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Deklassiert die Deutschen Bank Credit Suisse und UBS?

Diese Woche der Quartalssaison stand im Banne der drei Großbanken aus Deutschland und der Schweiz. Dabei weisen die Geschäftsmodelle der drei Branchenriesen durchaus Ähnlichkeiten auf. Alle drei Institute verbinden das traditionelle ebenso etrags- wie risikoreiche Investmentbanking mit dem defensiveren Privatkundengeschäft. Bei UBS und Credit Suisse steht das Wealth Management und bei der Deutschen Bank das Retailgeschäft im Vordergrund.

Dabei schnitten die drei Rivalen im zweiten Quartal recht unterschiedlich ab. So erzielte die Deutsche Bank mit einem Vorsteuergewinn von rund 1,8 Mrd. Euro das eindeutig beste Ergebnis.

Ein Hauptproblem für das schwache Abschneiden der Schweizer Institute scheint in ihrer drückenden Kostenlast zu bestehen. So belief sich die Cost-Income-Ratio bei der UBS auf 77,1 und bei der Credit Suisse auf sogar 82,6 Prozent. Dagegen fällt die Cost-Income-Ratio bei der Deutschen Bank mit 73,7 Prozent vergleichsweise moderat aus.

Entsprechend haben die eidgenössischen Platzhirsche auch einschneidende Kostensenkungsprogramme angekündigt. So will die Credit Suisse 1 Mrd. Franken sparen und 2000 Stellen streichen, wovon 500 auf die Schweiz entfallen. Die UBS möchte sogar 1,5 bis 2 Mrd. Franken einsparen, scheute sich bisher indes, die Zahl der betroffenen Stellen zu beziffern.

1. Gesamtbank

Vorsteuergewinn:

Deutsche Bank: 1,778 Mrd. Euro (2 Mrd. Franken)

UBS: 1,654 Mrd. Franken (1,44 Mrd. Euro)

Credit Suisse: 1,086 Mrd. Franken (926 Mio. Euro)

Vorsteuergewinn pro Kopf:

Deutsche Bank: 17.484 Euro (20.000 Franken)

UBS: 25.172 Franken (21.900 Euro)

Credit Suisse: 21.420 Franken (18.700 Euro)

Personalaufwand pro Kopf:

Deutsche Bank: 33.089 Euro (38.000 Franken)

UBS: 59.735 Franken (52.200 Euro)

Credit Suisse: 61.065 Franken (53.300 Euro)

Cost-Income-Ratio:

Deutsche Bank: 73,7 Prozent

UBS: 77,1 Prozent

Credit Suisse: 82,6 Prozent

2. Investmentbanking

Der Investmentbanking-Chef und designierte Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Anshu Jain deklassierte geradezu die Schweizer Konkurrenz. UBS und Credit erwirtschaften zusammen (!) kaum mehr als ein Drittel des Vorsteuergewinns der Deutschen Bank von knapp 1,3 Mrd. Euro.

Die Cost-Income-Ratio fällt entsprechend schlecht bei den Eidgenossen mit 86,1 Prozent bei der UBS und 91,3 Prozent bei der Credit Suisse aus. Obgleich die Schweizer Institute nicht näher erläutern wollten, wo der Kahlschlag beim Personal ansetzen wird, ist mit der miserablen Cost-Income-Ratio doch bereits eine Vorentscheidung gefallen. Das Gros des Stellenabbaus dürfte mithin auf das Investmentbanking entfallen.

Vorsteuergewinn:

Deutsche Bank: 1,275 Mrd. Euro (1,46 Mrd. Franken)

UBS: 376 Mio. Franken (328 Mio. Euro)

Credit Suisse: 231 Mio. Franken (202 Mio. Euro)

Vorsteuergewinn pro Kopf:

Deutsche Bank: 83.013 Euro (95.300 Franken)

UBS: 21.152 Mio. Franken (18.500 Euro)

Credit Suisse: 10.845 Franken (9500 Euro)

Personalaufwand pro Kopf:

Deutsche Bank: 90.240 Euro (103.500 Franken)

UBS: 85.340 Franken (74.600 Euro)

Credit Suisse: 67.887 Franken (59.400 Euro)

Cost-Income-Ratio:

Deutsche Bank: 71 Prozent

UBS: 86,1 Prozent

Credit Suisse: 91,3 Prozent

3. Wealth Management

Der starke Schweizer Franken dürfte sich gerade im Wealth Management negativ auf die Ergebnisse auswirken. Denn während die Kundenvermögen und die damit verbundenen Erträge schwerpunktmäßig in schwachen Euro oder US-Dollar notieren, entfällt ein Hauptteil der Kosten auf starke Franken.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Geschäft mit den vermögenden Privatkunden gut geschlagen. So konnten UBS und Credit Suisse jeweils einen Vorsteuergewinn von gut 800 Mio. Franken generieren. Damit erweisen sich diese Geschäftsbereiche als Goldesel beider Institute. Mit einem Vorsteuergewinn von rund 100 Mio. Euro bleibt die Deutsche Bank auch nach der Übernahme von Sal. Oppenheim ein Branchenzwerg.

