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GASTBEITRAG: Wieso Investment Banking immer noch eine attraktive Option für MBA-Absolventen darstellt

MBA

Die UBS hat ein Herz für Investment Banker

Das Interesse von MBA-Absolventen an einer Karriere im Investment Banking ist gesunken. Es heißt allgemein, die Investmentbanken würden es bevorzugen, ihr Personal vom Analysten-Niveau an selbst zu entwickeln. Umgekehrt sei die Attraktivität der Branche für MBA-Absolventen gesunken. Sie würden lieber bei Technologie-Unternehmen unterkommen.

Doch die reale Situation fällt entschieden nuancierter aus. Zunächst zieht es die meisten MBA-Absolventen ins Consulting und es gibt kaum einen traditionelleren Karriereweg als diesen. Allerdings stimmt es auch, dass die Investmentbanken immer noch MBA-Absolventen von den Top-Business Schools anheuern, jedoch in geringerer Zahl. Es gibt also immer noch einen gesunden Kern von Studenten, die sich für die Branche entscheiden.

Hier die Gründe, wieso das Investment Banking immer noch eine attraktive Option für MBA-Absolventen darstellt:

1. Die Arbeit ist tatsächlich sehr strategisch

Für MBA-Absolventen stellt es eine Priorität dar, Erfahrungen in strategischer Arbeit zu sammeln. Sie bringen den Drang mit,  an strategischen Projekten mit einigem Einfluss mitzuarbeiten. Daher erhält die Consulting-Branche auch so viele Bewerbungen, zumal dort der Bedarf an MBA-Absolventen ungebrochen ist. Dagegen fürchten viele MBA-Absolventen bei der Arbeit in der Investment Banking Division den ganzen Tag vor Excel-Tabellen zu verbringen – doch die Realität sieht anders aus.

Da MBA-Absolventen tatsächlich als Associates beginnen, fallen ihre Aufgaben bei M&A-Deals, Desinvestitionen oder Börsengängen strategischer aus. Sobald sie die Karriereleiter hinaufklettern, werden ihre Aufgaben immer komplexer. Die Investmentbanken stellen dies nur selten klar, wenn sie auf dem Campus rekrutieren, dennoch bietet der Sektor strategische Aufgaben für MBA-Absolventen.

2. Es gibt eine stelle Lernkurve

MBA-Absolventen denken oft, dass sie ein Anrecht darauf hätten, an strategischen Vorstandsdiskussionen beteiligt zu werden. Doch bei Investmentbanken werden sie daran nicht sofort beteiligt. Vielmehr ist die Arbeit in den ersten Jahren auf dem Associate-Level hart und die Arbeitszeiten sind lang. Die Lernkurve fällt außerordentlich aus. Oft heißt es, dass ein Jahr hier sieben Jahre in einem „normalen“ Job entsprechen – sofern es so etwas überhaupt noch gibt. Dabei handelt es sich um ein wichtiges Verkaufsargument für MBA-Absolventen, die ins Banking gehen.

3. Die Karrieren sind strukturiert und die Bezahlung hoch

Dieser Tage fällt die Jobsicherheit im Investment Banking gering aus, dennoch handelt es sich um einen sehr strukturierten Karriereweg. Dass flache Hierarchien, Seiteneinstiege und Karrierewechsel immer mehr zur Norm werden, bringt auch Vorteile mit.

Der Aufstieg vom Associate zum Managing Director dauert üblicherweise zehn Jahre und ein Großteil der Führungskräfte verfügt über einen MBA.

Und dann geht’s auch noch ums Geld. Als Senior Investment Banker sind immer noch Vergütungen von 500.000 Euro und mehr möglich und MBA-Absolventen können mehr als 120.000 Euro verdienen. Damit handelt es sich immer noch um die bestzahlende Branche. Auch wenn Geld nicht alles ist, spielt es in den Köpfen der Kandidaten eine Rolle.

4. Der Ort

Auch wenn es banal klingt: Die geographischen Verschiebungen stellen einen Treiber für die Karriereentscheidungen von MBA-Absolventen dar und die Investmentbanken tendieren – zumindest jetzt noch – dazu, ihre Aktivitäten um die Cluster in London, New York, Hongkong und Singapur zu konzentrieren. In den meisten anderen Sektoren werden die MBA-Absolventen indes aufgefordert, sich in ihren Heimaltländern zu bewerben. Unterdessen gehen die Investmentbanken bei ihren Neueinstellungen extrem wählerisch vor. Doch wenn ein Kandidat passt, dann stellt die Nationalität selten ein Problem dar.

5. Die Exit-Optionen

Wer als MBA-Consultant mit einem Strategieberater spricht, der wird von den illustren Alumni und den Exit-Optionen als Verkaufsargument für ihre Karrieren hören. Das versäumen die Investmentbanken. Die Investmentbanken stellen jedes Jahr nur wenige MBA-Absolventen ein und sie wollen, dass diese den gesamten Weg bis zum Managing Director an Bord bleiben. Doch in Wahrheit bieten auch die Investmentbanken eine Vielzahl an Ausgangstüren wie Private Equity, Hedgefonds, Corporate Development und strategische Aufgaben. Investmentbanking stellt immer noch eine gute Karrierewahl dar, aber es gibt auch Exit-Optionen.

Pascal Michels ist Associate Director beim Karriereservice der IESE Business School. Früher hat er bei der BNP Paribas und Citi gearbeitet und er besitzt einen MBA.

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