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INTERVIEW: Was der Qualified Portfolio Manager für meine Karriere gebracht hat

Absolvent des Qualified Portfolio Managers

Nach einer Bankausbildung und einem Studium an der Bankakademie in Hannover hat Christian Dimanski 2008 als Portfolio Manager in einem Multi Family-Office angefangen. Heute arbeitet der 30jährige im Sales Team der Eurex in Frankfurt und betreut Mitgliedsunternehmen im kontinentaleuropäischen Raum. In einem Interview erläutert Dimanski, wie ihm das Intensivstudium „Capital Market Products and Portfolio Management“  der Capital Markets Academy der Deutschen Börse in Kooperation mit der EBS Executive Education in seinem beruflichen Alltag weiterhilft.

Wie Sind Sie auf das Intensivstudium mit dem Abschluss zumQualified Portfolio Manager aufmerksam geworden?

Im Family Office wurde ich als Portfolio-Manager eingestellt. Meine Aufgabe bestand darin, die Depots der Kunden aktiv zu betreuen und die Positionen nach unseren Markteinschätzungen entsprechend zu verwalten. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Optionen, Futures auf Aktien, Aktienindizes sowie deren zu Grunde liegenden Cash-Positionen.

Mein ehemaliger Chef kam von einer Bank und hatte dort bereits Erfahrungen mit der Capital Markets Academy der Deutschen Börse und der European Business School gesammelt. Er hat mich auf den Studiengang zum Qualified Portfolio Manager aufmerksam gemacht, der zehn Monate dauert und berufsbegleitend von der Deutschen Börse angeboten wird. Ich konnte somit meiner Arbeit nachkommen und nahm  an 30 Tagen über den Zeitraum von zehn Monaten an den Präsenzveranstaltungen in Frankfurt teil.

Nun gibt es verschiedene Fortbildungen für Finanzprofis auf dem Markt. Wieso haben Sie sich für den Qualified Portfolio Manager entschieden?

Der CFA beansprucht üblicherweise drei Jahre und ist vergleichsweise allgemein gefasst; CFA und auch der CIIA stellen gewissermaßen eine Universalausbildung in Finance dar. Ich hatte mich aber schon während meines Studiums auf das Portfolio-Management spezialisiert und beruflich dort auch die ersten Erfahrungen gesammelt. In meinem persönlichen Werdegang fügte sich der Qualified Portfolio Manager besser als ein CFA oder CIIA ein.

Das Programm ist kürzer und stärker auf die Inhalte fokussiert, die ich in der Praxis benötigte. Der Qualified Portfolio Manager belässt es nicht nur bei den Inhalten wie etwa die klassische Portfoliotheorie nach Markowitz, sondern es werden vor allem praktische Anwendungsprofile trainiert. Man hat gelernt: Wie viele Futures muss ich beispielsweise verkaufen, um mein Portfolio in der Beta-Steuerung von 1,2 auf 0,9 zu bewegen? Was heißt es, wenn ein ETF mit Hilfe von Futures voll repliziert wird und wie genau kann dies umgesetzt werden. Dazu wurden immer wieder Beispiele berechnet.

Auch die vertiefte Vermittlung der Produktkenntnisse spricht sicherlich für den Qualified Portfolio Manager. Als Portfolio Manager eines Family Offices musste ich mich vor allem mit dem europäischen Universum von Aktien- und Zinsderivaten auskennen. Die Produktkenntnisse sind sicherlich fokussierter als beim CFA auf das europäische Portfolio-Management zugeschnitten.

Welche Inhalte haben Ihnen beruflich besonders weitergeholfen, was hat Sie wirklich vorangebracht?

In meiner alten Rolle hat mich besonders der Einsatz von Derivaten im Portfolio-Management interessiert. An der Universität hatte ich natürlich gelernt, was Futures und Optionen sind. Doch – mal ehrlich – Anwendungsfälle wurden dort nicht wirklich durchgerechnet. Das war eine spannende Geschichte, die ich erst durch die Fortbildung zu beherrschen gelernt habe. Ich habe mir Kenntnisse angeeignet, die ich dann im beruflichen Alltag einsetzen konnte.

In meinem heutigen Job im Sales Team der Eurex helfen mir vor allem die Produktkenntnisse weiter. Wie funktioniert Produkt XYZ überhaupt. An der Uni werden zwar die Grundlagen-Kenntnisse vermittelt, nicht jedoch die genaue Funktionsweise oder die Varianz der Produkte. Eben dies geht man in dem Qualified Portfolio Manager detailliert durch – im meinem heutigen Beruf stellt dies das größere Asset dar.

