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Credit Suisse schwört auf betagte Angestellte und niedrige Kosten

Credit Suisse

Berufserfahrung zahlt sich aus - allerdings nur im Wealth Management.

Die Credit Suisse räumt auf. Um die Kosten in ihrem Investment Banking zu verringern, hat die Schweizer Großbank in London eine neue Runde im Personalabbau eingeläutet. Credit Suisse-Chef Tidjane Thiam kündigte jetzt auf einer Konferenz an, dass die Sparrunden im Bereich Global Markets noch nicht am Ende seien. Doch nicht alle Mitarbeiter der Bank müssen um ihren Arbeitsplatz fürchten.

Während im Investmentbanking ein wahrer Jugendwahn herrscht, schließlich sind jüngere Mitarbeiter günstiger, setzt die Bank in anderen Bereichen auf Personal mit grauen Schläfen. Dies gilt namentlich im Wealth Management. Dafür gibt es auch einen guten Grund: Es herrscht eine Korrelation zwischen dem Dienstalter der Kundenbetreuer (Relationship Manager, RM) und den von ihnen verantworteten Kundenvermögen (Assets under Management, AuM). Dafür führt Thiam ein Beispiel aus dem Asiengeschäft der Credit Suisse an. Demnach liegen die Kundenvermögen bei Relationship Managern mit mehr als acht Jahren Berufserfahrung um das Fünffache über demjenigen der Relationship Manager mit weniger als drei Jahren.

Credit Suisse oldies

So verwundert es kaum, wieso das Private Banking der Schweizer Großbank auf Erfahrung setzt. Von den 2016 in Asien angestellten Kundenbetreuern bringen weniger als zehn Prozent unter drei Jahre Berufserfahrung mit.

Credit Suisse private bank hires

Wieso der Abbau im Investment Banking weitergeht

Leider herrscht im Global Markets-Geschäft der Credit Suisse keine ähnliche Korrelation. Laut Thiam wird die Bank auch weiterhin ihre risikogewichteten Aktiva im Investment Banking zurückfahren. Für das Trading stehe weniger Eigenkapital zur Verfügung und das verbleibende müsse so effizient wie möglich eingesetzt werden. Dies läuft auf einen Rückzug von Kunden hinaus, die zwar Eigenkapital kosten, aber nur unzureichende Erträge generieren. „Wir konzentrieren uns bei unseren Kundenbeziehungen auf einen knappen Eigenkapitaleinsatz“, sagt Thiam. „Es ist leicht mit einem langen Schwanz unprofitabler Kundenbeziehungen herumzulaufen.“ Somit sind auch altgediente Sales-Experten im Investmentbanking gefährdet, falls sie nur uninteressante Kunden vorweisen können.

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Thiam rechnet damit, dass das Global Markets-Geschäft im dritten Quartal einen Gewinn abwirft. Unterdessen scheint das Sparprogramm an Momentum zu gewinnen. Nachdem die Bank ihre Sparziele in Global Markets im laufenden Jahr übertreffen wird, will sie sich in Zukunft ambitioniertere Ziele setzen. „Wir haben gesagt wir schaffen die 5,4 Mrd. Franken Marke [an Jahreskosten in Global Markets] bis 2018, aber wir müssen sie weiter herunterfahren… Sobald wir unter 5 Mrd. und 4 bis 4,5 Mrd. Franken sind, erreichen wir den Break-Even. Wir müssen im Betrieb eine Leverage schaffen…“

Mit anderen Worten: Die jüngste Sparrunde in Global Markets wird nicht die letzte bleiben. Laut Thiam werde der neue Global Markets-Chef Brian Chin die Effizienz weiter steigern. Im ersten Halbjahr lag der Verwaltungsaufwand in Global Markets bei 2,9 Mrd. Franken, aufs ganze Jahr gerechnet könnten sie also 5,8 Mrd. Franken erreichen. Falls die Bank tatsächlich eine jährliche Kostenbasis von 4,5 Mrd. Franken anstrebt, dann müssen die Kosten um weitere 22 Prozent gesenkt werden. Keine guten Aussichten für Investmentbanker.

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