestätigt unterdessen Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt. Die Berufschancen für jüngere Banker seien auch deshalb gut, weil einige Auslandsbanken kaum ausbilden und ihre Mitarbeiter den Wettbewerbern abjagen müssen.

Die klassischen Karrierewege

Dabei hat nur eine Minderheit der Firmenkundenbetreuer einschlägige Einstiegsprogramme absolviert. „Viele finden ihren Weg über die einzelnen Funktionsgebiete wie M&A, Leveraged Finance, Equity Capital Markets oder Debt Capital Markets ins Corporate Banking“, erzählt Headhunter Dirk Albütz von Fibance in Frankfurt, der entsprechende Positionen besetzt. „Je mehr Produkte ein Firmenkundenbetreuer kennt, umso besser.“ Schließlich gelte es den Kunden eine breite Produktpalette anzubieten. Daher empfiehlt er Studenten und jungen Bankern sich sukzessive die Kenntnisse über die unterschiedlichen Produktgruppen anzueignen.

Während z.B. Investmentbanker mit einigen Jahren Berufserfahrung der Wechsel zum Firmenkundenbetreuer im Corporate Banking leicht falle, gelte dies nicht für langjährige Mitarbeiter. „Diese Leute besitzen oft eine ,selektive Wahrnehmung‘“, kritisiert Albütz. „Sie haben eine unbewusste Vorliebe für die Produkte, die sie über viele Jahre betreut haben. Das ist aber nicht immer im Sinne des Kunden.“

Unterschied internationale und regionale Banken

Die Anforderungen an Firmenkundenbetreuer fallen laut Albütz seitens der international und regional orientierten Banken unterschiedlich aus. Während internationale und Großbanken von Firmenkundenbetreuern den Besuch erstklassiger Universitäten, Auslandserfahrung und sehr gute Praktika bzw. Berufserfahrung verlangen, genüge bei den Landesbanken oftmals schon ein Fachhochschulabschluss.

Dies führt der Headhunter auf die unterschiedlichen Zielgruppen zurück. „Die Groß- und Auslandsbanken zielen häufig nur auf Unternehmen aus DAX, MDAX und sehr große Mittelständler“, sagt Albütz. In den dortigen Corporate Finance- und Treasury- Abteilungen säßen seit Jahren immer häufiger hochqualifizierte Ex-Banker. „Die wollen dann mit jemanden auf ihrer Augenhöhe sprechen“, ergänzt Albütz. „Dagegen ist es für viele kleinere Mittelständler vollkommen in Ordnung, sich mit jemanden zu unterhalten, der lediglich einen Fachhochschulabschluss mitbringt.“ Darin bestehe auch ein Grund, wieso es schwer falle, später in der Karriere von z.B. einer Landesbank zu einer internationalen Bank zu wechseln.

Was Firmenkundenbetreuer verdienen

Den Ausbau ihres Mittelstandsgeschäfts haben sich etliche ausländische Banken in den zurückliegenden Jahren einiges kosten lassen. Ganz vorne mit dabei waren Auslandsbanken wie BNP Paribas und HSBC Trinkaus. Kein Wunder, dass sie bei der Bezahlung eher am oberen Ende der Nahrungskette rangieren. Laut Personalberater Andreas Krischke von Indigo Headhunters in Frankfurt lassen die Auslandsbanken für Firmenkundenbetreuer großer Mittelständler 110.000 bis 130.000 Euro springen. Hinzu kommt noch ein Bonus von 20.000 bis 50.000 Euro. An zweiter Stelle stehen die deutschen Geschäftsbanken mit 100.000 bis 130.000 Euro und einem Bonus von 20.000 bis 50.000 Euro. Vergleichsweise bescheiden zahlen die Landesbanken mit 90.000 bis 120.000 Euro und einem Bonus von 10.000 bis 20.000 Euro.

Traineeprogramme und Direkteinstieg

BNP Paribas entwickelt gerade ein Traineeprogramm für ihr Corporate Baning. „Aktuell geht einem Direkteinstieg für Junior-Positionen im Firmenkundenbereich meist ein mehrmonatiges Praktikum voraus”, erzählt Glaser. „Während dieser Zeit bekommen die Absolventen einen intensiven Einblick und können bereits bei ersten Teilprojekten unterstützen.”

Welche Studienschwerpunkte erwünscht sind

Ein wirtschaftswissenschaftliches Studium stellt heute für eine Karriere im Corporate Banking geradezu eine Pflicht dar. Die Zeiten, als eine Banklehre ausreichte, scheinen zumindest für größere Kunden endgültig passé zu sein. „Grundsätzlich haben weiterhin Studenten und Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge eine besondere, weil breit aufgestellte Eignung für Berufe im Bereich der Finanzdienstleistungen. Aber auch Naturwissenschaftler schätzen wir aufgrund ihrer fundierten analytischen Fähigkeiten als Bewerber”, sagt Glaser.

Julia Knobbe, Programmdirektorin des Masters of Finance der Frankfurt School of Finance & Management empfiehlt einschlägige Vertiefungsfächer zu belegen. So würde der Kurs „Derivatives für corporate finance“ z.B. Grundkenntnisse über die für Unternehmen relevanten Derivate vermitteln wie z.B. zur Absicherung des Währungsrisikos. In „Equity Finance“ und „Debt Finance“ würden die Studenten erfahren, wie sich Unternehmen über Aktien bzw. Anleihen Eigen- und Fremdkapital beschaffen könnten. Darüber hinaus empfiehlt Knobbe den Grundlagenkurs „Financial Markets & Institutions“, um ein Verständnis für die Finanzmärkte und ihre Akteure zu entwickeln.

Die besten Unis für ein Einstieg ins Corporate Banking in Deutschland

Oft verfügen Arbeitgeber über sogenannte „Zieluniversitäten”, von denen sie bevorzugt einstellen. Leider werden diese selten offiziell genannt. Allerdings lassen sich die Zielunis daran ablesen, welche Campus Veranstaltungen ein Arbeitgeber besucht. Glaser von der BNP Paribas verrät zumindest so viel: „Gute Erfahrungen haben wir beispielsweise mit Kandidaten der Universitäten in Mannheim und Frankfurt gesammelt. Auch Bewerber von der Frankfurt School of Finance & Management bringen sehr gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start bei BNP Paribas mit.” Neben ausgezeichneten Noten müssten „Cultural Fit” und Motivation stimmen.


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