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Die angesagtesten Programmiersprachen in Banking & Finance

Progammiersprachen

Millionen Kunden der Deutschen Bank wurde erst kürzlich wieder bewusst, mit welchen IT-Problemen ihr Institut zu kämpfen hat. Die Systeme streikten und es kam zu Doppelbuchungen. Beim Thema IT-Pannen steht die Deutsche Bank keinesfalls allein dar. Häufig laufen noch hunderte von Altsystemen bei den Banken neben moderneren Lösungen; die Komplexität ist kaum noch beherrschbar. Darüber hinaus werden immer neue Programmierungen für Regulierung und Mobilebanking benötigt.

Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass mehr und mehr Banken sich vom Outsourcing verbabschieden und ihre internen IT-Kapazitäten aufstocken. Bestes Beispiel hierfür stellt wiederum die Deutsche Bank dar. „Das Outsourcing ging eindeutig zu weit, die Balance ging verloren“, sagte etwa Deutsche Bank IT-Chefin Kim Hammonds der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Mithin fallen die Berufschancen für IT-Experten bei Banken glänzend aus. Hier wichtigsten Programmiersprachen und Trends:

NoSQL-Lösungen auf dem Vormarsch

Der Umgang mit riesigen Datenmengen, Neudeutsch Big Data, stellt ein Zukunftsthema dar. Leider lassen sich die Datenmengen mit klassischen relationalen Datenbankmodellen kaum noch bewältigen. „Bei SQL – was genau genommen die Abfragesprache ist – handelt es sich eigentlich nur um eine Anreihung von zweidimensionalen Tabellen zu einem dreidimensionalen Container mit relationalen Bezügen“, erläutert der auf Technologie in Finance spezialisierte Personalberater Hans M. Mantell von Indigo Headhunters in Frankfurt. „Daher gewinnen NoSQL-Lösungen wie z.B. das in Java entwickelte Hadoop Framework an Bedeutung, welches mit dieser Tradition bricht und mithilfe des MapReduce-Algorithmus von Google in der Lage ist, größte Datenvolumen mit hoher Geschwindigkeit zu verarbeiten. Dies ist ein wichtiger Ansatz, um aus un- oder teilstrukturierten Daten die gewünschten Erkenntnisse strukturiert abzuleiten.“

Statistik ist Trumpf: R, MATLAB und SAS

Das Thema Big Data fördere auch statistische Lösungen wie R und MATLAB oder Tools von SAS. „Diese Ansätze wurden im wissenschaftlichen Kontext entwickelt und zielen darauf ab, numerisch Muster und Trends in größeren Datenmengen zu erkennen“, sagt Mantell.

Ganz ähnlich sieht dies IT-Headhunter Mark Dowsett von der Stamford Group in Zürich. „Die Anwendungen in Big Data sind etwas ganz Neues“. Daher würden Spezialisten für Technologien aus dem statistischen Umfeld wie R, MATLAB, Hadoop oder auch SAS gesucht.

C++, C# und Python

„Wir sehen eine gewisse Entwicklung weg von Java hin zu C#“, erzählt Dowsett weiter. Die Credit Suisse habe beispielsweise die strategische Entscheidung gefällt, sämtliche Neuentwicklungen nur noch in C# durchzuführen.“ Experten für C# und das Entwicklungsumfeld .Net seien daher gefragt. Vor ein paar Jahren wäre so etwas wie ein FX-Handelssystem in Java auf einer Unix-Plattform programmiert worden.

In vielen Kernbanksystemen kommt es auf Geschwindigkeit und Verfügbarkeit an. „Hier dominieren hardware-nahe Programmiersprachen wie C, C++, C# und Python“, ergänzt Mantell. „Python ist darüber hinaus auch noch ein gut lesbarer, syntaktischer Code, der zeitkritische Programmteile in maschinennahen Subroutinen ausführen kann.“ Ein weiterer Vorzug sei, dass auch Google Python nutze, ergänzt Dowsett.

Im Back End-Bereich der Banken hätten Kandidaten Vorteile, die mit ähnlichen Kernbanksystemen bei anderen Häusern bereits Erfahrungen gesammelt haben – ganz anders als im Front End. Dort würden Entwickler und UI/UX-Designer gesucht, die schon Erfahrungen mit User-Interfaces und Customer Journeys außerhalb der Bankenweltgesammelt haben, z.B. bei Amazon, sagt Mantell.

Java

Wenn es um die Verbreitung von Programmiersprachen geht, steht Java immer noch an erster Stelle. Laut dem TIOBE-Index von Juni 2016 liegt Java mit einer Verbreitung von über 20 Prozent vor C, C++, Python und C#-Sharp auf Rang 1. Doch im Banking werde Java aus Geschwindigkeitsgründen selten für Kernaufgaben herangezogen. „Eine große Rolle spielt Java, wenn es darum geht plattformübergreifende Lösungen für Kunden zu entwickeln und diese z.B. auf Smartphones oder Tablets laufen müssen“, sagt der Experte.

COBOL

Die Uraltsprache COBOL findet sich im TIOBE-Index immer noch auf dem 20. Platz. Dafür gibt es auch Gründe. Laut Mantell würden sich viele Systeme von Banken und Versicherungen nach wie vor auf die Sprache aus den 60er Jahren stützen. Dies belegt einmal mehr, mit welch organisch gewachsenen und überkommenen Lösungen Banken zu kämpfen haben.

Fazit

Um ihren Hunger nach IT-Kräften dauerhaft decken zu können, müssten die Banken neue Wege beschreiten. Die Institute müssten sich offener für Programmierer zeigen, die in ihrem Auftritt und Umgang vielleicht nicht ins klassische Bankenumfeld passen. Auch müssen sie bereit sein, Programmierer einzustellen, die kein Deutsch, sondern nur Englisch und ihre jeweilige Muttersprache sprechen. „Viele Spitzenkräfte legen einfach keinen Wert darauf, auch noch Deutsch zu lernen“, kommentiert Mantell.


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