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GASTBEITRAG: Die Arbeit im Management Consulting hat mich erst ins Burnout getrieben und dann vorangebracht

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Dana Campbell

Meine ersten Jahre in der Managementberatung fielen nicht sonderlich glamourös aus. Dennoch handelte es sich um eine aufregende Zeit und ich sammelte genau die Erfahrungen, von denen ich geträumt hatte. Direkt nach der Uni handelte es sich beim Management Consulting um den faszinierendsten und bedeutendsten Job, den ich mir vorzustellen vermochte. Ehrlich gesagt: Der beständige Druck, die Kunden zu beliefern, und der berufliche Erfolg passten bestens zu meiner Persönlichkeit. Ich habe mich im höchsten Maße in meiner Arbeit engagiert und träumte davon, einmal zum Partner eines der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt zu bringen, bei dem ich arbeitete. Es handelte sich um den Erträgen nach größte Consulting-Unternehmen der Welt.

Der strapaziöse Terminplan

Nach fünf Jahren war alles anders. Ich hatte gerade die Umsetzung einer Reihe von Enterprise Resource Plans (ERPs) hinter mir. Dies bedeutete die wöchentliche Reise ins Nirgendwo, Telefonate um 2 Uhr nachts mit IT-Experten und ein schwindendes soziales Umfeld. Ich war drauf und dran auszubrennen, was mir allerdings noch nicht bewusst geworden war. So ließ ich nichts unversucht, um letztlich meinen ersten Einsatz vor Ort zu erhalten.

Gesundheitliche Probleme

Nur wenige Tage, nachdem ich das Projekt begonnen hatte, knickte mein rechtes Bein ein, als ich die Fifth Avenue hinunterlief, womit eine sechsmonatige Schlacht mit lähmenden Rückenschmerzen einsetzte. Zu diesem Zeitpunkt war ich derart um meinen ersten Vor-Ort-Einsatz besorgt, dass ich das einzige unternahm, was mir möglich erschien: Ich arbeitete einfach weiter – selbst an den Tagen, als der Schmerz so unerträglich wurde, dass ich es nicht einmal aus dem Bett schaffte. Mein Unternehmen akzeptierte eine kurzfristige Krankschreibung, damit ich es zu allen Arztterminen, zur Physiotherapie und den anderen erforderlichen Behandlungen schaffte.

Die Arbeit endet nie in der Stadt, die niemals schläft

Unterdessen lief die Arbeit weiter und ich war mit den gehetzten Anstrengungen konfrontiert, die ständig steigenden Anforderungen unseres Kunden zu erfüllen. Da das Projekt von großer wirtschaftlicher Bedeutung für unser Unternehmen war, lebten die Partner am Limit – Alarmübungen und Nachtarbeit gehörten zum Wochenalltag.

Eine Beförderung trieb mich an den Wendepunkt – und zum Burnout.

Es handelte sich auch um das Jahr, als ich zur Führungskraft befördert wurde. Ich hatte mir das so sehnlich gewünscht, dass ich den Irrsinn mitmachte, ohne ihn hinreichend zu hinterfragen. Als ich befördert wurde, sagte mir meine Vorgesetzte: „Niemand hat Deine Rückenprobleme überhaupt erwähnt, Dana.“ Ihre Kommentare stellten den Wendepunkt dar, was alles hinwegfegte, was ich mir in meiner gesamten Karriere vorgenommen hatte.

Rückblickend betrachtet trat der Burnout langsam ein und es handelte sich um eine Reaktion auf meine wachsende Unzufriedenheit mit dem Job und den Opfern, die ich in meinem Leben erbringen musste. Die Kommentare meiner Vorgesetzten weckten mich auf und halfen mir zu erkennen, wie rückständig das alles war. In diesem Prozess lernte ich drei unschätzbare Lektionen, die mir bei meiner Karriere weiterhelfen sollten:

1. Ich lernte, was Erfolg wirklich bedeutet – und zwar für mich

Im Consulting wird Erfolg in Ergebnissen, der Produktivität, den Kundenbeurteilungen und Geld gemessen. Ich stellte fest, dass meine Vorstellung von Erfolg keines dieser Elemente als Pflichtbestandteil enthielt. Vielmehr bin ich überzeugt, dass der Erfolg in sinnvollen und bedeutenden Handlungen wurzelt, die wirklich dabei helfen, die Situation zu verbessern – sei es einem Unternehmen oder einer Person. Kurz, ich kann mich nicht mit sinnlosen Marotten begnügen, den vorgezeichneten Karrierewegen oder den Tätigkeiten nur um ihrer selbst willen zu folgen.

2. Ich fand den Mut, mir Grenzen zu setzen

Vielleicht hat der Mut auch mich gefunden. Die Genesung von einer ernsten Verletzung erforderte, dass ich lernte, wie ich mich um mich selbst kümmere. Während Monaten von Selbstfindung und „Trial and error“, lernte ich, was mir wirklich wichtig ist und ich fand den Mut, die hierfür erforderlichen Schritte zu unternehmen.

3. Ich verschwendete nicht länger Zeit und Energie auf Arbeit, die ich hasste

Nachdem ich mir erst einmal Grenzen gesetzte hatte, rang ich mich dazu durch, den Einsatz meiner Energie zu optimieren. Ich fand das Selbstbewusstsein, sinnlose Arbeit abzulehnen und mich Hals über Kopf in die wertschöpfenden Tätigkeiten zu stürzen. Mehr als alles andere hat mir das bei Arbeitsengagement und Erfolg weitergeholfen.

Rückblickend weiß ich, dass es das herausfordernde Jahr gewesen ist, in dem ich schließlich die große Beförderung erhielt, welches den Wendepunkt meiner Karriere darstellte. Dies verlieh mir den Impuls, die unternehmerische Karriere zu finden und zu verfolgen, die ich so liebe.

Sie müssen nicht erst einen Burnout erleiden, um Ihre Karriere in die bessere Richtung zu lenken. Schon heute können Sie eine lohnendere Karriere beginnen, in dem Sie Ihre Jobzufriedenheit evaluieren und das von mir Gelernte umsetzen: Es liegt an Ihnen selbst zu definieren, was erfolg ist. Setzen Sie sich Grenzen, um eine Work-Life-Balance zu erreichen und Ihre Energie auf erfüllende Arbeiten zu konzentrieren.

Dana Campell arbeitet als Karriere-, Burnout- und Yoga-Coach in New York. Vorher war Sie im Management Consulting tätig.

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