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„Wieso nicht gleich New York…“: Deutsche Investmentbanker weniger erpicht auf London

Brexit

Nach dem Brexit träumen junge Banker eher von New York als London. (Foto: Getty Images)

Der Brexit führt zu einem Umdenken bei jungen deutschen Investmentbankern und M&A-Spezialisten. „Sicherlich ist London immer noch eine der Traumstationen, nur sind Finanzmetropolen wie Singapur oder Hongkong auf einen Schlag viel interessanter geworden“, meint ein junger M&A-Spezialist, der bei einer der Big 4-Gesellschaften in Frankfurt arbeitet. „London hat es natürlich in die Karten gespielt, dass es so einfach war als Deutscher dorthin zu wechseln.“

Wenn künftig auch für London eine Arbeitserlaubnis erforderlich werde, dann falle ein wichtiger Standortvorteil weg. „Jetzt kommen zu dem schlechten Wetter in London auch noch erschwerte Arbeitsbedingungen hinzu. Daher denken sich die meisten: Wieso nicht gleich New York, Los Angeles, Hongkong, Sidney etc. versuchen“, erzählt der Finanzprofi.

Junge Investmentbanker fürchten in London zum Bauernopfer zu werden

Bei seinen Freunden, die derzeit in London arbeiten, habe der Brexit zu großer Unsicherheit geführt. Sie fragen sich, was in ein, zwei Jahren passieren wird. Dies bestätigt Headhunter Dirk Albütz von Fibance in Frankfurt, der u.a. Investmentbanker mit vier bis fünf Jahren Berufserfahrung nach London vermittelt. „Die Begeisterung für London hat schon abgenommen“, berichtet Albütz. Die jungen Investmentbanker würden befürchten, dass nach einem Wechsel nach London ihr neuer Job im Zuge des Brexits als erstes gestrichen werde. „Die fürchten zu einem Bauernopfer zu werden“, erzählt Albütz.

Dagegen registriert Headhunterin Sabrina Tamm von Financial Talents in Frankfurt noch keinen Einbruch beim Wechselinteresse nach London. „Junge Investmentbanker, die nach London gehen, haben häufig nur einen Zeithorizont von zwei Jahren“, erläutert Tamm. „Die meisten jungen Banker wollen gar nicht dauerhaft in London bleiben, sondern nur Berufserfahrung sammeln und die Station in ihrem Lebenslauf haben.“ Viele würden nach dieser Station wieder zurückkehren, so mancher aber auch in London „hängen bleiben“. Da der Brexit jedoch mindestens zwei Jahre auf sich warten lasse, seien die Risiken überschaubar.

„Das Interesse ist bei jüngeren Kandidaten ähnlich wie vor dem Referendum“, bestätigt Headhunter Logan Naidou von Dartmouth Partners in London, die ein Büro in Frankfurt unterhalten. „Allerdings stellen erfahrenere Kandidaten mehr Fragen als früher.“

Gute Chancen für Rückkehrer

Tamm stellt fest, dass deutsche Investmentbanker, die ihren Job in London verlieren, eher zu einer Rückkehr bereit sind als früher. „Es gibt viele Leute, die sich mit Rückkehrgedanken tragen“, ergänzt Albütz.

Laut Naidu stehen die Chancen für rückkehrwillige M&A-Spezialisten in Deutschland nicht schlecht. „Wir haben Suchaufträge für deutschsprachige Kandidaten vom Associate bis zum Director. Die müssen nur anrufen.“

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