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Die verheerendsten Karrierefehler von Bankern

Karrierefehler

Vorsicht vor falschen Karriereschritten.

Der Aufbau einer Karriere im Banking stellt heute schon eine Herausforderung dar – die Ruinierung jedoch ein Kinderspiel. Angesichts der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt für Finanzprofis lässt sich ein Karriere-Fauxpas kaum noch mit einem Jobwechsel beheben. Daher haben wir zusammengestellt, welche Fehler Banker bei einem strategischen Karriereaufbau tunlichst vermeiden:

Ungeduld

„Der größte Karrieregegner ist die eigene Ungeduld“, meint Gunnar Belden, Geschäftsführer der Maturias Personalberatung in Potsdam. Oftmals zahle es sich aus, in der Karriere ein wenig auf die nächste Gelegenheit zu warten. „Timing ist definitiv einer der wichtigsten Faktoren der Karriereplanung.“ Vor einem internen oder externen Wechseln empfiehlt Belden zunächst die inhaltlichen und beruflichen Möglichkeiten des aktuellen Jobs auszuschöpfen.

Risiko eines Arbeitsplatzwechsels

Ganz ähnlich sieht dies ein Frankfurter Personalberater, der lieber ungenannt bleiben möchte:  „Viele unterschätzen, welches Risiko jeder Wechsel in sich birgt.“ Regelmäßig würden Finanzprofis wegen 10.000 Euro mehr im Jahr oder wegen gewisser Unstimmigkeiten einen Arbeitsplatzwechsel riskieren. „Wenn man 10.000 Euro auf die Monate herunterbricht und dann auch noch Steuern und Abgaben abzieht, dann bleibt oft keine adäquate Risikoprämie übrig“, warnt der Headhunter. Bei neuen Arbeitgebern würden Finanzprofis oft auf neue Probleme stoßen. Überdies könnten sich schon in der kurzen Zeit zwischen Unterzeichnung des Arbeitsvertrags und dem Antritt Führungskräfte oder Umfeld ändern. Eine Kündigung in der Probezeit sei daher keine Seltenheit und die Jobsuche im heutigen Arbeitsmarkt schwierig. „Von der Seitenlinie fällt die Jobsuche deutlich schwerer“, warnt der Personalberater weiter.

Jobhopping

Viele verschiedene Jobs in kurzer Zeit kommen bei kaum einem Arbeitgeber gut an. Dabei wird ein rascher Jobwechsel am Karrierebeginn eher akzeptiert als später. Es lässt sich aber kaum beziffern, wie viele Wechsel angemessen sind. „Ein solcher Rhythmus liegt im Auge des Betrachters“, meint Belden. „Was Konservative für zu rasche Wechsel halten, kann von Progressiven positiv bewertet werden“, sagt Belden.

Im Regelfall solle ein Wechsel nur aus nachvollziehbaren Gründen unternommen werden. „Die Frage, warum ein Wechsel erfolgt, ist wichtiger als wann“, betont Belden.

Zu ambitionierte Karrierepläne

Viele Finanzprofis wollen aus dem Back oder Middle Office ins Front Office aufsteigen oder gleich den Sektor – etwa vom Investment Banking ins Asset Management – wechseln. „Viele fühlen sich nach einer gewissen Zeit berufen, etwas anderes zu machen – etwa nach einigen Jahren im Sales Support ins Sales zu wechseln oder aus der Fondsbuchhaltung ins Portfoliomanagement“, berichtet Headhunter Patrick Riske von Fricke Finance & Legal in Frankfurt. Wer dies anstrebe, sollte sich genau überlegen, ob er für den erstrebten Job wirklich geeignet sei. „Oft werden die kulturellen Unterschiede z.B. zwischen Investment Banking und Asset Management unterschätzt“, warnt Riske. „Wenn das dann nicht klappt, dann hat man einen Bruch im Lebenslauf. Das kann leicht als Scheitern ausgelegt werden“, ergänzt Riske.

Auszeiten während des Karriereaufbaus

Auszeiten von der Karriere sind ganz groß in Mode: Seien es Sabbaticals, Elternzeit für Väter oder ein Masterstudium oder Promotion. „Sich einige Jahre auszuklinken, kann schon zum Problem werden“, warnt Headhunter Rolf Behrens von Banking Consult in Bad Nauheim. Während die ehemaligen Kollegen die Zeit nutzen, um ihrer Karriere voranzutreiben, verbringt so mancher Banker lieber Zeit in Garten oder Hörsaal. „Wenn der Arbeitgeber einen MBA oder eine Promotion unterstützt, kann dies von Vorteil sein“, ergänzt Behrens. „Selbstverständlich ist das aber nicht.“

Negative Haltung gegenüber Vorgesetzten

Weiter warnt Belden davor, mit seinen Vorgesetzten zu sehr „ins Gericht zu gehen“. Schnell entwickle sich eine negative Einstellung zu einem persönlichen Affront. „Gern wird dem Vorgesetzten der schlechtmöglichste und kein guter Wille unterstellt“, beobachtet Belden. Das ziehe rasch negative Konsequenzen für die Karriere nach sich. „Choose your attitude“, lautet sein Rat. Eine wohlwollende Einstellung gegenüber dem Chef verbessere die Karriereperspektiven. „Allerdings sollte man sich auch nicht in eine zu naive Rolle manövrieren“, schränkt der Karrierecoach ein.

Treten Sie nicht nach unten

„Verlassen Sie sich nicht zur sehr auf Hierarchien“, sagt Belden. Da aus Mitarbeitern gelegentlich Vorgesetzte werden, berge die schlechte Behandlung von Untergebenen ein veritables Risiko in sich. „Ein respektloser Umgang mit Kollegen ist sicher nicht förderlich. Das gilt sowohl nach unten als auch nach oben.“

Fokussierung auf das liebe Geld

Bei Geld handelt es sich um einen kurzfristigen Motivator. Rasch wird das neue Gehalt als Selbstverständlichkeit betrachtet. „Einen der größten Karrierefehler besteht darin, für ein paar tausend Euro mehr im Jahr den Arbeitgeber zu wechseln“, warnt Behrens. So mancher Banker würde nur des Geldes wegen von einer erst- zu einer zweitklassigen Adresse wechseln. „Es gibt Banker, die tingeln dann in ihrer Karriere nach unten“, sagt Behrens kopfschüttelnd. Ein Wechsel von z.B. einer erst- zu einer zweitklassigen Adresse dürfe lediglich erfolgen, wenn damit mehr Verantwortung – und namentlich Führungsverantwortung – verbunden sei. „Achten Sie auf die persönliche Weiterentwicklung“, betont Behrens.

Unterdessen vergleicht Belden den Karriereaufbau mit einem Marathonlauf. „Selten ist jemand gut beraten des Geldes wegen in die falsche Richtung zu sprinten. Vielmehr gilt es langsam in die richtige Richtung zu laufen.“


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