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GASTBEITRAG eines Ex-Goldmanns: Die Kunst, nicht vor die Tür gesetzt zu werden

Unersetzlich werden

Ich bin 1999 eingestiegen und nur ein Jahr später platzte die New Economy-Blase. Darauf folgte die Rezession von 2002, als der S&P von der Spitze bis zum Boden um 50 Prozent abstürzte. Nur wenige Jahre später folgte der Crash von 2008, dann die Rezession von 2011 (und die Ratingabstufung der USA) und schließlich die Abschwächung seit 2014.

Viele meiner Freunde und Kollegen sind dabei auf der Strecke geblieben. Hier möchte ich Ihnen vorstellen, wie es mir über all die Jahre gelungen ist, meinen Job zu behalten:

1. Helfen Sie Ihren Kollegen

Besonders den männlichen Kollegen fällt dies schwer. Unsere Egos lassen das einfach nicht zu.

Aber der einfachste Weg dauerhaft zu bleiben, besteht darin, unersetzlich zu werden. Und wie stellt man das an? Indem Sie sich nützlich, wertvoll und hilfreich geben.

Es geht darum, für Ihren Vorgesetzten und den Vorgesetzten Ihres Vorgesetzten so wichtig zu werden, dass sie es sich nicht leisten können, Sie vor die Tür zu setzen.

Doch wie gelingt das? Ganz einfach: Finden Sie heraus, was ihnen wichtig ist, worin ihre Ziele bestehen, was sie zu erreichen versuchen und was sie dafür benötigen. Dann sollten Sie ihnen dabei helfen und sie gut aussehen lassen.

So einfach ist das.

Dies sollten Sie jeden Tag anstreben und man wird Sie für immer behalten. Bedenken Sie: Konzentrieren Sie sich auf Ihre Vorgesetzten und nicht auf sich selbst.

An diesem Punkt spielt das Ego eine Rolle, das Sie lieber zuhause lassen sollten.

Wie finden Sie heraus, was den Leuten wichtig ist?

Indem Sie Fragen stellen, neugierig sind und mit den Leuten sprechen. Gehen Sie jede Woche mit Ihrem Vorgesetzten zum Mittagessen. Gehen Sie auch mit der Sekretärin jede Woche zum Mittagessen. Falls Ihnen dazu die Zeit fehlt, wie sieht es mit dem Frühstück, einem Kaffee oder einem Abendessen aus? Falls Sie auch dafür keine Zeit finden, sollten Sie ihm Süßigkeiten oder ähnliches anbieten. Da sagt niemand nein.

2. Achten Sie auf Chancen

Falls jedoch das ganze Geschäft zusammengestrichen oder Ihr Vorgesetzter vor die Tür gesetzt wird, bringt es Ihnen auch nichts, wenn Sie anderen helfen.

Vor einer solchen Entwicklung müssen Sie sich hüten. Daher müssen Sie sich beizeiten nach neuen Chancen umsehen.

Welcher Bereich der Bank oder des Unternehmens entwickelt sich gut? Kennen Sie dort jemanden? Welche Unternehmen laufen in diesem Umfeld gut? Wie sehen dort die Erfolgsgeschichten aus?

Versuchen Sie sich in die Nähe der Chancen zu manövrieren, die sich sogar in einem schwierigen Markt ergeben. Bauen Sie Ihr Netzwerk und Ihre Kontakte aus. Kontaktieren Sie neue Leute, die Ihnen weiterzuhelfen vermögen.

Betrachten Sie jeden Tag, jedes Meeting und jede Interaktion als ein Vorstellungsgespräch. Es gilt das alte Wall Street-Sprichwort: ABC – Always be closing. Denken Sie also immer an den Abschluss. Und das wichtigste Produkt, das Sie im Angebot haben, sind Sie selbst.

Im schlimmsten Fall verlieren Sie Ihren Job. In diesem Fall sollten Sie die Vergangenheit so schnell wie möglich hinter sich lassen und offen für neue Chancen sein. Vielleicht handelt es sich sogar um das Beste, was Ihnen jemals widerfahren ist, weil es Ihnen einfach eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten offeriert.

3. Werden Sie Rezessions-erprobt

Bei den Finanzdienstleistungen handelt es sich um Meritokratien. Sie müssen in irgendetwas gut sein. Tatsächlich müssen Sie sogar in etwas außerordentlich gut sein.

Worin sind Sie also wirklich gut? Wonach herrscht Bedarf und wofür wird mehr Geld geboten? Schreiben Sie Ihre Kompetenzen auf. Was können Sie besser als jeder andere? Worin sind Sie wirklich großartig?

Eben darauf sollten Sie sich konzentrieren. Und darum herum sollten Sie Ihre Karriere aufbauen. Auf diese Weise verschaffen Sie sich einen Wettbewerbsvorteil.

In den Finanzzentren wird es immer eine Stelle für diejenigen geben, die in irgendetwas am besten in der Welt sind. Falls Sie dies sein sollten, dann spielt es überhaupt keine Rolle, ob Sie Ihren aktuellen Job verlieren. Denn dann wird sich immer eine Alternative ergeben.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street (WilowWallStreet.com).

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