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Die sechs heißesten Profile im Schweizer Frühling

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Der Frühling ist da und die Temperaturen steigen. Darüber hinaus ist nach der Ausbezahlung der Boni der rechte Zeitpunkt zu einer beruflichen Neuorientierung gekommen. Wir haben Headhunter in der Schweiz gefragt, wie das erste Quartal verlaufen ist und welches die derzeit heißesten Profile in den Schweizer Finanzdienstleistungen sind:

1. Sales-Experten und Portfoliomanager im Asset Management

„In den Bereichen Sales und Porfoliomanagement spüren wir einiges an Bewegung im Markt“, beobachtet der auf Asset Management spezialisierte Headhunter Thomas Bossard von Bianchi & Partner in Zürich. „Man kann sehen, dass sich das Umfeld stabilisiert hat.“ Einige Anbieter wollen ihr Geschäft ausbauen. Gefragt seien Spezialisten mit „unternehmerischer Einstellung und sehr gutem Track-Record“; manchmal würden auch ganze Teams abgeworben.

Gesucht werde vor allem für „balanced“- und „multi asset class“-Fonds oder im Bereich von alternativen Anlagen. Darüber hinaus würden Experten für festverzinsliche Anlagen aus Nischen gesucht. Dazu zählten etwa hochverzinsliche Unternehmensanleihen oder Katastrophenanleihen, die sogenannten Cat-Bonds, die Versicherer und Rückversicherer nutzen, um ihre Risiken im Schadensfall zu verringern. Die Pensionskassen in der Schweiz würden verstärkt in solche Nischen investieren, da hier noch eine nennenswerte Verzinsung erzielt werde. „Wenn Asset Manager neue Produktideen umsetzen, dann vergeben sie oft parallel dazu Suchaufträge an uns“, sagt Bossard. „Daher erfahren wir immer frühzeitig von diesen Entwicklungen.“

Headhunter Stephan Surber von Page Executive in Zürich beobachtet eine Nachfrage für die Bereiche Institutional und Whole Sales. Vor allem kleinere und angelsächsische Anbieter versuchten sich zu verstärken, während sich die Großbanken zurückhielten. „Bei den Großen ist die Grundhaltung vorsichtig zurückhaltend. Es sind eher die kleineren spezialisierten Anbieter, die Personal aufbauen“, sagt Surber.

2. Nachfolger für Finanzboutiquen

„Ich kann nicht sagen, ob es sich um einen Trend handelt, aber Jauch Associates sucht derzeit oft Geschäftsführer für Nachfolgeregelungen“, erzählt Headhunter Philipp Buis von Jauch Associates in Zürich. Dabei könne es sich um Vermögensverwaltungen, Family Offices oder auch Private Equity-Gesellschaften handeln. Einmal gehe es nur um Geschäftsführer, ein anderes Mal auch um Beteiligung am Unternehmen. „Die Persönlichkeit und das Vertrauen spielen dabei eine große Rolle“, erzählt Buis. Es kämen jedoch nur Kandidaten in Frage, die nicht allein bei einer Großbank gearbeitet haben, sondern auch einschlägige Berufserfahrung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen gesammelt haben. „Das stellt eine ganz andere Ausgangslage dar“, kommentiert Buis.

3. Im Wealth Management steht der Heimatmarkt im Vordergrund

Auch im Wealth Management gebe es durchaus noch Chancen. „Besonders gesucht werden Kundenbetreuer mit dem Schwerpunkt Schweiz“, sagt Headhunter Emanuel Kessler von kessler.vogler in Zürich. Allerdings seien die guten Leute in der Branche nicht immer zu einem Wechsel bereit.

Unterdessen sieht Kessler die verbreitete Meinung, dass viele kleinere Banken aufgrund der steigenden Kosten durch Regulierung und Digitalisierung nicht mehr mithalten können und daher aufgeben müssten mit Skepsis. „Kleinere Privatbanken mit einem klaren Fokus und einer guten Marke werden auch in Zukunft Chancen haben.“

„Wir sehen, dass Multi Family Offices verstärkt Client Relationship Manager mit einem interessanten Portfolio von Banken abwerben“, berichtet Surber. Die Konsolidierung unter den Privatbanken verschaffe den Multi Family Offices neue Geschäftschancen.

