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Der Ratgeber von J.P. Morgan für Jobs im Banking nach dem Brexit

Banking jobs post-Brexit J.P. Morgan

Wenn Sie in der Bankenbranche arbeiten und versuchen sich in der Landschaft nach dem Brexit zurechtzufinden, bieten die Analysten von J.P. Morgan erste Orientierung.

In einer gestern erschienen Mitteilung betrachten sie die Implikationen vom Ergebnis des britischen Referendums für die kurz- und mittelfristigen Umsätze im Bankgeschäft – Sparte für Sparte und Bank für Bank. Das müssen sie wissen:

1. Die Investmentabteilung (IBDs) wird es am stärksten treffen

Wie zuvor berichtet meint J.P. Morgan, dass es die Investmentabteilungen sind, die vom Brexit am stärksten betroffen werden – besonders Bereiche wie M&A und Equity Capital Markets.

“Die Kreditabteilungen und die Beratungsabteilungen könnten sich substanziellen Verlangsamungen gegenübersehen,” so die Erwartungen der Analysten für die zweite Hälfte diesen Jahres. Ursache dafür wird eine zurückgehende Zuversicht der Vorstände sein. Die Bank erwartet in 2016 im Vergleich zum Vorjahr beim Investmentbanking einen Gewinnrückgang von 31 Prozent.

2. In den Devisen- und Zinsabteilungen kann man durchaus im Job einsteigen

Mit großen Volumen auf den Devisenmärkten und mit Zentralbanken, die sich eilen, die Kontrolle zurückzugewinnen, könnte man denken, dass sich Devisen- und Zinshändler in einer Post-Brexit-Welt ordentlich schlagen werden.

Die Analysten von J.P. Morgan prognostizieren für diese Händler „wegen erhöhter Volatilität, die höhere Volumina vorantreibt einen positiven kurzfristigen Effekt.“

Sie bieten jedoch drei gute Gründe an, warum diese Effekte nicht anhalten werden:

1) Kurslücken durch Volatilität könnten zu Bewertungsverlusten in den Beständen führen.

2) Die anfängliche Phase höherer Aktivität könnte von einer ruhigen zweiten Hälfte abgelöst werden, wie es schon bei früheren Ausverkäufen der Fall war.

3) Die Volumina im Sekundärmarkt werden wie die Emissionen am Primärmarkt sehr wahrscheinlich sinken.

3. Für Kredithändler sieht es schlecht aus

Wachsende Zinsspreizungen bei Krediten sind schlecht für Kredithändler. Wachsende Zinsspreizungen bedeuten fallende Anleihepreise, die den Handel erschweren und in Marktbewertungsverlusten der Bestände enden können.

Die Zinsen sind in einer „risikoscheuen“ Umgebung bereits auseinandergegangen und J.P. Morgan rechnet damit, dass die Zinsspreizung noch mehr zunehmen wird. Auch wenn Kredithändler im zweiten Quartal eine kurze Atempause bei den zurückgehenden Ertägen hatten, rechnet J.P. Morgan für die zweite Jahreshälfte mit fallenden Erträgen.

4. Aktien-Händler werden viel zu tun bekommen, aber wenig verdienen

Theoretisch sollte es bei den Aktien-Händlern nach dem Brexit gut laufen – möglicherweise wird es das aber nicht. „Obwohl die Volumen in einer volatileren Umgebung zunehmen werden, sehen wir nicht, dass sich das notwendigerweise in höheren Erträgen der Investmentbanken niederschlägt,“ verkünden die Analysten von J.P. Morgan.

Warum nicht? Sie sagen, dass die Handelsvolumina hauptsächlich durch „niedrigmargige automatisierte Plattformen“ abgewickelt werden und „ein abwärts gerichteter Markt allgemein niedrigere Margen bedeutet“. Darüber hinaus würden die Handelsvolumina nach dem Chaos sehr wahrscheinlich nachlassen und „Volatilitäslücken sind nie gut für die Einnahmen“ bei den Equity-Derivaten.

5. Am schlimmsten wird es bei der Deutschen Bank (und der Credit Suisse)

Nach dem letzten Freitag sind die Analysten von J.P. Morgan genau genommen nicht gerade optimistisch für die Ertragschancen irgendeiner Investmentbank. Die düstersten Ausblicke jedoch sind für die Deutsche Bank reserviert, deren Erträge pro Aktie in 2016 in Folge der Abstimmung wohl um 26 Prozent zurückgehen werden.

Bei der Credit Suisse wird es nach der Erwartung in Folge der Abstimmung auch nicht gut laufen, wenn auch die Analysten hier keine Rückgangsprognose bei den Ertägen je Aktie (EPS) wagen. Sie merken lediglich an, dass die Credit Suisse einen erheblichen Teil ihrer Einkünfte beim Fixed Income durch Kredite und Anleiheprodukte macht, die beide überproportional in den aktuellen Marktlagen verlieren werden.

Zurückgehende Erträge je Aktie resultieren regelmäßig in Kosteneinsparungen. Wenn J.P. Morgan Recht hat, wird es für Tidjane Thiam und John Cryan ein interessantes Jahr und für die Angestellten der Credit Suisse und der Deutschen Bank ein interessantes Halbjahr werden.

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