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GASTBEITRAG: Wie ich 17 Jahre im Investment Banking überlebt habe

Surviving banking

M&A, Sales and Trading oder Research: Hart gearbeitet wird überall. Vielleicht müssen Sie auch einen Dolchstoß von Kollegen in ihren Rücken fürchten, Kunden legen bei Ihren Anrufen sofort den Telefonhörer auf oder stornieren einen Auftrag und Ihr Vorgesetzter bringt Sie zur Verzweiflung oder wirft Sie sogar vor den Bus.

So etwas sollte Sie weder ins Schwitzen bringen, noch entmutigen. Es handelt sich einfach um die Natur des Spiels – und nicht etwa um Ihren Fehler.

Dies stellt sicher nicht Ihren Fehler dar.

Vielmehr sollten Sie lernen, wie Sie damit zurechtkommen ohne zusammenzubrechen.

In den zurückliegenden 17 Jahren habe ich oft an mir gezweifelt, an meinen Fähigkeiten und meinem Beruf. Auch heute noch ist das nicht vorüber. Ich stand schon einige Male kurz davor aufzugeben. Doch immer wieder habe ich mir das ausgeredet. Wie ist mir das gelungen?

Durch meine Widerstandsfähigkeit.

Ich habe 17 Jahre Banking, Investmentbranche und Trading durch meine Belastbarkeit überstanden.

Belastbarkeit bedeutet, dass Sie Abstand von Ihren Problemen gewinnen, dass Sie wieder aufstehen, wenn Sie einmal gefallen sind und weitermachen, selbst wenn alles verloren erscheint.

Hier meine Erfahrungen mit Belastbarkeit, die Fähigkeit zu leiden und stärker zurückzukommen:

Bleiben Sie gelassen: Belastbare Menschen erkennen schwierige Situationen und sie erkennen diese vor allem frühzeitig. Sie bleiben dabei ruhig und beurteilen die Fakten rational, damit Sie Pläne schmieden und handeln können. Die Nerven zu verlieren oder unbedachte Entscheidungen zu fällen, führt lediglich zu noch mehr Ärger.

Gehen Sie frühzeitig: Zu kündigen hört sich nicht gerade nach Belastbarkeit an, dennoch stellt es gelegentlich die goldrichtige Entscheidung dar. Wenn beispielsweise Ihr Unternehmen beginnt, Mitarbeiter vor die Tür zu setzen, dann können Sie der erste sein, der die Zeichen der Zeit erkennt und das sinkende Schiff verlässt, bevor der Arbeitsmarkt von Bewerbern überschwemmt wird.

Dies lässt sich auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Es handelt sich um keine Kündigung im gewöhnlich Sinn. Vielmehr erkennen Sie bloß, dass Ihr Schiff im Untergehen begriffen ist.

Seien Sie vorbereitet: Schlechte Ereignisse lassen sich leichter bewältigen, wenn man darauf vorbereitet ist. Sicherlich handelt es sich um puren Stress, sich auf eine Kündigung vorzubereiten. Aber Sie haben noch Zeit, an Ihren Kompetenzen zu arbeiten, Ihr Netzwerk auszubauen und sich unersetzlich zu machen.

Meiner Erfahrung nach stellt die Entwicklung guter Angewohnheiten einen besonders leichten Ansatz dar. Dazu zählt beispielsweise die Angewohnheit, dreimal in der Woche Sport zu betreiben oder eine Stunde früher zu Bett zu gehen, um so eine Stunde vor allen anderen im Büro zu sein, sowie jeden Tag jemanden neues innerhalb Ihres Unternehmens zu treffen, um Ihr Netzwerk auszubauen.

Machen Sie weiter: Menschen tendieren dazu niedergeschlagen oder verängstigt zu werden, wenn es schwierig wird. Sie ziehen sich in sich zurück und versuchen sich selbst abzulenken. Doch damit verschwinden die Probleme nicht.

Belastbare Menschen wiederum wissen, dass Weiterarbeiten sie nicht nur ihren Zielen näherbringt, sondern auch hilft, die Ruhe zu bewahren. Eine belastbare Person setzt nach einer Kündigung z.B. sofort Treffen mit alten Kollegen und Kunden an, erwirbt neue Kompetenzen, bewirbt sich für einen MBA oder nimmt an Ehemaligentreffen der eigenen Uni teil.

Helfen Sie anderen Menschen: Manchmal handelt es sich um die beste Überlebensstrategie, anderen Menschen zu helfen. Dies lenkt von den eigenen Problemen ab und enthebt Sie Ihren Ängsten. Damit avancieren Sie zum Helfer und verlassen die Opferrolle. Falls nichts anderes hilft, sorgt dies zumindest für gutes Karma.

Und schließlich sollten Sie sich an das alte Sprichwort erinnern: Was Sie nicht tötet, macht Sie stärker.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street (WilowWallStreet.com).

 

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