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Attraktive Jobs an der Börse – nicht nur in Deutschland

Die SWX in der Schweiz baut rund zehn Prozent ihrer Stellen ab. Wie sieht es an anderen
Börsenplätzen aus?

Eigentlich schien die Börsenwelt in Zürich ganz in Ordnung zu sein, denn immerhin hat der SMI seit Jahresbeginn rund 30 Prozent zugelegt. Einige interessante IPOs sind in der Pipeline und so ist es verständlich, wenn man an der SWX von “zur Zeit günstiger Ertragslage” spricht.

Trotzdem verfolgt der Verwaltungsrat das seit rund drei Jahren laufende Kostensenkungsprogramm weiter. Jürg Spillmann, Vorsitzender der Leitung
SWX Group, erklärt, dass der Schritt, die operativen Kosten um 20 Mio.CHF zu reduzieren, lieber in einer “Phase mit fester Konjunktur und verbessertem Arbeitsmarkt in der Finanzdienstleistungsindustrie” vollzogen werden soll.

“Bei einem Hinauszögern nähme die Gefahr zu, dass die Massnahmen mit einem zyklischen Abschwung zusammenfallen und schlimmstenfalls nicht mehr rechtzeitig greifen.”

Um das Sparziel möglichst schnell zu erreichen, werden zwischen 50 und 70 Vollzeitstellen abgebaut. Ende 2003 waren bei der SWX Group 467 Vollzeitstellen besetzt. Der Abbau betrifft also zwischen zehn und 15 Prozent der Mitarbeiter. Werner Vogt, Mediensprecher SWX Group, kann nur bestätigen, dass virt-x zunächst von einem Personalabbau verschont wird. Ansonsten scheinen keine Bereiche oder Funktionsstufen vom beschlossenen Abbau ausgenommen zu sein.

Nach dem Abschluss einiger Grossprojekte gibt es vor allem Abgänge bei temporären Mitarbeitern. Ansonsten soll der Abbau weitgehend über natürliche Fluktuation erfolgen. Offene Positionen werden nach Möglichkeit intern besetzt. Es werden deshalb nur sehr wenige Stellen extern ausgeschrieben. Werner Vogt beruhigt: “Alle Stellen, die ersetzt werden müssen, werden ersetzt.”

Ganz anders sieht die Situation an der Wiener Börse aus. Auch dort laufen die Geschäfte sehr gut, der Leitindex ATX konnte im laufenden Jahr sogar über 50 Prozent zulegen. Im Gegensatz zu Zürich herrscht in Wien grosser Personalbedarf. Beatrix Exinger von der Wiener Börse führt aus: “Wir planen derzeit verschiedene Neueinstellungen. Derzeit haben wir etwa 70 Mitarbeiter und in den letzten Monaten haben wir fünf neue Mitarbeiter eingestellt. Wir besetzten alle offenen Stellen extern.”

Einen wahren Boom scheint die Gruppe Deutsche Börse zu erleben: Die Aktie der Deutschen Börse AG ist der erfolgreichste Wert im DAX mit einem Zuwachs von über 85 Prozent seit Jahresbeginn.

Ende November beschäftigt die Gruppe rund 2900 Mitarbeiter, die Fluktuation liegt bei unter sechs Prozent. Wie gut die Geschäfte laufen, spiegelt sich auch in der Zahl der aktuellen Stellenausschreibungen wider. Insgesamt 88 offene Positionen weist die Homepage des Frankfurter Börsenbetreibers aus. Von Stellenabbau in Zeiten gut gehender Geschäfte also keine Spur. Alexandra Günzer bestätigt: “Wir suchen regelmässig junge hochqualifizierte Mitarbeiter. Beispielsweise Uni-Absolventen in Mathematik, Physik, Chemie, Informatik – also Studienfächer in denen logisches Denken sehr stark gefordert wird. Auch in den vergangenen Jahren haben wir regelmässig Mitarbeiter eingestellt.”

Die Deutsche Börse hat sich überdies den Ruf eines sehr guten Arbeitgebers geschaffen, wie Alexandra Günzer ausführt: “Wir zahlen grundsätzlich übertariflich und auch unsere Sozialleistungen sind sehr attraktiv.” Durch die flachen Hierarchien können Mitarbeiter sehr früh Verantwortung übernehmen. Kein Wunder also, wenn sich zahlreiche Bewerber für die offenen Stellen finden.

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