☰ Menu eFinancialCareers

GASTBEITRAG: Wieso ich als Jungbanker immer noch bei Mama und Papa lebe

Wenn Banker noch im Kinderzimmer hausen.

Wenn Banker noch im Kinderzimmer hausen.

Ich bin als Analyst bei einer Top-US-Bank in London beschäftigt. Ich arbeite hier, seitdem ich vor zwei Jahren die Uni verlassen habe und pendle zwischen London und New York, um Kundenbeziehungen zu pflegen. Ich verdiente wahrscheinlich mehr als die meisten meiner ehemaligen Studienkollegen, aber ich lebe immer noch bei meinen Eltern in einem Vorort von London in Surrey.

Damit stelle ich die Ausnahme dar. Ich würde sagen, dass nicht mehr als 10 Prozent der Analysten unter meinen Kollegen immer noch bei ihren Eltern leben. Meine Eltern wohnen gut 60 Kilometer von London entfernt und ich benötige mehr als eine Stunde im Zug, um direkt zur Waterloo Station zu pendeln.

Auch wenn die Mieten in London unverschämt hoch ausfallen, könnte ich es mir leicht leisten, hier zu wohnen – wenn ich es denn wollte. Irgendwann werde ich auch wegziehen, wie es die meisten meiner Freunde bereits getan haben. Auch ich habe das in Betracht gezogen. Aber im Moment möchte ich es nicht. Ich lebe für eine Probezeit bei meinen Eltern und das macht absolut Sinn. Indem ich dort wohne, kann ich mich voll auf meine Arbeit konzentrieren und einigen Komfort genießen. Wenn ich ausgehen möchte und in London übernachten möchte, dann gehe ich einfach zu Freunden.

Es braucht nicht extra erwähnt zu werden, dass dies auch große finanzielle Vorteile mit sich bringt. Denn durch das Leben bei meinen Eltern vermeide ich die Mietkosten und alle Ausgaben, die damit verbunden sind. Ich mache dort nichts, als mich nach der Arbeit auszuschlafen. Indem ich bei meinen Eltern lebe, spare ich schätzungsweise mindestens 12.000 Pfund (gut 15.000 Euro) pro Jahr. Andererseits kostet mich das Zugticket im Jahr etwa 4500 Pfund (knapp 6000 Euro). Diese Kosten müssen natürlich von den Einsparungen abgezogen werden.

Doch wie gehen meine Eltern damit um? Für sie scheint das in Ordnung zu sein und sie helfen mir erheblich. Mein Job ist ziemlich anstrengend und ich arbeite oft mehr als 80 Stunden pro Woche einschließlich der Wochenenden. Meine Eltern wundern sich, wie viel ich arbeite – besonders angesichts des zweistündigen Pendelns pro Tag. Sie sorgen sich um meine Arbeitszeiten und haben mir nahegelegt, mir etwas mit weniger Druck zu suchen. Aber ich haben ihnen gesagt, dass es sich beim Banking um etwas handelt, was man ohnehin nur einige Jahre macht. Also stellt das kein großes Problem dar.

Bei Said Jain handelt es sich um ein Pseudonym.

Kommentare (0)

Comments

Antworten

Pseudonym

Pflichtfeld

E-Mail

Ungültige E-Mail-Adresse

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier