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„Seit zwanzig Jahren bin ich Senior-Banker in London. So etwas habe ich noch nie gesehen.”

Senior banker Brexit

Seit zwanzig Jahren arbeite ich im Banksektor in London und habe die internationale Gemeinschaft in London lebender Menschen noch nie so besorgt erlebt. Die Sorge ist größer als in der Phase der Lehman-Pleite und es betrifft auch Leute, die mit dem Finanzsektor nicht viel zu tun haben.

Jeder fragt sich, ob die Briten erkennen, wofür sie eigentlich gestimmt haben und was die langfristigen Folgen sein werden. Es existiert der umfassende Eindruck, dass eine relativ unbedeutende und heimische politische Debatte zu einer Entscheidung eskaliert ist, die für Jahrzehnte das Leben der Leute negativ beeinflussen wird.

Wenn ich mit Kollegen rede, gibt es zwei Hauptgedanken in ihren Köpfen:

1. Werde ich meinen Job verlieren oder werde ich ins Ausland müssen?

2. Wird der Wert meines Hauses – was mich so viel gekostet hat – kollabieren?

Werden Jobs aus London verlagert? Persönlich glaube ich, dass es nur ca. 1000 bis 2000 im Front Office gibt, die in den nächsten 24 Monaten wirklich nach Paris, Frankfurt und Dublin verlegt werden. Das muss jedoch jedoch nicht die Haupttriebfeder bei der Verlagerung darstellen. Wie mehrere Leute hervorgehoben haben, werden viele Unternehmen die Chance nutzen, viel mehr Personal als nötig in günstigere Regionen zu verlagern.

Banker sind stoische Leute. Während die Angst durchaus vorhanden ist, verfällt keiner in Panik und packt seine Taschen. Allerdings ist jedem bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit umziehen zu müssen, substanziell gestiegen ist. Frankfurt und Paris sind die naheliegendsten Orte. Wie es für Südeuropa aussieht ist sehr viel vernebelter.“

Fred Ricci ist das Pseudonym eines Senior-Salesmen einer großen US-Bank in London.

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