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Wie Sie Ihrem Chef beibringen, dass Sie Urlaub verdienen

Besser als jeder Handelssaal.

Besser als jeder Handelssaal.

Als im vergangenen Sommer die Märkte einbrachen und Investmentbanken die Axt an den Mitarbeiterstamm legten, haben einige Angestellte vorsorglich von ihrem Urlaub Abstand genommen. Tatsächlich betrachten es Manager teilweise als besondere Ehre, wenn Banker sich möglichst wenig Freizeit gönnen. Darüber hinaus muss so mancher Banker selbst am Strand noch über sein Smartphone ständig erreichbar sein.

Derzeit arbeiten diverse Banken an ihren Abbauprogrammen. Während Köpfe rollen, ist es besonders gewagt, sich für zwei Wochen ans Mittelmeer zu verabschieden. Daher haben wir ein paar Vorsichtsregeln und Tipps für den Urlaubsantrag zusammengestellt:

1. Glauben Sie nicht, dass es Ihren Vorgesetzten kümmert

Wenn Ihr Vorgesetzter gestresst ist und mächtig unter Druck steht, wird er Ihnen kaum die Gründe seiner Angespanntheit offenbaren. Daher ist Empathie gegenüber Ihrem Chef fehlangebracht. Umgekehrt bringen viele Vorgesetzten kaum Verständnis für die privaten Gründe ihres Urlaubswunsches mit. So etwas kann sogar für die Hochzeit der eigenen Schwester gelten. Immer stehen die geschäftlichen Bedürfnisse im Vordergrund.

Schon ein falsches Timing beim Vorbringen des Urlaubswunsches kann sich zu einem veritablen Problem auswachsen, warnt Karriereberaterin Diane Baranello von Coaching for Distinction. Vielmehr sollten Sie geduldig auf den passenden Augenblick warten.

Laut Karrierecoach Caroline Ceniza-Levine von SixFigureStart sollte sich jeder Mitarbeiter fragen: „Gibt es bestimmte Tageszeiten oder Wochentage, an denen Ihr Vorgesetzter besonders mürrisch ist? Zu diesen Zeiten sollten Sie vermeiden, nach Urlaub zu fragen.“

2. Sprechen Sie von Ihrer Leistung

Baranello empfiehlt ein Gespräch mit einer positiven Bemerkung zu beginnen. „Ich möchte Sie beim sehr wichtigen Projekt, an dem ich arbeite, auf den neuesten Stand bringen“ (Oder über die Beziehung zu einem sehr wichtigen Kunden.)

„Erläutern Sie auch, wie hoch die Hürden oder wie komplex die Hindernisse gewesen sind, die Sie überwinden mussten“, rät Baranello. „Welche Folgen hätte es gehabt, wenn die Ziele nicht erreicht worden wären? Mit welchen Herausforderungen waren Sie konfrontiert? Wie haben Sie Ihren Chef aus dem Stress herausgehalten?

„Sie müssen eine Erfolgsgeschichte präsentieren. Auf diese Weise schaffen Sie ein freundliches Umfeld für Ihre eigentliche Frage“, ergänzt Baranello.

3. Halten Sie sich an die Fakten

Karrierecoach Jane Cranston wiederum rät nur kurz und prägnant Ihren Wunsch vorzubringen und auf jegliche Erläuterungen zu verzichten, solange Ihr Chef nicht nachfragt. Dennoch sollten Sie auf mögliche Fragen vorbereitet sein.

„Es ist sehr wichtig zu planen, wer Ihre Arbeit übernimmt und wie alles funktioniert, während Sie im Urlaub sind“, betont Crainston. „Stellen Sie sicher, dass nichts in der Schwebe bleibt.“ Auch sollten Sie klären, ob Sie während Ihres Urlaubs erreichbar sind. „Sagen Sie bloß nicht ja, wenn Sie nein meinen“, warnt Cranston.

4. Nehmen Sie es nicht persönlich

So manche Führungskraft einer Bank ist mürrisch, ganz gleich wie vorsichtig und durchdacht Sie Ihren Urlaubswunsch vorbringen. Aus diesem Grund warnt Ceniza-Levine davor, eine entsprechende Reaktion persönlich zu nehmen.

„Wenn Ihnen Urlaub zusteht, dann sollten Sie Ihren Vorgesetzten wissen lassen, wann Sie ihn genau nehmen wollen und wie die Pläne für Ihre Vertretung aussehen“, sagt sie. „Anschließend sollten Sie einfach über eine schnippische Bemerkung oder einen Appell an Ihr Schuldgefühl hinwegsehen.“

„Falls Ihr Vorgesetzter Sie von Ihren Urlaubsplänen abbringen möchte, der Ihnen zusteht, dann müssen Sie dieses Problem womöglich mit Hilfe eines Mentors oder der Personalabteilung lösen, was allerdings nur die letzte Möglichkeit darstellt“, warnt Ceniza-Levine. „In den meisten Fällen genügt allerdings ein wenig Planung und ein positiver, aber bestimmter Auftritt, dass Sie Ihren Urlaub nehmen möchten.“

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