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Erster Stellenabbau: Einstellungswelle im Corporate Banking ebbt ab

Corporate Banking

Die Einstellungswelle im Corporate Banking ist passé.

Auf den Einstellungsrausch im Corporate Banking scheint jetzt der Kater zu folgen. So hat die IKB kürzlich mit dem Betriebsrat den Abbau von 151 Stellen vereinbart, womit bei der Mittelstandsbank immerhin jede zehnte Stelle wegfällt. Doch auch bei den meisten Mitbewerbern ist der Rausch verflogen.

„Wir haben im Corporate Banking drei sehr starke Jahre hinter uns“, beobachtet Personalberater Andreas Krischke von Indigo Headhunters in Frankfurt, der auf den Sektor spezialisiert ist. „Dagegen sind die Banken bei Neueinstellungen sehr, sehr vorsichtig geworden.“ Auch die Absegnungsprozesse von Neueinstellungen würden sich zunehmend in die Länge ziehen. Selbst Stellen, die eigentlich dringend nachbesetzt werden müssten, würden nicht genehmigt. „Alle wollen weiterhin wachsen, aber gleichzeitig die Kosten reduzieren“, ergänzt Krischke augenzwinkernd. Zunächst müssten sich die Investitionen in das Personal in Erträge umsetzen.

Margen rauschen zu Tale

Die Gründe für die Bremsspuren im Firmenkundengeschäft sind teilweise hausgemacht. Durch den verstärkten Ausbau des Geschäfts bei diversen in- und ausländischen Banken und die Niedrigzinsära befinden sich die Margen im freien Fall – allerdings kommen sie von einem hohen Niveau. Nach einer Studie der Strategieberatung Bain & Co. aus dem Dezember gelingt es den Banken nicht, die Kreditmargen zu stabilisieren. Mit 1,4 Prozent liegen sie nur 0,1 Prozentpunkte über dem historischen Tief von 2007 und 2008.

„Im Corporate Banking herrscht Verdrängungswettbewerb“, betonte Bain-Partner Jan-Alexandre Huber bereits im Dezember. „Viele Institute senken ihre Kreditmargen, um Kunden zu gewinnen.“

Bei Firmenkrediten handelt es sich traditionell um ein Ankerprodukt, das Banken nutzen, um einen Fuß in die Kundentür zu bekommen. Anschließend soll durch den Verkauf anderer Produkte wie Cash Management-Lösungen oder Derivate zur Absicherung von Wechselkursrisiken Provisionen kassiert werden. Laut Bain hätten sich die Hoffnungen auf die sogenannten Cross-Selling-Erträge indes nicht erfüllt. Daher würden die Banken kaum um Sparmaßnahmen herumkommen.

Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass Headhunter Dirk Albütz von Fibance in Frankfurt die gesunkene Personalnachfrage auf die Niedrigzinsphase und den Konkurrenzdruck zurückführt. „In der Vergangenheit gab es ein Gentlemen‘s Agreement, dass sich die Landesbanken in ihren jeweiligen Märkten nicht gegenseitig Konkurrenz machen. Heute sind Institute wie die BayernLB in ganz Deutschland aktiv“, berichtet Albütz. Der Ausbau des Filialnetzes für das Firmenkundengeschäft habe zeitweilig zu einer erhöhten Personalnachfrage beigetragen.

Docht mittlerweile liege der Augenmerkt wieder auf der Kostenseite. „Es herrscht eher der Trend, Bereiche wie Multinationals und Mittelstand zusammenzulegen“, erzählt Albütz. „Ich war noch einer der letzten, die auf der Einstellungswelle mitgeritten sind. Derzeit stehen die Zeichen bei den Banken eher auf Abbau als auf Aufbau.“

Nur noch Senior Manager gesucht

Gesucht würden hauptsächlich noch Senior Corporate Banker von Director bis zum Managing Director, die Geschäft mitbringen können. „Diese Senior Manager schauen sich aber ganz genau an, ob sie das auf der neuen Plattform auch umsetzen können“, meint Albütz.

Auch Headhunter Rolf Behrens von Banking Consult in Bad Nauheim registriert eine Verringerung der Nachfrage. Er führt die Entwicklung allerdings auch auf einen anderen Effekt zurück: „Wenn Großbanken entscheiden, ihr Mittelstandsgeschäft auszubauen, dann werben sie Banker von anderen Häusern ab. Auf diese Weise entstehen dort Lücken, die wiederum besetzt werden müssen“, erläutert Behrens. Einige große Player könnten so eine Welle auf dem Arbeitsmarkt auslösen, die jetzt eben langsam abebbe.


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