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GASTBEITRAG: Die neun goldenen Regeln für eine Beförderung

Berförderung

Beim Investment Banking handelt es sich um eine „up-or-out“-Branche. Entweder klettern Sie die Karriereleiter empor oder Sie gehen. Wahrscheinlicher noch ist, dass Sie herunterpurzeln.

Während dieser schmerzvollen Reise lernen Sie, wie der Beförderungsprozess abläuft. Spätstartern fällt der Aufstieg oftmals besonders schwer. Seiteneinsteiger oder Leute auf ungewöhnlichen Karrierewegen können nur hoffen, die verlorene Zeit wieder hereinzuholen.

Während meiner zehn Jahre im Banking habe ich verschiedene Jobs ausgeübt: In Back Office und Kreditgeschäft, als Branchenspezialist und im Kapitalmarktgeschäft. Meine Karriere folgte gewiss keinem roten Faden. Vielmehr handelte es sich um eine Achterbahnfahrt auf der Karriereschiene. Einmal zählte ich zu den jüngsten Assistant Vice Presidents des Unternehmens; ein anderes Mal war ich einer der ältesten Analysten. Ich versuchte und bekam schließlich auch eine Expressbeförderung zum Associate. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie folgendes beherzigen:

1. Seien Sie sich über Ihre Motivation im Klaren

Mit jeder Beförderung gibt es mehr Geld, (ein wenig) mehr Macht, (vielleicht) bessere Arbeitszeiten und neue Visitenkarten. Doch bevor Sie um eine Beförderung kämpfen, müssen Sie wissen, warum dies für Sie so wichtig ist.

Geht es Ihnen ums Geld oder den Titel? Vielleicht lockt Sie auch der Reiz größerer Verantwortung? Oder Sie haben einfach keine Ahnung, was Sie nach drei Jahren als Analyst machen wollen – was allerdings ein Alarmsignal darstellt. Nur wenn Sie tatsächlich verstehen, wieso Sie eine Beförderung anstreben, können Sie an eine Umsetzungsstrategie gehen.

2. Verstehen Sie die Abläufe

Falls Sie bei einer großen Investmentbank mit hunderten von Analysten und Associates arbeiten, dann sind Sie mit etablierten Beförderungsabläufen konfrontiert. Es gibt Regeln, Fristen und Papierkram – wie z.B. die gefürchteten Selbstbewertungen. Sie müssen ganz genau verstehen, wie der Prozess funktioniert oder Sie scheitern. Der Rockstar-Analyst, der vergisst rechtzeitig seine Selbstbeurteilung bis zum Jahresende einzureichen, steht rasch als Rockstar ohne Job da. Denn Bürokratie ist oft ausschlaggebend.

Erledigen Sie also frühzeitig Ihre Hausaufgaben. Fangen Sie schon heute an! Worin bestehen die formalen Voraussetzungen für eine Beförderung. Wann werden die Entscheidungen getroffen? Benötigen Sie eine Empfehlung eines Vorgesetzten? Wie sehen die Voraussetzungen für eine frühzeitige Beförderung aus? Wie liefen Beförderungen in der Vergangenheit ab?

3. Tragen Sie Ihr Beweismaterial zusammen

Die meisten Unternehmen verfügen über allseits bekannte Voraussetzungen für Beförderungen. Daher sollten Sie von Anfang an aktiv daran arbeiten, dass Sie jeden einzelnen Punkt davon erfüllen. Unterdessen sollten Sie nach Aufgaben Ausschau halten, die etwaige Lücken füllen.

Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass es sich bei diesen Voraussetzungen um Mindestanforderungen handelt. Es stellt immer eine gute Strategie dar, genau zu der Zeit gute Leistungen im Job zu erbringen, wenn Beförderungen anstehen. Das gilt besonders, wenn Sie auf die Überholspur wechseln wollen. Nicht die besten Analysten werden befördert, sondern diejenigen, die alle bereits für Associates halten.

4. Sie sind Teil des Systems

Auch wenn Ihre Mutti Ihnen immer erzählt hat, dass Sie etwas ganz besonderes sind, ist das falsch. In Wirklichkeit sind Sie lediglich einer von unzähligen Jungbankern. Falls es also üblich ist, drei volle Jahre als Analyst zu arbeiten, bevor eine Beförderung zum Associate in Frage kommt, dann sollten Sie auf keine Ausnahme spekulieren.

Falls Sie eine Extrawurst bekommen wollen, dann steht Ihnen einen schwieriger Weg bevor. Es bedarf eines hohen Aufwands an Zeit und Energie seitens Ihres Vorgesetzten und der Personalabteilung. Denn falls eine Ausnahme für Sie gemacht wird, dann muss das erst einmal allen Ihren Kollegen erklärt werden. Damit artet der Aufstieg auf der Karriereleiter zu einem wahren Spießrutenlauf aus.

