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GASTBEITRAG: Wieso ich als einziger Junior Banker um eine Kündigung herumkam

Das muss nicht sein.

Das muss nicht sein.

Wer die Welt des Investment Bankings betritt, gibt sich wenigen Illusionen hin, aber ganze Teams zu beobachten, die nach einer kurzen Besprechung mit der Personalabteilung bereits um 9.30 Uhr morgens in die nächste Kneipe umsiedeln, ist schon brutal. Bis zu diesem Ereignis hielten sich die Junior Banker für die Zukunft des Unternehmens. Doch auch sie wurden einfach vor die Tür gesetzt. Am Ende des Tages gehörte ich zu den wenigen, die verschont blieben.

Auch wenn viele Jungbanker einen mühsamen Weg bewältigen mussten, um so weit zu gelangen, sind sie dennoch ersetzbar. Der Trick besteht darin, zu demjenigen zu werden, der sich am schwierigsten ersetzen lässt. Dies geht letztlich auf drei Dinge zurück: Leistung, Image und Positionierung.

1. Sie müssen besser als die anderen sein

Dieser Punkt ist reichlich offensichtlich – also lassen Sie ihn uns schnell abhaken. Sie müssen in Ihrem Job gut sein – fertig. Falls Sie es nicht sind, dann werden Sie vor die Tür gesetzt – und zwar rasch. Dies bedeutet, dass Sie ständig verfügbar sein müssen und die Standards erfüllen, selbst wenn es 5 Uhr morgens ist. Sie müssen in der Lage sein, eine Unternehmensbewertung zu erstellen und diese pünktlich abzuliefern. Dabei handelt es sich nur um die Grundlagen. Falls Sie ein Analyst oder Associate sind, der damit nicht zurechtkommt, werden Sie als erstes vor die Tür gesetzt.

Es gibt aber auch Punkte, die schon einen Unterschied ausmachen. Vielleicht sind Sie das Teammitglied mit dem besten technischen Verständnis. Vielleicht sind Sie auch ein wahrer Superstar, Sie haben neue Kundenbeziehungen für Ihren Managing Director eingefädelt oder dabei geholfen, neue Deals an Bord zu ziehen. Dies wird niemals gebührend anerkannt, denn bei Banken handelt es sich um keine reinen Meritokratien. Sie müssen also nicht nur gut sein, sondern auch das Spiel zu spielen wissen.

2. Alles kommt auf die Erscheinung an

Im Investment Banking dreht sich alles ums Image. Bekanntlich gibt es einen Unterschied zwischen dem, der man ist und als wer man wahrgenommen wird.

Wenn Sie im Front Office arbeiten, stehen die Chancen gut, dass sich Ihre Kollegen als ‚smart‘ geben, ober besser sogar als oberschlau. Und ja, vielleicht sind sie sogar schlauer als Sie, selbst wenn das Ihr Ego verletzt. Falls also jemand wirklich mehr als Sie auf dem Kasten hat, dann müssen Sie sicherstellen, dass dies nicht allzu offensichtlich ist. Sie können beispielsweise jeden um sich herum zu überbieten zu versuchen. Meiner Erfahrung nach endet dies oftmals damit, dass die Leute Ihnen nicht mehr trauen, was Ihrem Image abträglich ist.

Ein besserer Ansatz besteht darin selbst beizutragen als nur auszuführen. Versetzen Sie sich in Situation eines Personalchefs und seiner Mitarbeiter. Fürchten Sie sich also nicht, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten und denken Sie stets darüber nach, wie Sie Mehrwert stiften können. Schnell werden Sie nicht nur als verlässlich gesehen, sondern als wertvolles Teammitglied. Dann erweist sich schnell der Kollege neben Ihnen, der in Windeseile einen Discounted Cash Flow errechnen kann, als das kleinere Problem.

3. Gewinnen Sie das Vertrauen Ihrer Vorgesetzten

Der dritte und letzte Punkt ist besonders wichtig. Letztlich geht es allein darum zu demjenigen zu werden, der sich am schwierigsten ersetzen lässt. Wenn Sie zum Managing Directors Ihres Team eine gutes Verhältnis aufbauen, dann werden Sie womöglich mit der Unternehmensbewertung des wichtigsten Deals betraut, der gerade abläuft. Vielleicht werden Sie auch zum Ansprechpartner für den Kunden ernannt, womit es deutlich schwieriger wird Ihren Namen von der Mitarbeiterliste zu streichen.

All dies bedeutet, dass Sie Ihrem Managing Director sympathisch sind und dass er Ihnen vertraut. Dazu müssen Sie zunächst eine Beziehung zu ihm aufbauen und pflegen, was allerdings leichter gesagt als getan ist.

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