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GASTBEITRAG: Elf Verhaltensweisen, die Sie durch jedes Vorstellungsgespräch bringen

How to succeed in a banking interview

In den vergangenen 17 Jahren habe ich bestimmt an 200 Vorstellungsgesprächen teilgenommen – sowohl als Interviewer als auch als Bewerber. Dabei konnte ich genau beobachten, mit welchen Verhaltensweisen Kandidaten in einem Jobinterview brillieren oder verlieren.

1. Atmen Sie durch

Die schlimmsten Vorstellungsgespräche sind diejenigen, in denen der Bewerber sehr nervös auftritt. Einige Kandidaten sind so durcheinander, dass sie nicht mehr vermitteln können, was sie überhaupt wollen. Der einfachste Weg damit umzugehen, besteht in einem tiefen Atemzug, bevor Sie den Raum betreten.

Anschließend sollten Sie ein gewinnendes Lächeln aufsetzen.

Präsentieren Sie sich als Gewinner. Es ist sehr wichtig, mit einer positiven Einstellung in ein Vorstellungsgespräch zu gehen.

2. Geben Sie sich professionell

Die Gesprächsführer wollen herausbekommen, ob Sie zum Unternehmen passen. Sie wollen sicher keine Verantwortung dafür übernehmen, einen unhöflichen und unprofessionellen Mitarbeiter eingestellt zu haben. Daher besteht die erste Maßnahme beim Betreten des Besprechungsraumes darin, ein gewinnendes Lächeln aufzusetzen und sich höflich zu verhalten.

Professionalität zeigt sich auch daran, wie Sie sprechen, sich hinsetzen und gestikulieren.

Versuchen Sie genau diese Rolle zu spielen. Idealerweise bringen Sie den Gesprächspartnern etwas mit. Welche Informationen besitzen Sie, die für die Teilnehmer interessant sein könnten?

3. Sprechen Sie über die Teilnehmer

Die bedeutendste Person in einem Vorstellungsgespräch ist nicht der Bewerber, sondern der Gesprächsführer – also nicht Sie. Also sollten Sie das Gespräch auf die anderen Teilnehmer lenken.

Die einfachste Frage lautet: „Wie haben Sie Ihre Karriere begonnen?“ Wann immer ich diese Frage gestellt habe, bekam ich keine Antwort unter zehn Minuten. Die Leute lieben es einfach, über sich selbst zu sprechen. Dann fühlen sie sich besser.

4. Hören Sie aufmerksam zu

Während die anderen Gesprächsteilnehmer Ihren Werdegang erzählen, bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als zuzuhören – und zwar möglichst genau.

Auf diese Weise bauen Sie leicht eine Beziehung zu den anderen Teilnehmern auf.

Studien zufolge steigen die Chancen zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden, wenn die Teilnehmer den Bewerber sympathisch finden. Versuchen Sie eine Gemeinsamkeit anzusprechen wie z.B. besuchte Unis, Ihr beliebtestes Urlaubsziel oder wo Sie aufgewachsen sind. Versuchen Sie einen Eindruck davon zu bekommen, was in ihrem Leben wichtig ist.

5. Versuchen Sie das Unternehmen zu verstehen

Mitarbeiter lieben immer noch die Banken, für die sie arbeiten. Trotz allem stellen diese ihr Leben dar. Daher können Sie besonders mit profunden Kenntnissen über das Unternehmen, sein Geschäftsmodell und den Konzern punkten.

Informieren Sie sich also bestmöglich, bevor Sie beim Vorstellungsgespräch erscheinen.

6. Erzählen Sie eine Geschichte

Die Finanzwelt wird von Geschichten angetrieben. Wer eine gute Geschichte erzählen kann,  wird beachtet. Das menschliche Gehirn kann sich Geschichten und Bilder besonders gut einprägen. Wenn Sie eine gute Geschichte erzählen, dann werden dies Ihre Zuhörer zu schätzen wissen und sich daran erinnern.

Worin besteht also Ihre Geschichte? Wie soll man sich an Sie erinnern? Viel zu viele Leute glauben immer noch, dass es sich bei einem Vorstellungsgespräch um eine Frage- und Antwortstunde handelt, die sie überstehen müssen. Das trifft überhaupt nicht zu. Vielmehr stellt ein Vorstellungsgespräch eine gute Gelegenheit dar, Ihre Geschichte zu erzählen, herüberzubringen, wieso Sie eingestellt werden sollten und was Sie bisher geleistet haben.

Gehen Sie einfach davon aus, dass niemand wirklich Ihren Werdegang kennt und Sie eine halbe Stunde Zeit haben, dies zu ändern. Dazu empfehle ich die sogenannte STAR-Methode.