Von daher sollten Sie sich gar nicht erst für einen Rockstar halten. Ein gesunder Realitätssinn besteht in mehr als nur im Wissen um Ihren Marktwert und Ihre Wettbewerbsposition. Vielmehr sollten Sie die Dinge auch einmal aus der Perspektive der Bank betrachten. Selbst wenn kein Zweifel daran besteht, dass Sie eine Beförderung verdient haben, kann es sich um eine Mission Impossible handeln, falls keine Stellen zur Verfügung stehen. Im einem abstürzenden Markt oder einem schlechten Unternehmensjahr können die Aussichten schon einmal trostlos ausfallen. Sie sollten sich auf die Dinge konzentrieren, die Sie beeinflussen und verändern können.

5. Bekunden Sie Ihr Interesse

Viel zu viele junge Banker erliegen dem Glauben, dass sich eine Beförderung bei harter, intelligenter und langer Arbeit quasi automatisch einstelle. Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt liegen.

Machen Sie den Mund auf. Gleich ob Ihr Arbeitgeber einen strengen Beförderungsplan verfolgt oder solche Entscheidungen ad hoc trifft, müssen Sie Ihr Interesse bekunden. Besonders bei Analysten und Associates, bei denen ein reges Kommen und Gehen herrscht, müssen Führungskräfte oft selbst herausfinden, wer an einer langfristigen Karriere interessiert ist und wer nicht. Sie können Ihrem Manager das Nachdenken erleichtern, indem Sie Ihm Ihre Ambitionen signalisieren. Falls es Ihnen mit Ihrem Beförderungswunsch ernst ist, dann sollten Sie rechtzeitig Bescheid sagen. Damit gelangen Sie auf seinen Radarschirm und belegt, dass Sie es ernst meinen.

Falls Sie sogar eine Express-Beförderung wünschen, dann spielt ein proaktives Vorgehen eine noch größere Rolle. Sobald die Personalabteilung eingebunden wird, spielt die Zeit gegen Sie. Falls Ihr Karrierefortschritt ins Stocken gerät, dann stellen zusätzliche Gespräche und erforderliche Bestätigungen nur noch eine weitere Belastung dar.

6. Kontaktieren Sie die richtigen Leute

Ein Fürsprecher kann schon den Ausschlag über Erfolg und Misserfolg geben. Ohne einen potenten Fürsprecher verenden hoffnungsvolle Karriereambitionen schnell im Nirgendwo. Bauen Sie also frühzeitig Kontakte zu Führungskräften auf, die Ihnen im entscheidenden Moment weiterhelfen können. Darüber hinaus können Sie Ihnen Feedback geben und ermöglichen Einblicke, wie es um Ihre Wünsche steht.

7. Werden Sie nicht zur Belastung

Allerdings gibt es eine feine Grenze zwischen legitimen Engagement und auf die Nerven fallen. Auch wenn sich in Ihrem Denken alles nur noch um Ihre Beförderung dreht, heißt das noch lange nicht, dass dies auch zu den Prioritäten Ihrer Kollegen zählt. Es handelt sich einfach nur um ein Anliegen unter anderen. Wenn Ihre Vorgesetzte Ihnen sagt, dass eine Entscheidung erst im kommenden Jahr fällt, dann sollten Sie nicht gleich morgen nachfragen. Sie haben Ihre Wünsche klar artikuliert – sie kennt sie. Wenn Sie dann immer wieder nachhaken, verlieren Sie womöglich nur eine wertvolle Fürsprecherin.

8. Bleiben Sie offen für neue Gelegenheiten

Eine klassische Beförderung stellt nicht die einzige Möglichkeit dar, die Karriereleiter hinaufzuklettern. Auch ein lateraler Wechsel, ein neuer Arbeitgeber oder der Umzug in eine andere Region können den Lebenslauf voranbringen. Falls Sie langfristig in der Branche bleiben möchten, dann können auch diese Schlenker später einmal einen großen Vorteil darstellen, wenn es wirklich darauf ankommt.

9. Verlieren Sie nicht Ihren Optimismus

Vielleicht handelt es sich einfach nicht um Ihr Jahr. Doch in einer langen Karriere stellt ein einziges Jahr keinen wirklich langen Zeitraum dar. Das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, ist Ihren Antrieb zu verlieren. Falls Sie Niederlagen eingestehen, dann registrieren die Leute das und berücksichtigen Sie vielleicht bei der nächsten Gelegenheit. Sofern Sie bei einer Beförderung übergangen werden, sollten Sie die unvermeidliche Enttäuschung an einem Wochenende ausleben und dann Ihre Anstrengungen für das nächste Jahr verdoppeln.

Mark Franczyk hat zehn Jahre als Investmentbanker gearbeitet. Nachdem er zum Vice President befördert worden war, hat er sich zum Verlassen der Branche durchgerungen, eine professionelle Kochschule besucht und arbeitet mittlerweile als Konditor in New York.

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