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Die Tabelle, die deutschen Bankern das Fürchten lehrt

Eigenkapital

Sie arbeitet auch bei einer deutschen Bank (Foto: Getty Images)

Beim jüngsten Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht kamen die deutschen Institute mit einem blauen Auge davon. Allerdings prasselte anschließend von Ökonomen reichlich Kritik auf die Ergebnisse nieder. Jetzt reiht sich auch Sascha Steffen, Professor für Finanzmärkte an der Uni Mannheim, in den Reigen der Kritiker ein.

Allein der Deutschen Bank fehlen 19 Mrd. Euro

Nach einer von ihm mitverfassten Studie hat die Deutsche Bank allein einen Eigenkapitalbedarf von 19 Mrd. Euro. Damit schneidet der deutsche Bankenriese sogar noch schlechter ab als die vielgescholtenen Italiener. Denn bei Unicredit und Monte dei Paschi sind es nicht einmal halb so viel.

Dabei stellt die deutsche Bank keinen Einzelfall dar. Unter den 25 europäischen Banken mit dem größten Eigenkapitalbedarf drängeln sich gleich acht deutsche Institute. So diagnostizieren Steffen und seine Koautoren bei der Commerzbank einen Mangel von gut 5 Mrd. Euro, bei der BayernLB von knapp 3 Mrd. und der NordLB von knapp 2 Mrd. Euro.

Insgesamt summiert sich der Kapitalbedarf der deutschen Banken auf über 32 Mrd. Euro. Dabei ist die HypoVereinsbank als Unicredit-Tochter nicht einmal berücksichtigt. Denn mit einer Tier 1-Eigenkapitalquote von über 20 Prozent sind die Münchner ausgesprochen gut ausgestattet – auch wenn es im Konzern anders aussieht. Die Begehrlichkeiten diesen Schatz zu heben, dürften bei der Mailänder Mutter also hoch ausfallen.

Wieso eine schlechte Kapitalausstattung schlecht für die Mitarbeiter ist

Für die Mitarbeiter handelt es sich gleich aus drei Gründen um eine schlechte Nachricht: Erstens stellen Banken mit einer geringen Kapitalausstattung einen vergleichsweise riskanten Arbeitsplatz dar. Zweitens schmälert der Eigenkapitalbedarf den Spielraum für Boni und Dividenden. Laut den Autoren der Studie sei es daher „höchste Zeit“ den europäischen Banken Dividenden zu untersagen. Und drittens dürfte die Aktienkursentwicklung auch weiterhin schlecht ausfallen, was die angesparten Bonusansprüche dahinschmelzen lässt.

Die wenig erfreulichen Ergebnisse kommen durch einen divergierenden methodischen Ansatz der Wissenschaftler um Steffens zustande. Neben dem Ansatz des vorangehenden EBA-Stresstests aus 2014 orientieren sie sich an den strengeren US-Kriterien und einem „marktbasierten Ansatz“. Die Märkte scheinen Steffen jedenfalls Recht zu geben. Denn die Aktien der betroffenen Aktien befinden sich seit Monaten im freien Fall.

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