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Tier 1,2,3? Wer heute noch zu den Top-Investmentbanken gehört und wer nicht

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Es gab einmal eine Zeit, in der viel über sogenannte „bulge bracket”-Investmentbanken gesprochen wurde. Dazu gehörten die damaligen Branchengrößen Goldman Sachs, JP Morgan und Merrill Lynch. Mit der Finanzkrise 2008 verschwand dieser Begriff langsam aus dem Wortschatz der Banker. Stattdessen wird heute über „Tier 1, 2,3″-Investmentbanken gesprochen. Doch wobei handelt es sich bei der Einteilung in erst-, zweit- oder drittklassige Investmentbanken überhaupt? Die Unterteilung ist umso wichtiger, als die Größe der jeweiligen Bank heute maßgeblich für bestimmte Geschäftsmodelle ist. Es lohnt sich kaum noch an bestimmten Bereichen festzuhalten, wenn dort keine kritische Größe erreicht wird.

Für Banker spielt es eine große Rolle, das Abschneiden ihres Arbeitgebers zu verfolgen. Denn die Berufschancen fallen um so größer aus, je besser dieser darin wegkommt. Das Marktforschungsunternehmen Coalition hat jetzt eine Untersuchung herausgebracht, die ein wenig Licht ins Dunkel bringt:

Tier 1 oder die erste Liga: JP Morgan, Goldman Sachs, Citi, Bank of America und (gerade noch) Morgan Stanley

Zur ersten Liga der Investmentbanken gehören die Häuser, die in den meisten Produktarten weltweit ganz oben mitspielen. Wie der unten stehende Chart von Coalition zeigt, gibt es eigentlich nur eine Bank, die in sämtlichen Bereichen und Regionen top ist: JP Morgan. Obgleich sie in den Rankings in einigen Bereichen traurig abschneiden, fallen unter Tier 1 auch noch Goldman Sachs, Citi und die Bank of America.  Besonders  fragwürdig ist der Verbleib von Morgan Stanley in der Spitzenliga. Bemerkenswerterweise befindet sich darin kein europäischer Name, auch nicht der der Deutschen Bank oder der UBS.

Coalition main table

Tier 2 oder die zweite Liga: Deutsche Bank, UBS und HSBC

Während die erste Liga von den Amerikanern dominiert wird, sind es in der zweiten die Europäer. Hier finden sich denn auch die Deutsche Bank und die UBS. Beide wollten in der ersten Liga mitspielen, schafften es aber nicht wirklich. Während die UBS sich schon vor Jahren aus dem umfangreichen Handel mit festverzinslichen Wertpapieren zurückzog und das Feld den Amerikanern überließ, ist der Abstieg der Deutschen Bank relativ neu. Hierin schlagen sich die Folgen der Restrukturierung nieder, die Deutsche Bank-Chef John Cryan seinem Institut verordnet hat.

Dennoch kann die Deutsche Bank ihre Spitzenposition in einigen Bereichen verteidigen. So landen die Frankfurter im Devisenhandel der zehn größten Währungen auf dem ersten Platz und im Credit Trading reicht es immer noch für Platz 2. Unter die Top-4 schafft es die Deutsche Bank u.a. in Debt Capital Markets, der Verbriefung und in den Schwellenländern. Außerdem befindet sie sich in den meisten übrigen Sektoren zumindest unter den größten zehn Anbietern.

Auch wenn es UBS, Credit Suisse und Barclays nicht ganz so weit bringen, zählen sie doch regelmäßig zu den vier oder sechs größten Anbietern in den meisten Investment Banking-Sektoren.

Coalition regional

Tier 3 oder die dritte Liga: HSBC, BNP Paribas und Société Générale

In der dritten Liga finden sich die beiden französischen Großbanken BNP Paribas und Société Générale sowie HSBC. Alle drei Banken beschäftigen in Deutschland mindestens 2000 bis 3000 Mitarbeiter – davon allerdings nur einen kleinen Teil im Investment Banking. Auch wenn sie nicht auf breiter Front vorne mitspielen, sind sie doch in einigen Sparten und Regionen stark. So ist HSBC beispielsweise traditionell in Asien stark und schwach in den Vereinigten Staaten. Dagegen ist BNP Paribas in Asien und den Vereinigten Staaten schwach, aber in Europa stark. Société Générale ist wiederum bei Aktienderivaten spitze, anderswo allerdings nicht.

Der ständige Wandel in den Rankings

Solche Rankings stellen immer nur eine Momentaufnahme dar. Angesichts des kräftigen Umbaus und der Einführung neuer Strategien bei vielen Banken, dürften sich auch in den absehbaren Zukunft die Rankings empfindlich verändern. So haben viele Institute wie etwa die Deutsche Bank und Credit Suisse angekündigt, sich aus schwächelnden Sektoren und Regionen zurückzuziehen und sich auf Kernmärkte zu konzentrieren. Es dürfte also auch weiterhin spannend bleiben.

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