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GASTBEITRAG: Die besten Tipps eines Ex-Goldman Sachs-MDs zu Vorstellungsgesprächen

Banking job interview Goldman Sachs

Gratulation: Sie haben die erste Hürde genommen, Ihr Lebenslauf wurde für interessant befunden und Sie zu einem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen. Ein solches Erstgespräch dient meist dazu, den Kreis der Bewerber weiter einzuschränken. Entsprechend sollten Sie sich präsentieren.

Nachdem ich in meiner 16jährigen Karriere an 250 bis 300 solcher Gespräche teilgenommen habe, wovon die Hälfte bei Goldman Sachs stattfanden, empfehle ich folgendes Vorgehen:

1. Bereiten Sie sich vor

Die Vorbereitung ist entscheidend. Sie müssen sich über das Unternehmens, die Abteilung und das Team informieren, bei dem Sie sich vorstellen. Im Idealfall machen Sie sich auch über die übrigen Gesprächsteilnehmer kundig. Die Interviewer wollen sich mit jemanden unterhalten, der ins Unternehmen passt. Daher müssen Sie wissen, wie es um die Firma steht, auf aktuellem Stand sein und die jüngsten Artikel gelesen haben, die über das Unternehmen veröffentlicht wurden. Worüber unterhalten sich die Mitarbeiter des Unternehmens?

2. Atmen Sie durch

In den schlimmsten Vorstellungsgesprächen ist der Bewerber nervös, verlegen oder einfach unfähig zu vermitteln, was er überhaupt möchte. Das ist für die Gesprächsführer genauso frustrierend wie für den Bewerber. Der einfachste Weg, damit umzugehen – und so mache ich das heute noch- besteht darin, tief einzuatmen. Nehmen Sie auch die sogenannten „Power Poses“ ein, um Ihre Körpersprache auf das Gespräch einzustimmen.

3. Geben Sie sich professionell

Ein Gesprächsführer möchte sehen, dass Sie zum Unternehmen passen. Sie wollen nicht den Kopf dafür hinhalten, eine unverschämte, unprofessionelle Person einzustellen. Daher sollten Sie ein Lächeln aufsetzen, sobald Sie einen Fuß in den Raum setzen und höflich auftreten. Achten Sie auf einen professionellen Sprachgestus und darauf, wie Sie sich hinsetzen und verhalten. Vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie auf die Stelle passen. Wer es genauer wissen möchte, dem empfehle ich das Buch „Die Psychologie des Überzeugens“ von Robert Cialdini.

4. Bauen Sie eine Beziehung auf

Am wichtigsten an einem Vorstellungsgespräch ist, dass Sie möglichst bereits in den ersten fünf Minuten eine Beziehung zu den anderen Teilnehmern aufbauen. Das kann über die gemeinsame Uni, ihr Lieblingsurlaubsdomizil oder ihren Geburtsort geschehen. Leute mögen Menschen, die ihnen selbst ähneln. Sobald Sie die Sympathie der Gesprächspartner erobert haben, schaffen Sie es in die nächste Gesprächsrunde. Suchen Sie also nach Gemeinsamkeiten oder Verbindungen. Versuchen Sie herauszubekommen, was für sie in ihrem Leben wichtig ist. Falls Ihnen das schwer fällt, dann lesen Sie Dale Carnegies Longseller: „Wie man Freunde findet. Die Kunst beliebt und einflussreich zu werden.“

5. Stellen Sie Fragen

Bei den besten Vorstellungsgesprächen registrieren die Gesprächspartner ihr allgemeines Interesse. Dies erreichen Sie am leichtesten, in dem Sie selbst Fragen stellen. Falls Ihnen keine eigenen Fragen einfallen, nehmen die Gesprächspartner an, dass Sie entweder nicht sonderlich schlau oder nicht sonderlich interessiert sind. Legen Sie sich also mindestens zehn eigene Fragen zurecht. Dabei hilft es, ein eigenes Notizbuch zum Gespräch mitzubringen.

6. Erzählen Sie Ihre Geschichte

Sie müssen entscheiden, was Sie in dem Vorstellungsgespräch herüberbringen wollen. Worin besteht genau Ihre Message? Wie wollen Sie in Erinnerung bleiben? Viel zu viele Menschen verfallen auf den Irrtum, dass sie in einem Vorstellungsgespräch lediglich Fragen beantworten und irgendwie überleben müssen. Doch darum geht es überhaupt nicht. Vielmehr stellt ein Vorstellungsgespräch für Sie die optimale Gelegenheit dar, Ihre Message herüberzubringen. Erklären Sie, wieso genau Sie eingestellt werden sollten und was Ihnen bereits in der Vergangenheit gelungen ist. Teilnehmer an Vorstellungsgesprächen lieben Geschichten. Um Ihre Leistungen gebührend abzufeiern, empfehle ich die STAR-Methode.

7. Bleiben Sie in Erinnerung

Die Vorstellungsgesprächsteilnehmer werden am gleichen Tag womöglich noch mit vier bis fünf weiteren Kandidaten sprechen und mit 15 bis 20 in der gesamten Woche. Doch wie können Sie aus der Masse hervorstechen? Werden die Teilnehmer sich am Ende der Woche noch an Sie erinnern? Wem es Ihnen gelingt, positiv in Erinnerung zu bleiben, der wird zur zweiten Runde eingeladen.

8. Überlegen Sie sich, wie Sie nachfassen

Sie haben Ihr Bestes gegeben und die Angelegenheit ist gut verlaufen. Vielleicht gelangen Sie in die nächste Runde, vielleicht auch nicht. Sie haben allerdings erst interessante Leute getroffen. Sie haben keine Ahnung, was als nächstes ansteht; dennoch ist es ratsam, im Kontakt zu bleiben. Versuchen Sie also die Kontaktdaten der Gesprächsteilnehmer herauszufinden. Vielleicht ist die Zeit nachzuhaken gekommen.

Der Autor arbeitete als Managing Director bei Goldman Sachs und bloggt auf „What I Learned on Wall Street (WilowWallStreet.com).

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