7. Sprechen Sie langsam

Der Trick beim Erzählen einer guten Geschichte besteht im langsamen Sprechen.

Stellen Sie sich den Unterschied zwischen einem nervösen Teenager, der leise oder schnell spricht, und einem Richter vor, der sein Urteil langsam und betont verkündet. Urteilen Sie selbst.

Ihr Sprechmodus sagt viel über Sie aus, wie Sie über sich selbst urteilen und wie Sie wahrgenommen werden wollen. Versuchen Sie also Stärke und Selbstbewusstsein herüberzubringen.

8. Legen Sie eine Pause ein

Leute, die gekonnt Selbstbewusstsein herüberbringen, legen oft wohlbedachte Pausen ein. Sie lassen zwischen den Sätzen Lücken von ein oder zwei Sekunden – manchmal sogar inmitten eines Satzes. Damit signalisieren sie, dass Sie sich Ihres Einflusses bewusst sind und wissen, dass die Gesprächspartner sie nicht unterbrechen werden.

9. Stellen Sie gute Fragen

Ein Vorstellungsgespräch läuft am besten, wenn die Teilnehmer den Eindruck gewinnen, dass Sie tatsächlich Interesse mitbringen. Der einfachste Weg dazu besteht in eigenen Fragen. Falls Ihnen keine Fragen einfallen, dann halten Sie die anderen Teilnehmer entweder für nicht besonders hell oder für uninteressiert. Sie wollen sicher bei keinem Vorstellungsgespräch einen solchen Eindruck hinterlassen.

10. Achten Sie auf das Ende

Die meisten Leute vermasseln das Ende. Es gibt sehr wohl gute und schlechte Weisen, ein Vorstellungsgespräch zu beenden. Wenn Sie den Eindruck gewinnen, dass das Gespräch seinem Ende entgegengeht, dann sollten Sie die folgenden Maßnahmen ergreifen:

Danken Sie den Teilnehmern für ihre Zeit. Betonen Sie, dass Sie gerne in Kontakt bleiben möchten. An diesem Punkt werden sie Ihnen wahrscheinlich ihre Visitenkarten überreichen.

Eine Visitenkarte stellt gewissermaßen eine Lizenz dafür dar, im Kontakt zu bleiben. Das sollten Sie nutzen. Auch wenn das Vorstellungsgespräch schlecht gelaufen ist, sollten Sie zumindest versuchen, eine zweite Chance herauszuschlagen.

11. Fassen Sie nach

Nur weil das Vorstellungsgespräch vorbei ist, hat sich die Angelegenheit noch nicht erledigt.

Bleiben Sie also am Ball und fassen Sie nach.

Ich bin ein großer Freund von Dankeskarten. Ja, damit meine ich tatsächlich Karten aus Papier. Sie stellen eine gute Gelegenheit dar, um sich von der Masse abzuheben.

Die meisten Leute schreiben lediglich kurze, lahme E-Mails. Ich habe hunderte solcher E-Mails in meiner ohnehin schon randvollen Mailbox. Glauben Sie, dass ich mich darüber freue?

Doch immer mal wieder schickt mir jemand tatsächlich einen Brief, eine Karte oder ruft mich an. Daran erkenne ich, dass es die Person ernst meint und über gute Manieren verfügt.

Und am Ende genügt dies manchmal bereits.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street“ (WilowWallStreet.com).

Kommentare (1)

Comments
  1. Eigentlich beschäftigt sich der Artikel mit nicht mehr und weniger der gelungenen Kommunikation, den Respekt eines jeden gegenüber dem anderen, Konzentration und Fokussierung auf den Gegenstand, unterhaltend und interssiert zu sein,
    Nur ist Kommunikation davon beeinflusst, wie ich den anderen beeinflusse, bewegt sich im Kreis oder eine Schleife, hat Brüche, Mißverständnisse, zudem ist der sich Vorstellende in der Situation seine Zeit und Fähigkeiten an einer Unternehmen, das er braucht.
    Damit ist es asymmetrisch, oft wird aber so getan als wäre es auf Augenhöhe. Besser wäre es Arbeitgeber/Personaler würden zu ihrer Macht und Ohnmacht des Bewerbers stehen, ehrlich sein, das bedeutet kein mangelnden Respekt, den anderen ausnutzen zu wollen, unfair zu sein, sondern anerkennen was ist.
    Zuden geht im Artikel um gute Verhaltens-, Benimm- und Kommunikationsweisen des Bewerbers, nicht des Unternehmers/Personalers, womit eigentlich schon suggeriert, wo die Musik spielt wer wirkilich das Sagen hat. Dazu sollte man stehen, denn darum geht es: Abhängige Arbeitsverhältnisse, unselbständig, wenn auch nicht Kind!

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