Ich habe gehört, dass im Sales-Bereich immer mehr Wert auf Fachkenntnisse und Fortbildungen gelegt wird, weil die Kunden einfach heute mehr Kompetenz erwarten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Im Sales-Bereich findet man auch heute noch viele Quereinsteiger. Heute genügt es in den Finanzdienstleistungen nicht mehr, ein guter Verkäufer zu sein. Wenn Sie mit einem Portfolio-Manager zusammensitzen, der eine Milliarde verwaltet und Sie keine Ahnung haben, dann ist das Gespräch ziemlich schnell vorbei. Diese Leute tragen Verantwortung und haben viel Stress; die wollen sich nicht mit jedem unterhalten, sie müssen Mehrwert liefern. Darüber hinaus nehmen die Komplexität der Produkte und die Konkurrenz am Markt zu. Daher gewinnen Fortbildungen wie der Studiengang zum Qualified Portfolio Manager im Sales an Bedeutung.

Wie wurde der Stoff vermittelt? Was hat Ihnen gut gefallen und was weniger?

Zunächst wurden die Skripte zugeschickt, in denen der Stoff in meinen Augen sehr gut aufbereitet worden war. Der Charakter des intensiven Trainings war genau das, was ich in dieser kurzen Zeit benötigt habe. Das Lernen wurde durch diverse Online-Tools,  z. B. E-Vorlesungen, unterstützt. In den Präsenzseminaren wurden dann die schwierigen Themen durchgesprochen und mit Hilfe von interaktiven Strategietools praktisch angewendet.

Wo kamen die Dozenten her?

Die Dozenten kamen aus Theorie und Praxis. Darunter waren sowohl Professoren und Doktoren von Hochschulen als auch Praktiker aus der Wirtschaft. Das Verhältnis betrug etwa 50:50. Auf diese Weise erhalten Sie einen Blick in das Börsengeschehen – nicht nur von der theoretischen, sondern auch von der praktischen Seite. Sie können einen Blick hinter die Kulissen der Börse werfen. Die Präsenzveranstaltungen finden schließlich in den Räumlichkeiten der Deutschen Börse statt. Da bekommen Sie einiges vom ‚Feeling Börse‘ mit.

Wie laufen die Prüfungen ab und wie bereitet man sich darauf vor?

Der Qualified Portfolio Manager besitzt drei Studienstufen. Für die ersten beiden muss eine jeweils dreistündige Klausur bestanden werden. Bei der dritten Stufe dauert die Klausur lediglich ein Stunde. Hinzu kommt aber noch ein sogenanntes Take-Home-Exam, eine Fallstudie also, die es daheim zu lösen gilt.

Es gab auch Prüfungsteile, die knifflig und kompliziert gewesen sind, für die man viel lernen musste. Ich habe mich mit Gleichgesinnten zusammengefunden, um in einer Kleingruppe gemeinsam für die Prüfungen zu lernen. Daran hat beispielsweise auch eine promovierte Ägyptologin teilgenommen, die durch ihre Promotion große Erfahrung in der Strukturierung komplexer Sachverhalte mitbrachte. In einer Lerngruppe kann immer irgendeiner etwas besser und den anderen beim Verständnis helfen.

Ein Hauptproblem des CFA stellt die niedrige Erfolgsquote dar. Wie fällt diese beim Qualified Portfolio Manager aus?

Die Erfolgsquote, wie ich später erfahren habe, liegt bei etwa 85 Prozent. Bei der im Vergleich zum CFA hohen Erfolgsquote spielen sicher auch die Präsenzphasen eine große Rolle. Diese dauern zwei oder drei Tage – also von Donnerstag bzw. Freitag bis Samstag. Wenn Sie an den Präsenzphasen teilgenommen und diese jeweils einen Tag pro Studientag nachbereitet haben, dann sehen die Erfolgschancen gut aus. Ich denke es fällt schwerer sich alles im Selbststudium anzueignen.

Wem würden Sie den Qualified Portfolio Manager empfehlen?

Ich würde den Qualified Portfolio Manager allen empfehlen, die sich in der Finanzbranche mit Portfolio-Themen auseinandersetzen. Eine solche Fortbildung kann auch für Teilnehmer interessant sein, die sich von Back oder Middle Office ins Front Office weiterentwickeln möchten. Zu den Inhalten gehören ebenfalls Back und Middle Office-Themen – der Schwerpunkt liegt aber ganz klar im Portfolio-Management. In meinem Jahrgang befand sich unter den Teilnehmern sogar ein Privatinvestor, der wollte einfach nur seinen Banker verstehen.

… und wann sollte man die Fortbildung in seiner Karriere wahrnehmen?

So früh wie möglich. Wenn Sie das mit Ihrem Berufseinstieg verbinden können und Ihr Arbeitgeber Sie dabei – auch finanziell – unterstützt, dann erhält man über die Zeit gesehen den größten Mehrwert.

Abschließend möchte ich noch fragen: Was bringt der Qualified Portfolio Manager für die Karriere?

Er bringt Sicherheit im Arbeitsalltag, für Praktiker die Routine, die im Umgang mit Finanzprodukten eine gewisse Voraussetzung ist. Die zehnmonatige intensive Weiterbildung ist sicherlich auch für den Lebenslauf nicht das Schlechteste. Außerdem kann man sich das Intensivstudium vollständig auf die zweite Stufe des Programms „Master in Wealth Management“ der EBS Business School anrechnen lassen und somit seine Karriere weiter ausbauen.

 

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