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Dreier-Fusion von WestLB, Helaba und Deka-Bank wäre GAU für Mitarbeiter

Wo Rauch ist, ist auch Feuer – und wenn erst der Focus und dann die gute alte Tante FAZ über einen bevorstehenden Zusammenschluss zwischen WestLb, Helaba und Deka Bank berichten, dann darf man davon ausgehen, dass im Hintergrund tatsächlich gezündelt wird.

Die beteiligten Banken haben die Berichte über in dieser Woche stattfindende Fusionsgespräche zwar zurückgewiesen. Aber wenn man sich einmal genauer anschaut, was exakt die Sprecher der genannten Institute gesagt haben, dann darf man davon ausgehen, dass die Presseberichte stimmen.

Was aber würde ein Zusammenschluss der genannten Institute zu einer “Landesbank Mitte” für die betroffenen Arbeitnehmer bedeuten?

Natürlich ein Stellenabbau im großen Stil. Gegenwärtig beschäftigt die WestLB in Düsseldorf konzernweit 6.147 Vollzeitkräfte, davon rund 500 in London.

Bei der Helaba arbeiten rund 5.900 Mitarbeiter, die meisten in den beiden Zentralen in Frankfurt und Erfurt.

Und die 1999 aus der Fusion von Deka und DGZ hervorgegangene Deka Bank zählt rund 3.000 Mitarbeiter.

Da die Politiker über die Landesbeteiligungen ein Wörtchen mitzureden haben, muss man kein Prophet sein, um die künftige Struktur der Banken zu erahnen. Schließlich ist die Strategie, ins Investmentbanking einzusteigen, gründlich in die Hose gegangen und hat die Landesregierungen – ergo: die Steuerzahler – Milliarden gekostet.

Da die Landesbanken aber auf keinen Fall den Sparkassen im Privatkundengeschäft Konkurrenz machen können bzw. dürfen – schließlich sind die Sparkassen an ihnen beteiligt, oder halten sogar die Mehrheit – bietet sich vor allem das Mittelstandsgeschäft als das künftige Geschäftsmodell an.

Für die Politiker wäre das eine saubere Lösung, weil die Risiken des traditionellen Kreditgeschäfts leichter zu beherrschen sind, als die Risiken, die sich aus dem Handel mit Kreditderivaten ergeben haben.

Was die Politiker aber noch mehr reizen dürfte: In Zeiten, in denen gerade kleine und mittelständische Unternehmen über gestiegene Kreditzinsen (im Volksmund fälschlicherweise als “Kreditklemme” tituliert) klagen, können die sich als Kämpfer wider die Finanzkrise profilieren.

Davon werden die vielen Mitarbeiter in den Capital-Markets-Abteilungen der drei Institute freilich nichts haben.

Wenn sich sogar der Branchenprimus Deutsche Bank wegen der Finanzkrise komplett aus dem Eigenhandel mit Kreditderivaten und weitgehend aus dem Eigenhandel mit Aktienderivaten zurückzieht, dann dürfte es WestLB, Helaba und Deka Bank schwer fallen, den Fortbestand dieser oder ähnlicher Bereiche im Falle einer Fusion zu rechtfertigen.

Und die Investmentbanking-Bereiche, die nicht aufgelöst werden, müssten nach einer Fusion auf jeden Fall mit einer drastischen Verringerung der Mitarbeiterzahlen rechnen.

Ob die Gewerkschaften – wie bei der Übernahme der Dresdner durch die Commerzbank – noch einmal betriebsbedingte Kündigungen ausschließen können, ist angesichts der drohenden Milliardenlöcher sehr fraglich.

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