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GASTBEITRAG: Die sieben Todsünden von Investment Banking-Praktikanten

Voellerei

Völlerei ist eine der sieben Todsünden. Praktikanten sollten dafür sorgen, dass die Kollegen immer etwas zu naschen haben. (Foto: Getty Images)

Die Investmentbanken beginnen langsam ihren Sommerpraktikanten Übernahmeangebote auszuhändigen. Bei diesen Sommerpraktika handelt es sich bei den meisten Banken um ihr Hauptrekrutierungsvehikel, was jedoch noch längst nicht bedeutet, dass alle einen Schnitt machen. Falls Sie darüber nachgrübeln, wieso Sie nicht zu den Glücklichen zählen, dann lag es wohl offen gesagt daran, dass Sie einfach nicht gut genug gewesen sind.

Auch wenn es schwer zu akzeptieren ist: So mancher Sommeranalyst hinterlässt einfach keinen guten Eindruck. Dabei geht es nicht allein um die geleistete Arbeit, sondern auch um Ihre Einstellung.

Stolz: Lassen Sie Luft ab

Treten Sie selbstbewusst auf, aber benehmen Sie sich nicht wie ein Dummkopf. Vielmehr sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie weitgehend nutzlos sind, und daher ein wenig Luft ablassen. Es gibt nichts Schlimmeres als einen Praktikanten mit einem großen Ego. Andererseits sollten Sie stolz auf die geleistete Arbeit sein. Denn wenn ich Ihre Beurteilung schreiben muss, dann erinnere ich mich leichter an den halbgaren, mit Rechtschreibfehlern verseuchten Müll, den Sie mir abgeliefert haben, als an gute Leistungen.

Neid: Lassen Sie ihn zu

Die besten Praktikanten sind diejenigen, die meinen Job haben wollen oder sogar den meines Vorgesetzten. Wenn Sie dem Managing Director zuhören, wie er von seinem Haus in einem Luxusviertel und seinem brandneuen Porsche erzählt und dabei nicht denken „das hätte ich auch ganz gern“, dann haben Sie sich in der Branche geirrt. Denn wenn Sie um 4 Uhr morgens allein immer noch im Büro sitzen, dann hilft Ihnen nur noch der Neid bei der Arbeit.

Völlerei: Füttern Sie die Massen

Hierbei meine ich nicht Ihre Völlerei, sondern meine. Wenn Sie am Freitag mit Kuchen auftauchen, dann steigen Ihre Chancen, dass ich Sie hier gerne sehe. Falls Sie mit mir einen trinken gehen, umso besser. Allerdings sollten Sie in der Lage sein, die Halben herunter zu kippen und zur Arbeit zurückzugehen, während ich mich nachhause verabschiede.

Lust: Streicheln Sie die Egos

Freuen Sie sich nicht zu früh. Ich möchte nicht, dass Sie in einen Fall sexueller Belästigung verwickelt werden. Auch sollten Sie kein Lob Ihres Managers oder eines anderen Mitarbeiters erwarten. Im Investment Banking kommen Dankbarkeit und Wohlfühlmomente eher von unten als von oben. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Vorgesetzter wohlfühlt und er wird sie leichter ertragen. Allerdings sollten Sie sich ebenso wenig kriecherisch benehmen, sondern vielmehr auf den passenden Moment warten. Außerdem sollten Sie sich daran gewöhnen, keinerlei Rückmeldung zu erhalten.

Faulheit: Erleichtern Sie mein Leben

Vielleicht vermittele ich den Eindruck, dass ich engagiert und zufrieden während meiner Zeit im Büro bin. Aber während Ihres Praktikums stellt es Ihre Pflicht dar, mir möglichst viel Arbeit abzunehmen und dafür zu sorgen, dass ich früh heimgehen kann. Jeder, der über Ihnen steht, versucht den Sommer als Gelegenheit zu nutzen, etwas fauler zu sein. Das stellt Ihre Chance dar: Machen Sie sich nützlich und erledigen Sie Ihre Arbeit.

Habgier: Sie machen es des Geldes wegen

Geld stellt für jeden Absolventen einen großen Motivator dar, vor allem wenn er eine Menge Schulden für die Studiengebühren aufgetürmt hat. Banken bezahlen gut und dies als Grund für die Berufswahl abzustreiten, ist einfach albern. Sie müssen wirklich Geldverdienen wollen oder Sie werden nicht lange Ihre Müdigkeit bekämpfen können. Seien Sie gierig, denn gierige Leute sind besonders motiviert. Halten Sie sich daran.

Wut: Stehen Sie es durch und geben Sie nicht auf

Sie haben es vermasselt, Sie sind auch nur ein Mensch. Das ist in Ordnung, schließlich machen wir alle Fehler. So etwas werden Sie in keiner Investmentbank hören und Sie sollten es auch nicht erwarten. Sie haben es vermasselt und Ihr Vorgesetzter wird durchdrehen. Sie sind zwar hier, um Berufserfahrung zu sammeln, aber Sie leisten echte Arbeit und werden für Ihre Zeit auch gut bezahlt. Es handelt sich zwar um den Managing Director, der Ihnen den Kopf wäscht, aber auch wer tiefer in der Hierarchie steht, wird die Gelegenheit nutzen, Sie von hinten zu erdolchen. Erwarten Sie bloß nicht, dass ein Associate oder Vice President Ihre Fehler deckt. Nein, vielmehr werden alle Finger sofort auf Sie zeigen. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Handlungen.

Halten Sie sich an diese sieben Regeln und Ihre Chancen auf einen Einstiegsjob steigen.

Bei Arun Jones handelt es sich um ein Pseudonym. Er arbeitet als Analyst in einer Investmentbank.

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