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GASTBEITRAG: Wieso die Milleniums-Generation vorm Investment Banking flüchtet

Millennial

Und wieder ein junger Investmentbanker auf der Flucht.

Investmentbanken haben ein Problem mit der Mitarbeiterbindung. Die heutige Generation der jungen Banker ist ruheloser und weniger tolerant als ihr Vorgänger. Viele schauen nur auf ein paar Jahre vorbei, um anschließend zu Technologie-Unternehmen oder Private Equity-Gesellschaften weiterzuziehen. Wieder andere machen sich selbstständig.

Ich habe zwei Jahre lang bei Goldman Sachs gearbeitet, bevor ich im Juni gegangen bin. Daher weiß ich genau, wieso junge Leute lieber weiterziehen.

Millennials sind nicht hartnäckig genug um zu bleiben

Die Millennials verfügen heutzutage im Kern einfach nicht mehr über die gleiche Loyalität und Einsatzbereitschaft für den einen Job, wie das bei vorhergehenden Generationen der Fall gewesen ist. Dort draußen bieten sich besonders jungen Talenten unzählige Chancen. Hierzu eine kleine Anekdote: Die meisten meiner Freunde, die für Technologiefirmen oder Start-Ups arbeiten, wechseln ihre Jobs häufiger als ich.

Millennials kommen mit dem Lebensstil nicht zurecht

Millennials wollen in ihren Jahren als Analyst keine 100 Stunden die Woche arbeiten, gefolgt von 80 bis 90 Wochen als Associate und 70 Stunden als Vice President. Erst wenn Sie die Karrierestufe des Managing Directors (MD) erreichen, fällt die Wochenarbeitszeit auf 50 bis 60 Stunden. Allerdings müssen Sie dafür als MD regelmäßig reisen, was die Arbeitszeiten wieder in die Höhe treibt. Es kann zehn und mehr Jahre dauern, diese Karriereleiter hinaufzuklettern und viele aus der Generation Y fragen sich, wieso sie die Mühe auf sich nehmen sollten.

Millennials machen das gleiche wie die Generationen vor ihnen

Sonderbarerweise gaben die Investmentbanken vor nicht allzu langer Zeit ihren Analysten nur zweijährige Verträge. Dagegen haben die Investmentbanken heute erkannt, dass die besten Associates, die sie früher extern von den MBA-Business School anheuerten, eigentlich ihre aktuellen Analysten sind und dass externe Einstellungen von Associates ihnen teurer zu stehen kommen als die Talente an sich zu binden, die sie bereits haben.

Unter diesen Umständen unternehmen Banken einiges, um die Leute an sich zu binden und die Arbeitszeiten ihrer jüngeren Mitarbeiter zu begrenzen. Dennoch ziehen Analysten immer noch weiter. In diesem Sinne machen sie nur das, was junge Banker schon immer gemacht haben.

Millennials erkennen, dass sie im Banking nichts lernen

Innerhalb von zwei Jahren lernen Sie sicherlich nicht alles, was Sie über das Investment Banking wissen müssen. Doch nach zwei Jahren erreichen Analysten in ihrer Lernkurve normalerweise das Plateau.

In den ersten Wochen oder Monaten herrscht ständig Alarm. Doch dann gewöhnen Sie sich langsam an den Rhythmus und die Arbeit wiederholt sich und es geht nur noch darum, die Prozesse abzuarbeiten. Genau an diesem Punkt beginnen Leute zu gehen.

Millennials im Banking fühlen sich schlecht

Schließlich gilt das Investment Banking in der Öffentlichkeit als keine Branche, die etwas für die Gesellschaft leistet. Ein Investmentbanker rettet keine Leben wie etwa ein Arzt. Er erzieht auch keine Kinder wie ein Lehrer. Obgleich Banker wichtige Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, fällt die Aura des Bankings keinesfalls gut aus. So wurde Goldman Sachs bekanntlich als „Vampir-Krake“ verunglimpft, die alles aussauge, was auch nur im Entferntesten nach Geld rieche. Welcher Millennial fühlt sich schon in einer Branche mit einem solchen Image wohl? Die Millennials wollen etwas Sinnvolles machen und einen Beitrag in ihrem Job dazu leisten. Falls sie das nicht bekommen, dann ziehen sie einfach weiter.

Alan Li hat bis vor kurzem als Analyst bei Goldman Sachs gearbeitet und betreibt heute eine Serie von Podcasts, mit denen er ein wenig Transparenz in die Finanzwelt bringen möchte.

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