4. Business Analysten und Projektmanager

„Das erste Quartal lief viel besser als im Vorjahr. Das hat uns positiv überrascht“, sagt der auf IT spezialisierte Headhunter Mark Dowsett von The Stamford Group in Zürich. Die Befürchtungen nach den Ankündigungen zur Restrukturierung bei der Credit Suisse hätten sich nicht bewahrheitet.

„Das große Thema ist immer noch die Umsetzung von Regulierung und Compliance“, ergänzt Dowsett. Gesucht würden vor allem Business Analysten und Projektmanager auf allen Ebenen. Das Outsourcing und Nearshoring der Softwareentwicklung habe dazu geführt, dass die Anforderungen an die Entwickler besonders präzise formuliert werden müssen. Das Auslagern der Entwicklung führe so zu einem Personalaufbau bei Business Analysts und Projektmanagern vornehmlich im befristeten Bereich. „Ob das am Ende wirtschaftlich sinnvoll ist, hat bislang wohl niemand ausgerechnet“, kommentiert Dowsett.

5. In Compliance geht immer etwas

„Trotz des konjunkturellen Gegenwinds haben wir im ersten Quartal auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für Finanzprofis mehr Aktivitäten als im Vorjahreszeitraum registriert“, sagt Headhunter Christian Atkinson von Robert Walters Schweiz. Die Freigabe des Frankens vor gut einem Jahr war eher unerwartet. „Dagegen blicken wir heute vorsichtig optimistisch auf 2016“, sagt Atkinson.

Wie schon seit Jahren würden vor allem Spezialisten für die Bereiche Compliance und Regulierung und dabei besonders Mid- bis Senior-Level Profile gesucht. Der Markt sei allerdings wie leergefegt. Anders als etwa in London würden Arbeitgeber hierzulande großen Wert auf ein Jurastudium – und zwar in der Schweiz – oder eine zusätzliche Ausbildung der Finanzaufsicht FINMA legen. „Das verengt den Kandidatenpool weiter“, betont Atkinson. Die Folge seien steigende Gehälter. „Compliance ist der einzige Bereich in den Finanzdienstleistungen, in dem das Vergütungsniveau in der Schweiz noch steigt.“ Kandidaten würden aber nicht nur auf ein höheres Gehalt, sondern zunehmend auch auf die Reputation eines potenziellen Arbeitgebers und die dortigen Entwicklungsmöglichkeiten achten.

6. Immer mehr temporäre Beschäftigung

„Es ist ein klarer Trend erkennbar, dass auch in der Schweiz immer mehr befristet beschäftigt wird“, sagt Kessler weiter. Dabei könne es sich um Contractor, befristete Arbeitsverträge oder um temporäre Beschäftigung handeln. Die gesuchten Profile reichen von Compliance über Support-Funktionen und bis hin zur IT“, sagt Kessler. Seltener finde sich temporäre Beschäftigung indes im Front Office. Allerdings würden auch Assistentenpositionen im Wealth Management zum Teil temporär besetzt.

Auch Atkinson beobachtet einen steigenden Bedarf an Interim-Beschäftigung. So würden viele Arbeitgeber beispielsweise in der Compliance auf solche Anstellungsverhältnisse für projektbezogene Tätigkeiten zurückgreifen, wenn sie keine erfahrenen Kandidaten für die Festanstellung fänden. „Darüber hinaus greifen die Abteilungen auch auf ‚Interimer‘ zurück, wenn sie keinen neue ‚Headcount‘ bewilligt bekommen“, erzählt Atkinson. „Aus diesen Gründen sehen wir neben der Compliance eine besonders hohe Nachfrage nach Interim-Anstellungen.“

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