Vorsteuergewinn:

Deutsche Bank: 102 Mio. Euro (117 Mio. Franken)

UBS: 812 Mio. Franken (700 Mio. Euro)

Credit Suisse: 843 Mio. Franken (740 Mio. Euro)

Vorsteuergewinn pro Kopf:

Deutsche Bank: 33.304 Euro (38.200 Franken) (Asset Management & Wealth Management)

UBS: 25.100 Franken (21.900 Euro)

Credit Suisse: 32.802 Franken (28.700 Euro)

Personalaufwand pro Kopf:

Deutsche Bank: K.A.

UBS: 53.416 Franken (46.700 Euro)

Credit Suisse: 44.163 Franken (38.600 Euro)

Cost-Income-Ratio:

Deutsche Bank: 75 Prozent (Asset Management & Wealth Management)

UBS: 89 Prozent (Amerika) / 64 Prozent (Rest der Welt)

Credit Suisse: 69,9 Prozent

4. Asset Management

Obgleich das Asset Management-Geschäft ähnlich wie das Investmentbanking stark von der Entwicklung an den Kapitalmärkten abhängt, konnten sich sämtliche Institute in diesem Bereich wacker schlagen. Mit einem Pro-Kopf-Gewinn von 28.500 Franken bei der UBS und stolzen 72.000 Franken bei der Credit Suisse stellten die Asset Manager ihre Kollegen aus dem Investmentbanking in den Schatten.

Vorsteuergewinn:

Deutsche Bank: 124 Mio Euro (142 Mio. Franken)

UBS: 108 Mio. Franken (94 Mio. Euro)

Credit Suisse: 202 Mio. Franken (177 Mio. Euro)

Vorsteuergewinn pro Kopf:

Deutsche Bank: 33.304 Euro (38.200 Franken) (Asset Management & Wealth Management)

UBS: 28.504 Franken (24.800 Euro)

Credit Suisse: 72.142 Franken (63.000 Euro)

Personalaufwand pro Kopf:

Deutsche Bank: K.A.

UBS: 62.286 Franken (54.400 Euro)

Credit Suisse: 88.929 Franken (77.700 Euro)

Cost-Income-Ratio:

Deutsche Bank: 75 Prozent (Asset Management & Wealth Management)

UBS: 75,9 Prozent

Credit Suisse: 67,9 Prozent

5. Retailgeschäft

Im Retailgeschäft schnitt die Deutsche Bank mit einem Vorsteuergewinn von 458 Mio. Euro vordergründig am besten ab. Allerdings beschäftigt der Deutsche Branchenprimus allein in dieser Sparte mehr als 43.000 Mitarbeiter – die gesamte Credit Suisse zählt gerade einmal gut 50.000 Beschäftigte.

Dies schlägt sich auch im Vorsteuergewinn pro Kopf nieder, der bei der UBS mit umgerechnet rund 32.000 Euro rund dreimal so hoch wie bei der Deutschen Bank ausfiel.

Vorsteuergewinn:

Deutsche Bank: 458 Mio. Euro (525 Mio. Franken)

UBS: 421 Mio. Franken (368 Mio. Euro)

Credit Suisse: K.A.

Vorsteuergewinn pro Kopf:

Deutsche Bank: 10.556 Euro (12.000 Franken)

UBS: 36.337 Franken (32.000 Euro)

Credit Suisse: K.A.

Personalaufwand pro Kopf:

Deutsche Bank: K.A.

UBS: 35.992 Franken (31.400 Euro)

Credit Suisse: K.A.

Cost-Income-Ratio:

Deutsche Bank: 68 Prozent

UBS: 56,7 Prozent

Credit Suisse: K.A.

Fazit

Das kleine Länderspiel Deutschland – Schweiz in dieser Woche fiel somit unentschieden aus. Denn während die Deutsche Bank die beiden Schweizer Rivalen im Investmentbanking klar abhängte, hatten die Schweizer im Privatkundengeschäft dank des starken Wealth Managements klar die Nase vorn. Bleibt die Frage, ob sich Credit Suisse und UBS mit ihrer Zweitklassigkeit im Investmentbanking abfinden werden oder nicht. Davon wird schließlich auch abhängen, wie viele Stellen dort wegfallen werden.

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