☰ Menu eFinancialCareers

FRED BAYR: Was Londoner Recruiter in Zeiten des Einstellungsstopps treiben

Im zurückliegenden Februar habe ich festgestellt, dass die Bonussaison die angenehmste Zeit für Recruiter darstellt. Denn dann kriechen die überheblichen Banker mit ihren Abschlüssen von Spitzenuniversitäten vor uns Fachhochschul-Absolventen, als würde ihr Leben von uns abhängen.

Doch die schlimmste Zeit für das Recruitmentgeschäft stellt ein Einstellungsstopp dar, der normalerweise auf das vierte Quartal begrenzt ist. Doch dieses Jahr beginnt die Eiszeit bereits im dritten Quartal mit den kalten Winden, die von der Verschärfung der Staatsschuldenkrise im Juli ausgehen.

In einer idealen Welt würden die Chefs von Recruitment-Unternehmen liebend gern ihre Mitarbeiter im vierten Quartal in den unbezahlten Urlaub schicken. Doch in der Wirklichkeit müssen sie ihre Mitarbeiter bezahlen, damit sie drei Monate lang in Linkedin und Xing surfen. Und dennoch sind einige Recruiter kluge Leute und wissen, das vierte Quartal produktiv zu nutzen. Ich persönlich möchte folgendes auf die Beine stellen:

1. Ich werde den Umsatz von Starbucks ankurbeln

Da es mangels Vakanzen kaum einen Grund gibt, die Leute ungefragt anzurufen, zwingt uns unser von KPI besessener Vorgesetzter dazu, Kunden zu treffen, um mit ihnen bei einem Kaffee über ihre Personalstrategien für das kommende Jahr zu sprechen. Ich lasse mich also mit Kaffee Latte volllaufen und leiste somit meinen Beitrag für das Wohl afrikanischer Bauern.

2. Ich bringe mein Team für das erste Quartal in Stellung

Die Einstellungen im Banking werden wieder zunehmen Glauben Sie mir – ich bin ein Visionär (und verfüge über Insiderinfos). Viele Recruiter geben im vierten Quartal ihren Job auf, weil sie einfach nicht mit der Langweile zurechtkommen. Diejenigen von uns, die zurückbleiben, schauen sich nach Hochschulabsolventen um, die diese Lücken füllen. Leider verlassen viele Absolventen die Hochschulen wie Babys den Mutterleib: Sie jammern und sind ängstlich. Daher fällt es sehr schwer, einen dickhäutigen Absolventen zu finden, der Deals festnageln kann.

3. Das Erschließen vertrauenswürdiger Informationen

Hierbei gibt es sicherlich eine gewisse Überschneidung mit dem ersten Punkt – allerdings muss diese Tätigkeit nicht notwendigerweise über Milchschaum stattfinden.

Der Trick besteht darin, den Leuten das Blaue vom Himmel herab zu versprechen (nämlich für das erste Quartal, wenn die Neueinstellungen wieder anziehen) und gleichzeitig die Opfer nach Namen und Informationen auszuhorchen. Kandidaten, die nicht aus der Londoner City stammen und mit dieser Technik unvertraut sind, tendieren dazu, besonders entgegenkommend zu sein.

Hinter dem Pseudonym Fred Bayr verbirgt sich ein Recruiter aus der Londoner City, wo der Arbeitsmarkt für Finanzprofis bereits angespannter als in Mitteleuropa ist.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier