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Credit Suisse hat schon 5400 Leute vor die Tür gesetzt

Tidjane Thiam

CS-Chef Tidjane Thiam

Bis Anfang November hat die Credit Suisse die Beschäftigung bereits um 5400 Vollzeitstellen verringert. Weitere 600 Leute sollen bis zum Jahreswechsel gehen. Der rasante Abbau ist aber nur möglich, weil die Bank den Rotstift hauptsächlich bei Vertragsmitarbeitern und Beratern und nicht bei den eigenen Angestellten ansetzt. „Den größten Beitrag zum Personalabbau von 5400 Stellen entfallen auf Vertragsmitarbeiter und Berater”, sagte Finanzchef David Mathers bei der Vorlage der Quartalszahlen. Es gelte keine Kündigungsfrist, die Einsparungen träten sofort ein und es müssten weniger Angestellte ihren Hut nehmen.

Kostenziele sollen zwei Jahre früher als geplant erreicht werden

Mit 4,8 Mrd. Franken lagen die Kosten im dritten Quartal deutlich unter den durchschnittlichen Quartalskosten von 5,3 Mrd. Franken im Jahr 2015. Insgesamt liege die Kostenbasis in den ersten neuen Monaten um etwa 1,4 Mrd. Franken unter dem Vorjahresniveau. Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam zeigt sich zuversichtlich, dass die gesamten Einsparziele bereits Ende 2016 zu erreichen seien und damit volle zwei Jahre früher als geplant.

Zu diesem Erfolg tragen die Mitarbeiter ihr Scherflein bei. Laut Mathers entfielen von Einsparungen allein etwa 600 Mio. Franken auf geringere Boni für die Mitarbeiter. Jeweils rund 200 Mio. ergäben sich aus geringeren Kosten für Berater und die niedrigere Beschäftigung. Besonders die Einsparungen aus den letzten beiden Punkten dürften in der näheren Zukunft noch zulegen, da sich die ausgesprochenen Kündigungen erst zeitverzögert in den Ergebniszahlen niederschlagen. Nicht berücksichtigt sind in den Zahlen die niedrigeren Kosten aufgrund des schwachen Pfunds, die laut Mathers erklecklich ausfielen.

Credit Suisse

Boni im Investment Banking steigen erstaunlicherweise

Für ein gewisses Erstaunen sorgt indes die Entwicklung in Global Markets. Denn nach den eigenen Angaben sind die Kosten in der Sparte um 3 Prozent hauptsächlich wegen der Boni gestiegen. Und das, obgleich die Zahlen eher bescheiden ausfielen. So purzelte der Vorsteuergewinn gegenüber dem zweiten Quartal um 28 Prozent und gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 63 Prozent auf 150 Mio. Franken. Auch die Aufwandsertragsquote von 90 Prozent spricht dafür, dass die Credit Suisse in ihrem Handelsgeschäft ein Kostenproblem hat. Für jeden Franken Ertrag musste die Bank also 90 Rappen springen lassen.

Besonders schlecht lief es im Aktiengeschäft, das um rund 40 Prozent auf 330 Mio. Franken einbrach. „Die Aktienergebnisse fielen vor allem in Europa enttäuschend aus”, kommentierte Mathers die Entwicklung. Aufgrund der niedrigeren Volatilität sei namentlich das Geschäft mit Aktienderivaten schlecht gelaufen. Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam betonte, dass es sich um „eine Geschichte eines Ertragsverlustes” handle.

Über eine kräftigen Anstieg bei den Boni dürfen sich auch die Mitarbeiter von Investment Banking & Capital Markets freuen. Auch hier ist unklar, wieso es zu diesem Geldsegen kommt. Hier kletterte der Aufwand aufgrund höherer Boni sogar um ein Viertel. Zwar lagen die Erträge im dritten Quartal mit 479 Mio. Franken um 16 Prozent über dem Vorjahresquartal, aber das Vorsteuerergebnis lag mit 55 Mio. Franken um 19 Prozent darunter. Die Aufwandsquote fiel in dieser Investment Banking-Sparte mit 91 Prozent ebenfalls ziemlich hoch aus.

160 neue Kundenbetreuer im Wealth Management

Im International Wealth Management langen Erträge und Vorsteuergewinn mit knapp 1,1 Mrd. Franken und 241 Mio. Franken nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Während das Private Banking marginal besser abschnitt, gingen die Erträge im Asset Management um 5 Prozent auf 292 Mio. Franken zurück. Die Aufwandsquote fiel mit 78 Prozent zwar deutlich besser als im Investment Banking aus, liegt aber immer noch deutlich über einem akzeptablen Wert von 70 Prozent. Anders als im Investmentbanking legten hier allerdings auch die Kosten nur marginal auf 840 Mio. Franken zu. Unterdessen betonte Bankchef Thiam, dass das Wealth Management seit Jahresbeginn 160 Kundenbetreuer hinzugewonnen habe.

Ähnlich wie die UBS kann auch die Credit Suisse in ihrem Schweizgeschäft glänzen. Während die Erträge in der Schweizer Universalbank um 3 Prozent auf gut 1,3 Mrd. Franken nachgaben, legte der Vorsteuergewinn um 8 Prozent auf 431 Mio. Franken zu. Ein erklecklicher Teil der Kosteneinsparungen scheinen sich auf die Schweiz zu konzentrieren, denn die Aufwandsquote verbesserte sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3 Prozentpunkte auf 65 Prozent.


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