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Wie Sie bei einer Bewerbung nachfassen – ohne verzweifelt zu erscheinen

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Das Nachfassen nach einer Bewerbung erfordert schon etwas Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Bis ein Bewerbungsprozess von der Einsendung der Unterlagen über die Sichtung und die diversen Vorstellungsgespräche an sein Ende gelangt, können schon Monate verstreichen – zumal es einen Trend zu mehr und mehr Vorstellungsgesprächen gibt. So berichtet ein Schweizer Headhunter, schon einmal mit einem Kandidaten 29 Vorstellungsgespräche besucht zu haben – bei demselben Arbeitgeber selbstverständlich. Wem das zulange dauert und nachhaken möchte, muss einige Punkte beachten:

Nachfassen nach dem Einreichen der Bewerbungsunterlagen

Karrierecoach Tina Nicolai empfiehlt eine kurze E-Mail oder eine Nachricht in den sozialen Netzwerken, um den Recruiter oder HR-Mitarbeiter auf das Hochladen Ihrer Unterlagen aufmerksam zu machen. „Beziehungen und Nachfassen sind die beiden entscheidenden Elemente, um am Ball zu bleiben“, sagt Nicolai.

Falls es sich um einen Einstiegsjob handelt, dann macht es wenig Sinn, schon frühzeitig nachzuhaken – einfach weil die Arbeitgeber auf diesem Karrierelevel zunächst unzählige Bewerbungen abarbeiten müssen. Falls es sich um eine Bewerbung außerhalb der üblichen Fristen handelt, dann hilft es, wenn jemand anderes für Sie nachfasst, meint Karrierecoach Janet Raiffa, die früher das Campus Recruting von Goldman Sachs leitete.

„Die Person, die die Lebensläufe sichtet, wird davon überschwemmt und wird kaum begeistert sein, den Stapel durchzugehen“, warnt Raiffa. „Wenn jemand im Unternehmen an die Tür dieser Person klopft oder ihr eine E-Mail schickt, in der er den Bewerber empfiehlt, dann werden die Unterlagen wesentlich aufmerksamer gelesen.“

Falls Sie Ihre Bewerbung auf einer Website hochladen, dem sogenannten „Applicant tracking system“ (ATS) und Sie erhalten keine automatische Empfangsbestätigung, dann sollten Sie innerhalb von 24 bis 48 Stunden nachfragen, ob die Unterlagen eingegangen sind, empfiehlt Karriereberaterin Amy Adler von Five Strengths Transition Experts.

„Wenn Sie erst einmal sicher sein können, dass Ihr Lebenslauf im Spiel ist – sei es über ein ATS oder über persönliche Verbindungen – dann können Sie bei der Personalabteilung oder der Ansprechperson nachfassen“, sagt sie.

Nachfassen nach einem Vorstellungsgespräch

Bevor Sie ein Vorstellungsgespräch verlassen, sollten Sie immer nach den nächsten Schritten fragen. Damit erfahren Sie auch, wann ein Nachfassen angebracht ist und Sie erhalten eine mündliche Zusage des Gesprächsführers, dass die Angelegenheit vorangeht, erläutert Nicolai.

Sie können einfach sagen: „Ich würde nach unserem heutigen Treffen gern am Ball bleiben. Wann würde es denn Sinn machen, Sie noch einmal zu kontaktieren?“ oder „Ich würde unser Gespräch gerne fortsetzen, wann kann ich denn telefonisch nachfragen?“ Dann sollte der Hiring Manager Ihnen mitteilen, wann ein Nachfassen angebracht ist.

„Wenn Sie innerhalb dieses Zeitrahmens nichts mehr von der Person hören, dann dürfen Sie sie durchaus anrufen“, meint Adler. „Doch keinesfalls sollten Sie sie mit Telefonaten bombardieren, das wirkt nur aufdringlich.“

„Eigentlich sollten Sie dann eine Antwort erhalten. Wenn Sie innerhalb der Frist jedoch nichts hören, dann sollten Sie am nächsten Tag anrufen oder eine E-Mail senden, in der Sie nach den nächsten Schritten fragen“, sagt Nicolai. „Hiring Manager, Recruiter und Headhunter mögen es, wenn ein Kandidat nachfragt, da dies für Engagement spricht.“

Das richtige Timing ist entscheidend

Einige Bewerber fassen allerdings zu rasch oder zu häufig nach. „Ich habe schon von E-Mails gehört, die fünf Minuten nach einem Vorstellungsgespräch verschickt wurden“, erzählt Raiffa. „Und von Dankes-E-Mails, die sogar vorab verschickt wurden.“

„Falls ein Interviewer einen vollen Zeitplan hat, dann sollten Sie zumindest warten, bis die Runde an Vorstellungsgesprächen vorbei ist“, rät die Expertin. „Nach einem zweiten Vorstellungsgespräch sollten Sie mindestens 24 Stunden verstreichen lassen, bis Sie sich in einer E-Mail bedanken.“ Auch Adler empfiehlt, sich innerhalb von 24 Stunden nach einem Vorstellungsgespräch bei den Teilnehmern zu bedanken.

Die E-Mails sollten auf jeden Teilnehmer individuell zugeschnitten sein. „Diese E-Mails ähneln manchmal Anschreiben und erläutern noch einmal, wieso Sie die richtige Wahl für die fragliche Position sind“, sagt Adler. „Nachdem Sie das getan haben, können Sie sich enthusiastisch geben und fragen, wie Ihre Chancen stehen.“

„Falls Sie zu mehreren Gesprächsrunden eingeladen werden, sollten Sie trotzdem Dankes-E-Mails schreiben. Das gilt übrigens auch, wenn Sie sich in späteren Gesprächen wiedersehen.“

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