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Die Germanen kommen: Wie Berenberg den Londoner Private Banking-Markt aufmischen will

Alle wollen in den deutschen Private Banking-Markt einsteigen: Die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse sind längst Vorort, doch auch die Schweizer Privatbanken wie Julius Bär oder Vontobel blasen das Alphorn zum Angriff auf das Geschäft mit den vermögenden Privatkunden.

Zwar wollen auch deutsche Institute ihr Privat Banking stärken, doch konzentrieren sich diese Aktivitäten zumeist auf den unterentwickelten Heimatmarkt. Dagegen prescht jetzt die Hamburger Berenberg Bank vor und will ihrerseits in London ein eigenes Wealth Management aufbauen.

Dazu haben die Hamburger die beiden Private Banker Ross Elder und Fred Hervey von Barclays Wealth abgeworben. Bis Ende 2013 sollen an der Themse 25 Private Banker arbeiten, die Kundenvermögen von 1 Mrd. Pfund (1,7 Mrd. Euro) verwalten sollen.

Chance für unabhängige Anbieter in London

Dabei ist der Schritt keinesfalls so verwegen, wie es auf dem ersten Blick erscheint. Zwar ist London der mit Abstand wichtigste Finanzplatz Europas, doch wird das Geschäft von wenigen Großbanken wie der HSBC, Barclays und der Royal Bank of Scotland dominiert, gegen die die Deutsche Bank gelegentlich wie eine zu groß geratene Volksbank aussieht. Insgesamt beherbergt das Vereinigte Königreich kaum mehr als 400 heimische Institute, wobei vor allem kleine und feine Privatbanken fehlen.

“Wir sehen eine starke Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Dienstleistungen von unabhängigen Instituten in Großbritannien. Das gilt für das Private Banking, aber auch für das Investmentbanking”, erklärt Berenberg-Chef Hans-Walter Peters. Im Investmentbanking sind die Hamburger bereits seit 2003 in London vertreten.

Berenberg will unzufriedene Talente anlocken

Doch auch die Unzufriedenheit vieler britischer Banker mit ihrem bisherigen Arbeitgeber scheint ein Anlass für den Schritt darzustellen. “Es ist schwierig, gute Leute zu finden … Daher wird unser Wachstumsplan von der Zahl guter Leute begrenzt, die bei uns anklopfen”, sagt beispielsweise Hervey. So rechnet der frischgebackene Berenberg-Mitarbeiter für das erste Jahr mit zehn Beschäftigten und einem Kundenvermögen von 200 Mio. Pfund (235 Mio. Euro).

Unterdessen beschwört Bankchef Peters die Wachstumsstrategie seines Hauses: “Nehmen wir die Zahl der Mitarbeiter – oder besser – deren relative Entwicklung, das macht es deutlicher: in Hamburg plus 30 Prozent in den vergangenen fünf Jahren; an den anderen deutschen Standorten plus 150 Prozent – und im Ausland plus 100 Prozent.”

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